Big Stan – Kleiner Arsch ganz groß! – Komödie im Kino
Die Popularität des US-Komikers Rob Schneider hält sich nicht nur hierzulande eher in Grenzen. Bislang ist er hauptsächlich in Filmen aufgefallen, die nicht komplett auf ihn zurechtgeschnitten waren, sondern in denen er nur die zweite Geige spielte. Zu den erfolgreichsten zählen „Spiel ohne Regeln“ mit Adam Sandler und „Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme“ mit Kevin James und, ebenfalls, Adam Sandler. Sein Freund Sandler ist es auch, der weiterhin an Schneider festhält und ihm immer neue Filmrollen zuschanzt. In den USA mag das noch funktionieren, bei uns in Deutschland sind die Erfolgsaussichten eher gering. Deswegen hat man sich zu dem fragwürdigen Clou entschlossen, der Komödie mit dem Untertitel „Kleiner Arsch ganz groß!“ einen attraktiven weiteren Aufhänger für das Zielpublikum zu geben – den proletigen Teenagern. Vielleicht nützt es ja was…
Rob Schneider spielt unter seiner eigenen farblosen Inszenierung den Immobilienmakler Stan, der besonders gerne leichtgläubige ältere Damen übers Ohr haut und mit windigen Geschäften seinen anspruchsvollen Lebensstil aufrechterhält. Doch nun ist man ihm dahinter gekommen und es droht eine mehrjährige Haftstrafe. Seine größte Panik besteht darin, im Knast von unzähligen harten Schwerverbrechern vergewaltigt zu werden. Im halben Jahr vor Antritt der Haft lässt er sich deswegen von einem neuen Bekannten, der sich einfach nur „Der Meister“ nennt (David Carradine in einer genüsslichen Persiflage auf seine „Kung Fu“-Vergangenheit), in Selbstverteidigung und Selbstvertrauen ausbilden. Und tatsächlich: Hinter Gittern ist er dann der große Macker, dem es nicht nur spielend gelingt, seine Stellung zu behaupten, sondern auch noch die verfeindeten Gangs zu einen und das Gute in den Bösen zum Vorschein zu bringen. Diese moralische Komponente kommt einigermaßen überraschend daher und will auch nicht so recht zum brachialen Humor des Films passen. Der funktioniert hier auch nur mittelprächtig, da man sich überwiegend auf die Ängste Stans vor einer Vergewaltigung stützt und auch im Knast dann so manchen Gag auf die schwachen bzw. weiblichen Anteile der harten Jungs aufbaut und damit ein eher primitives Humorverständnis bedient. Kein großer Wurf, nur ein weiterer Meilenstein auf dem filmischen Abstieg Rob Schneiders. (2/6)
USA 2007 (Big Stan) Regie: Rob Schneider. Buch: Josh Lieb. Musik: John Hunter. Schnitt: Greg Babor, Richard Halsey. Kamera: Victor Hammer. Produktion: Crystal Sky Pictures, Silver Nitrate Pictures. Mit: Rob Schneider, David Carradine, Jennifer Morrison, Scott Wilson, Richard Kind, Sally Kirkland, M. Emmet Walsh, Henry Gibson. 105 Min. Splendid ab 25.06.09.
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