Bolt – Ein Hund für alle Fälle
Man ist mittlerweile wahrlich verwöhnt…seit die Pixar-Studios sich mit ihren neuen Filmen Jahr um Jahr übertreffen und ein Meisterwerk nach dem anderen aus dem Hut zaubern, hat es die Konkurrenz in Sachen volldigitalisierter Animationsfilme nicht gerade leicht. Auch die Disney Animation Studios müssen sich mit ihren eigenen Produktionen wie „Himmel und Huhn“ oder „Triff die Robinsons“ an der übergroßen Tochterfirma messen. Und sind seither immer auf der Strecke geblieben. Dennoch ist eine Steigerung zu verzeichnen und „Bolt“ ist sicherlich der stärkste Film dieser Reihe, wenngleich er noch Meilen davon entfernt ist, Kinder und Erwachsene im Publikum gleichermaßen zu begeistern, wie es bei Pixar seit jeher der Fall ist. „Bolt“ ist ein Film geworden, dessen Niedlichkeitsfaktor und Rasanz den Kindern gefallen werden, der den Eltern aber eine gute Stufe zu naiv und sentimental sein dürfte, als dass er ihnen nachhaltig im Gedächtnis bleiben würde.
Bolt ist ein Hund mit Superkräften, der seine Besitzerin, das kleine Mädchen Penny, immer wieder aus den haarsträubendsten Situationen erretten kann. Das glaubt er zumindest, da er streng von der Außenwelt abgeschottet wird und deswegen nicht weiß, dass all seine Erlebnisse den Drehbüchern für eine überaus erfolgreiche Fernsehserie entspringen. Als er durch Zufall in die Realität katapultiert wird, muss er sich mit den wahren Gefahren arrangieren lernen, wobei ihm eine gewitzte Straßenkatze und ein tollpatschiger Hamster behilflich sind. Tricktechnisch ist auch dieser Film wieder State of the Art und lässt in dieser Hinsicht kaum Wünsche offen. Doch die Story ist allzu kühl durchkalkuliert, folgt ausgetretenen Genrepfaden, platziert eher pflichtbewusst als inspiriert im letzten Drittel eine rührselige Songeinlage und ist auch ansonsten arg lehrbuchhaft und vorhersehbar. Den kleineren Zuschauern werden solche Mankos wenig ausmachen, weswegen er bei ihnen angemessen gut funktionieren dürfte. Ein kurzweiliger, nicht allzu tiefgründiger, aber dafür wenigstens rasanter Spaß. (4/6)
USA 2008 (Bolt) Regie: Chris Williams, Byron Howard. Buch: Dan Fogelman, Chris Williams. Musik: John Powell. Schnitt: Tim Mertens. Kamera: Adolph Lusinsky. Produktion: Walt Disney Animation Studios. Sprecher: Christian Tramitz, Luisa Wietzorek, Vera Teltz, Axel Stein, Lutz Riedel, Tom Vogt, Axel Malzacher. 96 Min. Disney ab 22.01.09.
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