Obsessed – Thriller
In den neudeutschen Sprachwortschatz hat sich der Begriff „stalking“ erst in den letzten Jahren eingegliedert. Man wurde insbesondere durch die Schattenseiten des Prominentendaseins darauf aufmerksam, weil damit auch das aufdringliche Gebaren von Fans katalogisiert wird, die ihren Idolen nicht mehr von der Pelle rücken und diese dadurch schier in den Wahnsinn treiben. Das Verhalten selbst ist indes ohne Frage schon deutlich älter und nicht nur auf die Reichen und Schönen beschränkt. Manische Besitzgier kann sich auch auf Personen richten, die ein in irgendeiner Form besseres und damit erstrebenswertes Leben führen, wie dieser Film nachhaltig vor Augen führt.
Derek (Idris Elba) ist erfolgreich im Beruf und seit zwei Jahren mit einer bildhübschen Frau (Beyoncé Knowles) glücklich verheiratet. Die beiden haben einen kleinen Sohn und sind gerade in ein geräumiges Eigenheim gezogen. In der Firma kreuzen sich Dereks Pfade alsbald mit denen einer aufreizenden Blondine (Ali Larter), die ein Auge auf den attraktiven Afroamerikaner wirft. Dass sie der treue Ehemann abblitzen lässt, hindert Lisa nicht daran, weiter ihre Fühler nach Derek auszustrecken. Die sexuelle Belästigung erreicht immer aufdringlichere Stufen – Lisa versucht mit allen Mitteln, Dereks Ehe zu zerstören.
Die Idee mag ja vielleicht ganz interessant sein, hier scheitert sie aber schon nach kurzer Zeit an einem hanebüchenen Drehbuch. Weder sind die Versuche Lisas, mit Derek in Kontakt zu kommen, sonderlich subtil, noch die sich stetig steigernden Zudringlichkeiten für den Zuschauer eine Überraschung. Da verwundert einen die Reaktion der anderen Beteiligten schon viel eher. Drehbuchgerecht steuert Derek mit seiner wahrlich unbegründeten Heimlichtuerei in die Ehekatastrophe. Später werden sowohl das Verhalten seiner Frau Sharon, das der Babysitterin Samantha als auch das der ermittelnden Kriminalkommissarin Reese (oh ja, so weit kommt das am Ende noch!) beim Zuschauer für nachhaltiges Kopfschütteln sorgen. So dumm können sich denkende Menschen wohl wirklich nur verhalten, wenn ihr Handeln von einem Drehbuchautor gelenkt ist, der nur seine armselige Story im Kopf hat. Wirklich schade ist das Ganze eigentlich nur, weil Nebendarsteller Idris Elba sein Starpotenzial hier in einer ersten Hauptrolle unnötig gefährdet und weil auch Beyoncé Knowles weitaus mehr schauspielerisches Können hat, als ihr dieser ärgerliche Schmarren abverlangt. (2/6)
USA 2009. Regie: Steve Shill. Buch: David Loughery. Musik: James Dooley. Kamera: Ken Seng. Schnitt: Paul Seydor. Produktion: Screen Gems, Rainforest Films. Mit: Idris Elba, Beyoncé Knowles, Ali Larter, Jerry O’Connell, Bonnie Perlman, Christine Lahti, Matthew Humphreys. Sony. 105 Min. Ab 11. Juni 2009 im Kino.
Ähnliche Beiträge:
Obsessed – Thriller wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »













