Molière – Tragikkomödie
Der große französische Dramatiker Molière macht das Kino mobil. Laurent Tirard überrascht mit einer witzigen Adaption des Komödien- Maestros.
Tollhaus-Theatralik, affektierter Adel und süffisante Schauspieler. Das ist jenes durchgeknallte Sujet, das der große Schauspieler, Dramatiker und meisterliche Maestro der Farce,Jean-Baptiste Poquelin, alias Molière der glücklichen Theater-Nachwelt hinterließ. Den unglaublichen Spagat, die Kluft zwischen Theater und Kino zu überbrücken, schafft Laurent Tirad in seinem zweiten Spielfilm mit Geschick und Feeling. Das Resultat ist eine eigensinnige, nicht authentische Adaption der historischen Vorlage. Sein fiktiver “Molière” zielt mit etlichen Anspielungen und Zitate auf das Werk des großen Meisters (1622-1673), der die Komödie als eigenständiges Genre salonfähig machte.
Ausgebrannt und auf der Flucht vor seinen Gläubigern, erhält der Schauspieler und Autor Molière (Romain Duris) ein scheinbar lukratives Angebot. Er soll Monsieur den wohlhabenden Jordain (Fabrice Luchini) in die exzentrische Kunst des Theaters einweihen, damit dieser wiederum eine junge Frau mit seinen „Kunststückchen“ in die horizontale Lage befördern kann. Damit will der Bon Vivant in einer Doppel-Hauptrolle als Frau und Mann zugleich Herz und Hand seiner schönen Adelsdame gewinnen. Der Aufstieg in die höfischen Kreise wäre so besiegelt. Von Anbeginn des herrlichen Kostümfilms überzeugen die Darsteller, aber auch die Theatralik des Fabrice Luchini und die Erotik der hübschen Laura Morante als erotische Sirene. Das ist Kino der gefälligen Gesten, knalligen Kostümen und großen Bonmots. Selbstironisch und umso ernster, je lächerlicher die Szenerie erscheint. Kein Wunder, Molières entlarvender Witz zielte auf Mißstände und Menschenschwäche. Das bewies er ebenso in der von ihm ins Leben gerufene „Comédie Française“.
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