New York für Anfänger
In seinem kleinen britischen Filmmagazin nimmt der Verleger Sidney Young kein Blatt vor den Mund – und ist finanziell wenig erfolgreich. Da erhält er unerwarteterweise das Angebot, bei dem angesehen „Sharps Magazine“ in New York zu arbeiten. Sidneys Traum vom Leben mit den Schönen und Reichen, mit Galaempfängen auf wichtigen Promi-Parties nimmt seinen Lauf. Doch mit seiner ungezwungenen Art stößt der Möchtegern-High-Society-Reporter schon bald auf Widerstände, zumal er nicht im Mindesten daran denkt, sich der gut geölten Publicity-Maschinerie der Stars und Sternchen unterzuordnen, sondern viel lieber seinen persönlichen Idealen nachgeht.
Eine Satire auf den schönen Schein von Hollywood sollte, wenn sie zumindest teilweise in und von Hollywood produziert wird, schön böse und bitter-ironisch sein. Die Voraussetzungen für ein gutes Gelingen in diesem Stil waren hier zweifellos gegeben, da der Film auf der satirisch-autobiografischen Abrechnung von Toby Young basiert, der darin seine Erlebnisse beim „Vanity Fair“-Magazin in einen Bestseller verwandelte (deutscher Buchtitel „High Snobiety oder Wie ich sie alle nervte“). Doch leider wirken die meisten Gags eher gewollt als aus der Notwendigkeit einer komischen Situation heraus entwickelt und rufen deswegen eher ein leichtes Schmunzeln als wirklich gute Schenkelklopfer hervor. Auch hinsichtlich der Seitenhiebe auf das Business bleibt Robert Weides Film erstaunlich zahm und zurückhaltend. Was „Der Teufel trägt Prada“ für die Modeszene und deren journalistische Hofberichterstattung war, wäre „New York für Anfänger“ (übrigens mal wieder ein selten dämlicher und nichts sagender deutscher Verleihtitel) gerne äquivalent für die Filmszene. Doch leider fehlen ihm dazu sowohl das entsprechende Komödientiming als auch die wirklich zündenden Gags. Als schneller Zeitvertreib ganz okay, aber deutlich hinter seinem Potenzial zurückbleibend. (3/6)
GB 2008 (How to Lose Friends & Alienate People) Regie: Robert Weide. Buch: Peter Straughan. Musik: David Arnold. Schnitt: David Freeman. Kamera: Oliver Stapleton. Produktion: Number 9 Films, Intandem Films, Film4. Mit: Simon Pegg, Kirsten Dunst, Danny Huston, Gillian Anderson, Megan Fox, Jeff Bridges, Janette Scott. 111 Min. Concorde ab 27.11.08.
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