Saw V
Mittlerweile weiß man, wie das mit den „Saw“-Filmen funktioniert – und dass es auch weiterhin funktionieren wird und man auch zwei Filme nach seinem Ableben Jigsaw-Killer John, den von Tobin Bell dargestellten Puzzle-Mörder, in Teil 5 der Reihe immer noch als Star führen kann. Er ist natürlich auch hier wieder mit dabei, denn das Puzzle-Symbol ziert nicht nur die Leichen des philosophischen Mörders, sondern ist auch ein Markenzeichen der Filme der Reihe. Die Zeitebenen werden munter durcheinander gewirbelt, Szenen aneinander montiert, die zeitlich gar nicht zusammenpassen und die auf diese Weise den Spannungspegel anheizen. Und die zahlreichen Rückblenden, in denen man immer mehr Einblicke in das erhält, was man bereits in den vorangegangenen Filmen gezeigt bekam, ermöglichen eben auch wieder Auftritte von Tobin „Jigsaw“ Bell. Im fünften Teil der überaus blutigen und überaus erfolgreichen Horrorserie hat nun David Hackl die Inszenierung übernommen, der bislang für das Production Design der anderen „Saw“-Filme und somit auch für die perversen Tötungsmaschinerien verantwortlich war, die einen Großteil des Reizes bei Fans ausmachen.
Gemessen an seinen Regievorgängern muss er allerdings etwas kleinere Brötchen backen – die Spannung war noch nie so halbseiden wie hier, selbst die meisten Schockeffekte verpuffen eher wirkungslos. Dafür gibt es aber auch wieder ein paar makaber-raffinierte Folterszenen, die beim Genrefan für wohlige Gänsehaut sorgen. Hinzu kommt, dass auch „Saw V“ astrein ins Universum dieser Horrorserie passt und weiterhin lose Enden verknüpft, unmittelbar an die anderen Filme anschließt und dabei im Gesamtkontext eine immer rundere Sache entsteht. Das ist nur zum Teil das Ausschlachten einer Erfolgsreihe, denn die Liebe zu Details, die sich durch sämtliche Beiträge zieht, macht deutlich, dass die „Saw“-Schöpfer längst in einer eigenen Welt leben, in die auch ihre Fans immer wieder gerne eintauchen. (3/6)
USA 2008. Regie: David Hackl. Buch: Patrick Melton, Marcus Dunstan Musik: Charlie Clouser. Schnitt: Kevin Greutert. Kamera: David A. Armstrong. Produktion: Twisted Pictures. Mit: Tobin Bell, Costas Mandylor, Scott Patterson, Betsy Russell, Mark Rolston, Julie Benz, Meagan Good. 92 Min. Kinowelt ab 15.01.09.
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