2 TAGE PARIS mit Julie Delpy
Eigentlich die Metropole der Liebe, aber stille Wasser können auch in Paris sehr tief und problematisch sein. So bei July Delpy im Film 2 Tage Paris: Diese schüchtern anmutende Frau wirkt stets zurückhaltend und bescheiden, ein ruhender filmischer Vulkan, der augenscheinlich nie ausbricht, dafür aber sichtbare Schäden in ihrem neuesten Zelluloid-Coup hinterläßt: In bewährter selbstironischer Woody-Allen-Manier läßt sie ein amerikanisch-französisches Pärchen während eines Paris-Aufenthaltes in sämtliche untergeschnallte kulturellen Fettnäpfchen treten, die sich bieten, wobei sie exakt platzierte Schüsse unter die Gürtellinien abfeuert. Der Film lief auf der Berlinale 2007 in der „Sektion Panorama Special“. In einer Nebenrolle zu sehen: Deutschlands Charakter-Star Daniel Brühl. “Ein witziger, ein Film voller liebenswerter Klischees und Wahrheiten, zum Lachen und Denken, freute sich im Februar der „festivalblog.de“ in Berlin:
Marion (Julie Delpy) ist Französin, Jack (Adam Goldberg) der amerika-nischste aller Amerikaner. Gerade haben sie ihren “Traumurlaub” in Venedig verbracht, der sich als bleiernen Trip voller Dissonanzen enttarnte. Auf dem Rückweg in die alltägliche Einöde ihrer Heimat rasten sie zwei Tage halt in Paris, vor allem um die Katze abzuholen, die Marion bei ihren Eltern (Marie Pillet und Albert Delpy) in Pflege gab. Zwar bekommt Jack zu deutlich zu spüren, dass Marions Eltern Amerikanern gegenüber Vorurteile haben, trotzdem wird er von ihnen ohne große Umstände als neues Familienmitglied akzeptiert. Jack revangiert sich mit völliger Unkenntnis der gallischen Sprache. Und wenn Marion sich mit alten Freunden trifft, sind die europäisch exotischen Sitten, die er dabei kennenlernt, eher quälerisch. Dieses ewige Geschwätz über Sex und obskuren Essensgewohnheiten nerven den smarten Ami. Ebenso tragen die dauernd angetrunkenen Taxifahrer tragen nicht gerade zum erotisierenden Ambiente eines sonnigen Kurztrips in der Seine-Metropole bei: Hegt er doch allmählich den Verdacht, daß seine Frau ihm pikante Details ihrer doch recht packenden Beziehungs-Historie…
Keine Frage, Julie Delpy zählt zu den bekanntesten und intensivsten Darstellerinnen Frankreichs, zuletzt konnte man sie in Jim Jarmuschs Cannes-Erfolg Broken Flowers“, in dem sie als eine von vielen schönen Frauen (u. a. Sharon Stone und Tilda Swinton) an der Seite von Bill Murray spielte, bestaunen. Das Sujet dieser Eigenproduktion ist jedoch sehr speziell: Nicht die romantisierende Zweisamkeit steht im Blickfang des Interesses, oder gar die Reinkarnation einer idealen „Beziehung“, sondern die burleske Persiflage des alltäglich Banalen treibt hier kuriose Verhaltens-Blüten.
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2 TAGE PARIS mit Julie Delpy wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »














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Dienstag, 27 November 2007 @ 1:44pm