Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht
Teeniekomödien sind ja immer so eine Sache – gehört man der anvisierten Zielgruppe an, kann man sich oftmals vor Lachen ausschütten über Sachen, die Erwachsenen nur ein müdes Stirnrunzeln entlocken. Teenies müssen ja aber auch nicht mehr mit ihren Eltern ins Kino gehen; insofern ist das wohl einigermaßen okay so. Umso mehr kann man sich dann aber als erwachsener Rezensent freuen, wenn eine Teeniekomödie mal außergewöhnlich charmant geworden ist, wenn man sich sicher sein kann, dass der Film das Zielpublikum mehr als zufrieden stellt und gleichermaßen auch niveauvolle Unterhaltung bietet. Da kann man dann als Erziehungsberechtigter umso zufriedener sein, wenn man seine Teenie-Kinder in den richtigen Film geschickt hat – einen Film wie „Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht“.
Im Mittelpunkt steht Nick (Michael Cera aus „Juno“), der einfach nicht über die Trennung mit Tris hinwegkommt. In einem Club braucht Tris’ beste Freundin Norah (Kat Dennings aus „Charlie Bartlett“) plötzlich schnell einen Freund und pickt sich Nick heraus. Nach dem Spontaneinfall erkennt Norah schließlich, dass sie schon lange den Musikgeschmack von Nick teilt und er eigentlich viel besser zu ihr passt als ihr derzeitiger, egozentrischer Liebhaber. Im Laufe der langen Partynacht in New York werden die entsprechenden Karten neu verteilt werden. Irgendwie geht es in Peter Solletts Film, der auf einem Roman von Rachel Cohn und David Levithan basiert, um das verrückte Verlieben in der Teenagerzeit, in der alle Gefühle „larger as life“ sind und oftmals Beziehungen noch schneller enden als sie begonnen hatten. Die überaus sympathischen Hauptdarsteller transportieren dieses Szenario sehr selbstsicher und schwungvoll. Mit vulgären Gags hält man sich auf wohltuende Weise zurück, trotzdem ist der Film nicht piefig, sondern hat einige herrlich schräge und freche Witze zu bieten. Darüber hinaus gibt es eine Handvoll ebenso sympathische und nicht nach den üblichen Klischees gestrickte schwule Nebenfiguren. „Nick und Norah“ ist eine echte Empfehlung für die Zielgruppe und ein potenzieller Kultfilm der gerade heranwachsenden Kinogeneration. (4/6)
USA 2008 (Nick and Norah’s Infinite Playlist) Regie: Peter Sollett. Buch: Lorene Scafaria. Musik: Mark Mothersbaugh. Schnitt: Myron I. Kerstein. Kamera: Tom Richmond. Produktion: Depth of Field, Mandate Pictures. Mit: Michael Cera, Kat Dennings, Aaron Yoo, Rafi Gavron, Ari Graynor, Alexis Dziena, Jonathan B. Wright. 90 Min. Sony ab 19.02.09.
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[...] Nick und Norah haben es beide nicht leicht: Nick leidet er unter dem brutalen Ende seiner letzten Romanze und trauert einsam in seinem Zimmer um seine verlorene Beziehung. Mit gebrochenem Herzen stellt er eine Mix-CD nach der anderen zusammen, um Tris, seine Ex, zurückzugewinnen. Derweil bahnt sich auch bei Norah ein gravierender Einschnitt an – ihre wechselhafte Beziehung mit dem opportunistischen Musiker Tal droht zu zerbrechen. Außerdem steht sie kurz vor dem Wechsel aufs College, wodurch das Fragezeichen hinter der Zukunft ihrer Beziehung nur noch größer wird. [...]
Samstag, 21 Februar 2009 @ 4:26pm