Wo Kinderträume noch in Erfüllung gehen: Mr. Margorium macht’s möglich
Mit Dustin Hoffman und Natalie Portman ein starbesetzter Märchenfilm über einen magischen Spielzeugladen und seinen ebenso wundersamen Inhaber. Passend zur Vorweihnachtszeit präsentiert dieses zauberhafte Filmwerk eine unglaubliche Welt der Spielzeuge mit herzlichem Charme, Liebe zum Detail und schräger Fantasie.
Keine Frage, dieser Laden ist der seltsamste, fantastischste und unglaublichste in der ganzen Welt, ein rühriges antiquiertes Panoptikum der riesigen kindlichen Träume. Ein Spielzeugladen, in dem von der Puppe bis zum Originalgröße-Stofftier alles auf magische Art und Weise zu leben beginnt. Das ist „Mr. Magoriums Wunderladen“, gerade im technisierten Elektronik-Zeitalter von „Playstation“ ein Plädoyer für die unbegrenzte Fantasie und eine Ode an das ewig Kindliche. So ist dieser ungewöhnliche Film ebenso ein waschechter Kinderfilm: Der biblisch 243 Jahre alte Mr. Magorium (Dustin Hoffman) besitzt eben den magischen Spielzeugladen. Doch langsam denkt er ans Adieu. Seine Zeit auf Erden sei gekommen. Er will das mit viel Lieb eingerichtete Geschäft deshalb seiner loyalen Mitarbeiterin Molly Mahoney (Natalie Portman) übergeben, einer eigentlich als Pianistin ausgebildeten jungen Frau. Doch die fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen und zur Trennung von Magorium nicht bereit. Doch nicht nur sie muß lernen, loszulassen um Verantwortung zu übernehmen.
Der völlig magiefreie Buchhalter Henry (Jason Bateman) soll noch finanziell nach dem Rechten sehen und der neunjährige Eric (Zach Mills) ebenso an den Fortbestand der Magie im schäbigen Alltag glauben….
Regisseur und Autor Zach Helm („Schräger als Fiktion“) legt mit seinem Regiedebüt ein liebenswert-exzentrisches Charakterporträt von Dustin Hoffman und eine Reihe zauberhaft kindlicher Ideen hin. Dabei trifft „Mr. Magoriums Wunderladen“ – in einem solchen Geschäft hat Helm anscheinend selbst einmal gejobbt – vollkommen die Bedürfnisse der Hauptzielgruppe, nämlich Kinder. Die Spielfilmzeit von gut 90 Minuten überfordert die Konzentrationsfähigkeit auch der jüngsten Zuschauer nicht im Geringsten und findet somit genau das exakte Maß. Unterstützt wird alles überdies durch die Einteilung des Films in diverse Kapitel, die jeweils durch den Filmerzähler eingeleitet werden. Mit gravierenden Themen wie Tod oder Freundschaft jongliert der Film mit einer solch behänden Leichtigkeit, ohne dabei zu drastisch oder scheinheilig zu wirken.
Wirken wird auch wider einmal der geniale Dustin Hoffman. Der nämlich der kaschiert den gigantischen Charme seines Mr. Magorian unter vielen nuancierten Manierismen vor dem Hintergrund von zirzensischen Spezialeffekten, Kostümen und Kulissen. Gleichwohl schafft er es zwischen den Bildern, Warmherzigkeit und Menschlichkeit in seine zentrale Rolle zu rücken. Und Natalie Portman, die mit großen Rehaugen und grazilen Schritten immer mehr in den unschuldigen Nimbus einer Audrey Hepburn driftet, wirkt trotz ihres verschüchterten Parts schlicht, zart und charmant.
Zach Helm sorgte zu Beginn des Jahres mit dem charmanten Drehbuch zu Mark Forsters „Schräger als Fiktion“ für eine überragende Überraschung. So auch hier: wunderschöne Schauwerte, eine hochkarätige wie professionelle Besetzung und die nicht nur saisonal präzise gesetzten Botschaften: Ein Huldigung an das Leben, und Ehrung aller Kindlichkeit dieser Welt. Ein liebenswerter Familienfilm, der in seinen besten und intensivsten Momenten eine echte Kinomagie entfalten kann.
Die zahlen indes sprechen für sich: Der Film spielte bis zum 27. November 2007 weltweit ca. 25 Millionen US-Dollar ein, darunter ca. 22,6 Millionen US-Dollar allein in den US-amerikanischen Kinos.
Wo Kinderträume noch in Erfüllung gehen: Mr. Margorium macht’s möglich wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













