Star Trek – Science Fiction
Captain Kirk stirbt schon nach wenigen Minuten in seiner neuen Position an Bord seines Raumschiffes den Heldentod, um einigen Hundert Menschen das Leben zu retten. So ungewöhnlich und spektakulär, wie J.J. Abrams den neuen Film im „Star Trek“-Universum beginnt, so ungewöhnlich und spektakulär geht es dann auch in den folgenden zwei Stunden weiter. Jener frisch gebackene Märtyrer-Captain ist kein Geringerer als der Vater des allseits bekannten James T. Kirk, der seit vier Jahrzehnten die amerikanische Popkultur bereichert hat. George Kirk erlebt gerade mal noch über Funk die Geburt seines Sohnes mit, dessen weiteren Werdegang Abrams unter dem Motto „back to the roots“ nachfolgend thematisiert. Wir erleben den jungen Rebellen beim Hörnerabstoßen in Iowa, parallel erzählt der Film von einem jungen Spock, der aufgrund seiner Abstammung einen Platz an der renommierten vulkanischen Wissenschaftsakademie ablehnt und lieber der Sternenflotte beitritt. Dort begegnet er auch schon kurz darauf dem jungen Kirk, mit dem er alsbald aneinander gerät. Ihre erste gemeinsame Mission an Bord der U.S.S. Enterprise wird nicht nur für ihre weitere Beziehung zur Bewährungsprobe.
J.J. Abrams hat in Interviews mehrfach betont, dass er mit „Star Trek“ nicht allzu viel anfangen kann und mit dem elften Filmableger der Serien etwas völlig Neues schaffen wollte. Dies ist ihm nachdrücklich gelungen. Die Geburtsstunde der Original-Raumschiff-Enterprise-Besatzung ist über weite Strecken als beinharter Actionfilm inszeniert, der das Genre des Science-Fiction-Films gehörig durcheinander wirbelt und teilweise für atemlose Spannung sorgt. Ein Umstand, der auf die letzten, eher weniger erfolgreichen „Star Trek“-Filme nicht unbedingt zutraf. Abrams’ Drehbuchautoren scheinen die Vorgänger ungleich genauer als er studiert zu haben, denn in den Details stecken jede Menge Anspielungen, die das Herz der aufrechten Fans verzücken werden. Aber das neue Team hat sich auch einige gehörige Freiheiten erlaubt, die für Rätselraten und Erstaunen sorgen werden und die Zuschauer am Ende mit einer reizvollen Perspektive entlässt: „Alles ist möglich.“ (5/6)
USA/D 2009. Regie: J.J. Abrams. Buch: Roberto Orci, Alex Kurtzman. Musik: Michael Giacchino. Schnitt: Maryann Brandon, Mary Jo Markey. Kamera: Daniel Mindel. Produktion: Bad Robot, Paramount Pictures, Spyglass Entertainment. Mit: Chris Pine, Zachary Quinto, Eric Bana, Bruce Greenwood, John Cho, Zoe Saldana, Anton Yelchin,. Leonard Nimoy. 126 Min. Paramount ab 07.05.09.
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