Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen
Manche Stoffe sind so zeitlos und klassisch, dass sie einfach nicht totzukriegen sind. Auf die meisten Werke von William Shakespeare trifft das zu, und auch auf eine ganze Reihe der Arbeiten des britischen Schriftstellers Charles Dickens. Neben Klassikern wie „Oliver Twist“ und „David Copperfield“ hat vor allen Dingen sein „Weihnachtsmärchen“ unzähligen Adaptionen als Vorlage gedient. Nicht zuletzt in Entenhausen und bei den Muppets wurde der Stoff verortet, um ihn schon jungen Zuschauern nahe zu bringen.
Freie Bearbeitungen der Vorlage gab es ja schon einige, nun hat man die Läuterungsgeschichte mal ihres weihnachtlichen Anstrichs beraubt und den Menschenfeind Scrooge zu einem skrupellosen Casanova gemacht. Matthew McConaughey gefällt in der selbstironischen Rolle des Connor Mead, eines erfolgreichen High-Society-Fotografen, der an jedem Finger zehn Bräute hat und sich stur weigert, auch nur einer von ihnen mal mehr zu bieten als ein paar vergnügliche Stunden. Widerwillig reist er zur Hochzeit seines kleineren Bruders, da er von der Ehe natürlich gar nichts hält. Vor Ort kreuzen sich seine Wege mit denen seiner ersten und einzig wahren Liebe Jenny (Jennifer Garner), die er vor langer Zeit ebenso skrupellos abservierte. Der Geist seines verstorbenen Onkels Wayne (Michael Douglas), eines Casanovas desselben Kalibers, schickt Connor im Laufe des Abends drei Geister, die ihn in seine Vergangenheit, in die Gegenwart und eine mögliche Zukunft mitnehmen, um ihn von seiner falschen Weltanschauung zu kurieren. Innovativ ist es natürlich nicht, wenn eine so hinlänglich bekannte Formel wieder mal aufs Neue durchgekaut wird. Aber warum sollte man schlecht etwas Neues erfinden, wenn man doch bequem und unkompliziert etwas Gutes noch mal erzählen kann. Die Darsteller jedenfalls machen das Beste aus der moralischen Geschichte, die auf typisch amerikanische Weise einmal mehr für die Vorzüge der Treue und der Ehe eintritt. Damit das Ganze nicht allzu moralinsauer aufstößt, gibt es auch ein paar ganz gut funktionierende freche Gags, vor allem in der ersten Hälfte des Films. Für nicht allzu große Ansprüche also durchaus akzeptabel. (4/6)
USA 2009 (Ghosts of Girlfriends Past) Regie: Mark Waters. Buch: Jon Lucas, Scott Moore. Musik: Rolfe Kent. Schnitt: Bruce Green. Kamera: Daryn Okada. Produktion: New Line Cinema, Panther. Mit: Matthew McConaughey, Jennifer Garner, Michael Douglas, Emma Stone, Breckin Meyer, Daniel Sunjata, Robert Forster, Anne Archer. 100 Min. Warner ab 28.05.09.
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