Kottan ermittelt bei Euro Video auf 4 CDs
Zur Beruhigung: Von Kottan gibt’s auch alles auf DVD. Zwei 4er-Boxen enthalten die 19 Kriminalfälle, die der Polizeimajor, der gern mit einem gebellten ‘Inspektor gibt’s kan’ auf seinen Dienstgrad hinweist, im Fernsehen löste. Auf einer weiteren Einzel-Disc ist sein Einsatz im Kino verewigt. Im Jahre 1984 liefen die Vorbereitungen für die Folgen 20-25. Die Drehbücher waren fertig und abgenommen, der Produktionsstab stand fest und auch die Besetzung war bereits engagiert. Doch wenige Tage vor Drehbeginn beschloss der damalige Generalintendant des ORF den Kottan hinterrücks zu ermorden. Nun hat sich das Kottan-Team noch einmal zusammengefunden, zum 60. Geburtstag von Helmut Zenker diese sechs Drehbücher in packende Hörbücher verwandelt und Anfang des Jahres aufgenommen.
Kottan ermittelt ist witzige TV-Kult pur gewesen. Nach nur 19 Folgen wurde die Serie eingestellt, umso erfreulicher die jetzige DVD-Edition. Inspektor gibt’s kan – dieser Satz ist längst Kult geworden und damit auch Kottan ermittelt – die meist gesehene österreichische Fernsehserie. Egal ob man im Abspann einer Folge ein unbekanntes Flugobjekt über Düsseldorf ankündigte (und damit in Deutschland eine wahre UFO-Hysterie auslöste), oder man systematisch Kaffeeautomaten und Polizeipräsidenten misshandelte – den Machern der Serie war einfach nichts heilig. Major Adolf Kottan (ermittelte einstens für das Sicherheitsbüro der österreichischen Polizei in Wien in Mordfällen. Kottan ist mal trocken, mal überdreht und mal tollpatschig, aber immer barsch zu seinem unterbelichteten Assistenten Alfred Schrammel (C. A. Tichy). Schrammel ist deutlich älter als Kottan, doch Kottan duzt ihn, lässt sich im Gegenzug aber siezen.
Der einbeinige Paul Schremser (Walter Davy) ist der Dezernatsleiter, doch Kottan missbraucht auch ihn als Assistenten, ist zu ihm jedoch deutlich netter als zu Schrammel. In der Freizeit machen die drei gemeinsam Musik. Der frühere Dezernatsleiter Heribert Pilch (Harald von Koeppelle) ist jetzt Polizeipräsident und immer um das Ansehen der Polizei besorgt. Grund für die schlechte Presse ist natürlich nie Kottans Morddezernat, das jeden Fall aufklärt. Wenn doch was schief gelaufen ist, dann war’s immer der Schrammel. Das Hauptproblem der Serie war damals der Sendeplatz: Das ZDF zeigte die jetzt einstündigen Folgen auf seinem Krimiplatz am Freitag um 20.15 Uhr. Dort war das Publikum jedoch nur Derrick und Der Alte gewohnt. Somit wurden weitere Episoden ab 1984 sonntags nach dem Hauptabendprogramm gesendet. Die Serie wurde 1985 mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Bronze ausgezeichnet.
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Kottan ermittelt bei Euro Video auf 4 CDs wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »












