Das Leben ist zu lang – Komödie
In Komödien kennt er sich aus. 2004 drehte Regisseur Dani Levy die lässige jüdische und gut besetze Komödie „Alles auf Zucker!“. 2007 erzeugte er ordentlichen Medienrummel mit seiner Komödie „Mein Führer – Die wirkliche wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ mit Helge Schneider, die von Publikum und Kritik durchaus kontrovers diskutiert wurde, aber mit treffenden Dialogen eine wunderbare und deftige Politfarce gibt. 2010 präsentierte er seine Komödie „Das Leben ist zu lang“ und enttäuscht auf ganzer Linie.
Erzählt wird die Geschichte von dem nicht mehr ganz jungen Regisseur Alfi (Markus Hering) dessen letzter großer Erfolg fünfzehn Jahre zurück liegt. Nun will er noch einmal demonstrieren, was er kann, indem er den Mohammed-Karikaturen-Streit verfilmen will, furchtlos, als Komödie, mit Starpower. Zu seinen Problemen in der Branche gesellen sich Schwierigkeiten mit den Kindern und der Frau, Handikaps in Sachen Sexleben und Gesundheit. Und ein Gipsbein. Bei seiner Betteltour bei den Produzenten stößt er nur auf vereinzelte Lacher, ansonsten aber auf Langeweile und die Angst vor der Rache von Islamisten. Dann wirft die Ehefrau eines Filmmoguls ein Auge auf ihn und erwärmt ihren Mann für die Verfilmung. Doch damit bricht das Chaos erst richtig aus.
Was Dani Levy vielleicht als kleine Abrechnung mit bissigen Tücken auf das Filmgeschäft gedacht war, oder als Midlife-Epos á la Fellinis „8 ½“, oder Allens „Manhattan“ kommt mit unheimlich wenig Ironie daher und einer kaum zu ertragene Rührseligkeit. Daran ändert auch nicht das große „Who´s Who“ der deutschen Schauspielprominenz, darunter: Veronica Ferres, Yvonne Catterfeld und Heino Ferch bis hin zu Michael Bully Herbig, Justus von Dohnanyi, Udo Kier, Gottfried John und Elke Sommer.
Fazit: „Das Leben ist zu lang“ ist ein inhaltlich öde Satire und gänzlich uncharmant. Dani Levy sollte Themen wie Midlife-Crisis vielleicht doch besser Woody Allen überlassen.
Was die technische Umsetzung auf DVD angeht, so kann man hier allerdings zufrieden sein. Das Bild (16:9/ 2.35:1) überzeugt mit natürlichen Farben und guter Schärfe. Der Ton (Dolby Digital 5.1) ist immer gut verständlich und an Bonusmaterial gibt es neben zwei Audiokommentaren (einer mit Levy allein, der andere mit Levy, Markus Hering und Elena Bromund/ Schnitt) noch ein Making Of, nicht verwendete Szenen sowie verpatzte Szenen. Auf Teaser und Trailer braucht man auch nicht zu verzichten.
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Das Leben ist zu lang – Komödie wurde bearbeitet von Bernd Hellweg • Permalink • Kommentar schreiben »













