The Good, the Bad, the Weird – Western
Ganz am Ende des Films sind die letzten Worte, als die drei Protagonisten ihr Ziel erreicht haben: „Was ist denn das?“ Offensichtlich wissen sie mit dem Schatz, dem sie geschlagene zwei Stunden hinterher gejagt waren und der so manche Leiche auf ihrem Weg zurückließ, nichts so recht anzufangen. Der Zuschauer könnte sich am Ende die gleiche Frage stellen: „Was ist denn das?“ Und die Schlusscredits werden es ihm beantworten. Denn da steht: „An oriental western by Kim Jee-woon“. Okay, ein orientalischer Western also, ein klassischer Gegensatz in sich. Und doch wieder nicht, denn der klassische amerikanische Western war ja stark vom Eastern beeinflusst, von den Samuraifilmen um Recht und Rache, in denen sich Männer Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden und zu den Waffen griffen, um die Hierarchien zu klären. Nun sind es in „The Good, the Bad, the Weird“ eben nicht mehr die Schwerter, die die Fronten zu klären helfen, sondern die bewährten Schießeisen aus den Westernvorbildern.
Dass der Film, der in der Mandschurei in den 1930er Jahren angesiedelt ist, ein Stückweit Bezug nimmt auf die tatsächliche Situation der Japaner, Koreaner und Chinesen in jener Zeit, bleibt nur schmückendes Beiwerk. Kim Jee-woon geht es einzig und allein um Action, um wilde Ballereien, Explosionen, Pferderitte und mordlustige Gesellen. Ab und an ist das Ganze dann tatsächlich auch ironisch gebrochen, dann bleiben einzelne Szenen im Gedächtnis haften. Doch überwiegend werden brutale oder immergleiche temporeiche Szenen aneinandergehängt, die den Zuschauer eher ermüden als unterhalten werden. Es sei denn, man ist ein ausgesprochener Bewunderer von Eastern oder Western, von deren Mischformen oder einfach von pausenloser Action ohne Sinn und Verstand. Keines seiner Genres wird dieser Film revolutionieren, und auch sicherlich keine Wiederbelebung von einem von ihnen einläuten. Dazu fehlt es dem perfekt durchgestylten und abgespulten Werk nämlich auch noch an Herz und Feingefühl. (2/6)
CVR 2008 (Joheunnom nabbeunnom isanghannom) Regie und Buch: Kim Jee-woon. Buch: Kim Min-suk. Musik: Dalparan, Jang Yeong-gyu. Schnitt: Nam Na-Young. Kamera: Lee Mo-gae, Oh Seung-Chul. Produktion: CJ Entertainment, Barunson, Grimm Pictures. Mit: Song Kang-ho, Lee Byung-hun, Jung Woo-sung, Ryu Seung-soo, Ryu Chang-sook, Deligeer, Yoon Jae-moon. 130 Min. Splendid ab 30.07.09.
The Good, the Bad, the Weird – Western wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »












