Kleine Verbrechen – Komödie
Die Idee ist nicht gerade neu, kennt man sie doch in ähnlicher oder vergleichbarer Form aus Filmen wie „Fargo“ von den Brüdern Coen, oder aus jüngerer Zeit aus Josef Fares’ nordischer Komödie „Kops“ oder Mark Mylods „The Big White – Immer Ärger mit Raymond“: In ein kleines Provinzkaff, in dem sonst eigentlich nie etwas los ist, hält plötzlich das große Verbrechen Einzug und stellt deswegen die lokale Polizei und sämtliche Einwohner vor eine große Herausforderung. Hier ist die Story auf einer kleinen griechischen Insel angesiedelt und bietet deswegen eine der seltenen Gelegenheiten, einen griechischen Kinofilm auf hiesigen Leinwänden zu erleben. Aber vielleicht war es ja gerade diese Universalität bzw. dieses filmische Stereotyp, das deutsche Finanziers zu einer Beteiligung animierte und „Kleine Verbrechen“ nun eine deutsche Auswertung bescherte.
An einer kaum gesicherten Klippe einer kleinen griechischen Insel findet sich eines Tages die Leiche des alten Zacharias. Der emsige junge Polizist Leonidas (Aris Servetalis) möchte nicht an einen Unfall glauben und beginnt mit den Ermittlungen, die ihm schon bald eine Vielzahl möglicher Motive und Hergänge liefern. Als mit Angeliki (Viki Papadopoulou) ein gefeierter Fernsehstar aus Athen auf dem Eiland auftaucht, werden Leonidas’ berufliche Ambitionen noch zusätzlich angefacht – schließlich möchte er bei der attraktiven Frau einen guten Eindruck hinterlassen. In Christos Georgious zweitem Kinolangfilm dreht sich alles um die skurrilen Sitten und Gebräuche in einem isolierten Naturdorf, wo die Uhren noch anders gehen und die Verwarnung von Nacktbadern an einer entlegenen Bucht die größte Abwechslung aus einem öden Einerlei bedeutet. Die beabsichtigte Komik, die aus den Gegensätzen zum Alltag in einer Großstadt dabei entsteht, ist genauso vorhersehbar wie effektiv. Obwohl man Struktur, Mittel und Wirkungsweise einer solchen filmischen Mär nur allzu gut kennt, funktioniert sie auch hier wieder schnörkellos. Das einzig Besondere erwächst aber in der Tat daraus, dass diese griechischen Settings bislang eher aus den eigenen Urlaubsreisen als aus filmischen Abhandlungen bekannt sein dürften. (3/6)
GR/D/ZYP 2008 (Mikro eglima) Regie und Buch: Christos Georgiou. Musik: Kostantis Papakonstantinou, Thanassis Papakonstantinou. Kamera: Yorgos Giannelis. Schnitt: Isabel Meier. Produktion: Twenty Twenty Vision, Lychnari, Bad Movies, ZDF, arte. Mit: Aris Servetalis, Viki Papadopoulou, Antonis Katsaris, Panayiotis Benekos, Evgenia Dimitropoulou, Konstantinos Koronaios, Mara Barola. Neue Visionen. 85 Min. Ab 11. Juni 2009 im Kino.
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