Monsters vs. Aliens
Dynamisch Durchgeknalltes in der dritten Dimension: Alles nur geklaut? Nein, aber vieles, und das wird wunderschön transformiert: Der neue Animationsfilm der Dreamworks Studios ist eine Symbiose der Superlative, eine abgedrehte Fantasy-Mär neben dem Lobgesang auf die Super-Slasher der 50er-Jahre. Wer sich ein wenig mit Kino auskennt, wird Mothra aus den Godzilla-Movies, den Angriff der 20-Meter-Frau, Amazonen auf dem mond, I-Robot, Mars Attacks die X-Men und vieles vieles mehr entdecken:
Es geschieht am helllichten Tag, obendrein an einem ganz besonderen: Susan Murphys Trauzeremonie mit dem aalglatten Reporter Derek Dietl wird jäh vor dem gang zum Altar gestört, auf dem Weg zur Kirche trifft sie ein abstürzender Meteor und besudelt die kecke Sympathieträgerin mit Weltraumschleim. Schon wenige Augenblicke später mutiert sie zur Riesin, sie ist plötzlich 15 Meter groß und mit der Kraft von 10.000 Damen verproviantiert. Die Hochzeitsgesellschaft flieht panisch aus dem einstürzenden kirche, ehe das forsche und mächtige Militär eintrifft, die Super-Braut fängt und sie zu einem streng geheimen Regierungsgelände bringt. Dort wird Susan der Name „Gigantika“ verliehen und General K.O. Putsch erklärt ihr, dass sie nun ein Monster sei. Zusammen mit dem verrückten Insekten-Mensch Prof. Dr. Kakerlake, einem prähistorischen Fischmann namens Missing Link, dem schleimigen und strunzendoofen, wie auch unzerstörbaren B.O.B. (siehe “Der Blob”), synchronisiert von Oliver Kalkofe, Der Wixxer) und der gigantischen Larve Insektosaurus (siehe Mothra) darbt die große und großartige Zwangsjunggesellin fortan ein desolates karges Dasein in Gefangenschaft. Bis die Erde eines Tages von Alien-Despot Gallaxhar angegriffen wird und General Putsch die Monster-Gang in den schrägen Kampf gegen die intergalaktischen Eroberer führt…
Ganz besonderen dank verdient die 3D-Technik des kurweiligen Abenteuers: Schon während „Monsters vs. Aliens“ produziert wurde, und nicht wie üblich erst danach, konnte dem Film die Qualität verliehen werden, die den Zuschauer im Kino dann die Story dreidimensional weghaut, denn das Publikum driftet direkt in den Film. Hier wurde geklotzt statt gekleckert. In ausgewählten Lichtspielhäusern wird der Film in INTRU-3D vorgeführt. Die unnachahmliche Stärke von Monsters vs. Aliens liegt natürlich im 3-D-Effekt, mit dem der Film auch außerhalb von IMAX-Kinos auf bundesweit immerhin etwa 50 Leinwänden zu bestaunen sein wird. Vielleicht die große Chance zur Reanimierung der untergegangenen 3D-technik und ihren stillgelegten Kinos von Bochum bis Berlin. Kein Zweifel, diese Chaos-Truppe im Fight gegen extraterrestische Despoten bringt Jung und Alt zum lachen, eben Film in seiner Urfunktion – als Ablenkung und Abwechslung. (Moritz Mühlbauer/J.L)
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