Illuminati: Interview mit Stellan Skarsgård

Das Team hinter dem weltweiten Phänomen THE DA VINCI CODE – SAKRILEG kehrt zurück mit der mit Hochspannung erwarteten Verfilmung von ILLUMINATI, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Dan Brown. Tom Hanks greift seine Rolle als Harvard-Professor Robert Langdon (TOM HANKS) wieder auf. Erneut findet der Experte für Kunstgeschichte und religiöse Symbolik heraus, dass altertümliche Mächte mit weit zurückliegenden Wurzeln vor nichts halt machen, noch nicht einmal vor Mord, um ihre Ziele zu verwirklichen.
Er entdeckt Beweise, dass die mächtigste Untergrundbewegung der Geschichte, ein uralter konspirativer Geheimbund, den man als “Die Illuminati” kennt, wiederauferstanden ist. Kurz darauf wird er damit konfrontiert, dass die katholische Kirche, der zutiefst verhasste Erzfeind der Illuminaten, einer tödlichen, existenzvernichtenden Bedrohung ausgesetzt ist.
Stellan Skarsgård ist ein schwedischer Schauspieler, den man sofort mit Lars von Trier in Verbindung bringt, da er in drei Filmen des Dänen mitspielte: „The Kingdom“, „Breaking the Waves“ und „Dogville“. Außerdem kennt man ihn aus seinen Rollen in „Jagd auf ’Roter Oktober’“, „Good will Hunting“, „Fluch der Karibik“ und „Mamma Mia!“.
In Illuminati spielt Stellan Skarsgård Commander Richter, Commandante Principale der Schweizergarde, der mit Kardinal Strauss (Armin Mueller-Stahl) zusammenarbeitet und ihn und die anderen Kardinäle beschützt.
Frage: Sie spielen Commander Richter, Commandante Principale der Schweizergarde. Wie schwierig war es, in die Rolle eines Mannes zu schlüpfen, für den der Glauben so wesentlich für den Job ist?
Stellan Skarsgård: Es ist eine interessante Kombination in der modernen Welt ein Polizist zu sein und in der anderen, der „alten“ Welt, die Traditionen der Schweizergarde und der Religion zu wahren. Ich bin nicht religiös, aber ich weiß, dass alle in der Schweizergarde sehr gläubig sein müssen und natürlich katholisch. Also habe ich mich entschieden, ihn als absolut sicher in religiösen und auch allen anderen Dingen darzustellen. Ich habe versucht, einen Mann ohne Zweifel zu spielen, das lässt ihn sehr stark aber auch etwas beängstigend wirken, wie solche Männer nun einmal erscheinen.
Frage: Waren Sie ein Fan von Dan Brown und seinen Romanen bevor Sie die Rolle annahmen?
Stellan Skarsgård: Ich hatte weder die Bücher gelesen noch „The Da Vinci Code – Sakrileg“ gesehen, bevor mir die Rolle angeboten wurde. Ich lese keine Krimis oder Thriller. Ich lese andere Sachen.
Frage: Hat Ihnen der Film „The Da Vinci Code – Sakrileg“ gefallen?
Stellan Skarsgård: „The Da Vinci Code – Sakrileg“ hat einige Schwierigkeiten, die Illuminati nicht hat. Er hat zum Beispiel eine sehr schwierige Geschichte, die nicht einfach zu erzählen war. Illuminati ist viel einfacher und geht sehr schnell voran, es tickt ja auch die ganze Zeit die Uhr, weil eine Bombe involviert ist.
Frage: Haben Sie eine Lieblingsszene in Illuminati?
Stellan Skarsgård: Am meisten Spaß hatte ich in der letzten Szene während eines Streits mit Ewan McGregor. Das hat Spaß gemacht, er ist ein sehr guter Schauspieler.
Frage: Sie haben im letzten ABBA-Film mitgespielt und nun spielen Sie in Illuminati. Wonach suchen Sie Ihre Rollen aus?
Stellan Skarsgård: Ich versuche Spaß zu haben und neue Herausforderungen zu finden. Ich hatte nie zuvor in einem Musical mitgespielt und ich wusste nicht, warum sie mich gefragt haben, denn ich bin kein Sänger oder Tänzer. Aber dann hat sich alles geändert und sie wollten keinen Sänger und Tänzer, sie wollten einen lustigen Kerl. Eigentlich wollten sie drei lustige Kerle. Sie wollten den Action-Helden Pierce Brosnan, den Frauen-Helden Colin Firth und den Independent-Film-Helden Stellan Skarsgård, und sie wollten dass sie alle blöd und lustig aussehen. Und sie hatten Erfolg.
Aber diesen Film wollte ich machen, weil ich unbedingt mit Ron Howard arbeiten wollte, da er ein großartiger Regisseur ist, der mit Schauspielern toll umgehen kann. Du kannst Rollen aus ganz unterschiedlichen Gründen aussuchen. Wenn du gerade einen sehr kleinen Film gedreht hast, der psychisch sehr anspruchsvoll war und im Dauerregen in Bratislava über Monate gedreht wurde, dann kann es durchaus sehr nett sein, nach LA zu fahren und etwas ganz anderes zu machen. Also versuche ich, ganz unterschiedliche Projekte zu machen. Leider bekommen nicht alle Filme die gleiche Aufmerksamkeit. Mir wird oft gesagt ‚Sie machen nur noch Hollywood Filme jetzt’, dabei mache ich eigentlich mehr Independent-Filme, die aber einfach weniger Aufmerksamkeit bekommen.
Frage: Glauben Sie, dass die Independent-Filme dadurch, dass Sie Hollywood-Filme machen, mehr Aufmerksamkeit bekommen?
Stellan Skarsgård: Es hilft, vor allem finanziell. Ich finanziere die Filme meist mit. Manchmal kommt mir der Verdacht, dass sie mich nur deshalb dabei haben möchten, aber nichtsdestotrotz ist es das wert, wenn es ein gutes Projekt ist. Aber es ist kompliziert und es wird immer schlimmer. Es wird immer schwieriger, Independent-Filme zu finanzieren, es ist schwieriger sie in Umlauf zu bringen und wenn du das schaffst, dann ist es schwieriger sie aus den Kinos wieder herauszubringen. Und ich glaube, es müssen letztendlich neue Wege gefunden werden, sie im Internet zu verbreiten, denn die Kinos zeigen mehr und mehr die großen Hollywood Produktionen.
Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen den Dreharbeiten für einen Hollywood-Film in Hollywood und den Dreharbeiten für einen Hollywood-Film in Europa?
Stellan Skarsgård: Normalerweise arbeitest du mit einer europäischen Crew, wenn du in Europa drehst, und die arbeitet ein wenig anders. Sie sind weniger hierarchisch aufgebaut. Aber davon abgesehen sind vor allem die Lebensumstände außerhalb des Sets unterschiedlich. In dieser Hinsicht wäre ich lieber in Rom!
Frage: Glauben Sie, europäische Schauspieler haben gute Chancen in Hollywood? Wie haben Sie den Durchbruch geschafft?
Stellan Skarsgård: Ich war darauf nicht aus. Sie sind auf mich zugekommen, was besser ist, weil du, wenn du dorthin gehst, um Karriere zu machen, in L.A. auf 50.000 arbeitslose Schauspieler triffst, die genau das auch versuchen. Ich habe einen Schauspieler getroffen, der Erfolg am Broadway hatte, der hat es in L.A. nicht einmal geschafft einen Agenten zu finden. Es ist sehr schwierig da draußen, eigentlich sind die europäischen Schauspieler besser ausgebildet, da sie am Theater lernen, was ein Vorteil sein kann. Aber es kann auch ein Nachteil sein, wenn du denkst, dass du vor der Kamera genauso wie auf der Bühne schauspielern kannst. Es ist eine Kombination aus Talent und dem großen Glück, dass dir tolle Rollen angeboten werden, in denen du dein Talent zeigen kannst.
Frage: Sie kennen Tom Hanks sicher schon als den ausführenden Produzenten von „Mamma Mia!“ Was ist das Besondere an ihm?
Stellan Skarsgård: Er ist genauso wie man denkt, er ist sehr klug, sehr lustig, sehr großzügig und positiv und er hilft, zusammen mit dem Regisseur, eine sehr kreative aber gleichzeitig auch konzentrierte Stimmung am Set zu schaffen.
Frage: Würden Sie gern einmal Regie führen, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Stellan Skarsgård: Ich habe keine Geduld. Manchmal fühle ich mich wie ein Regisseur, weil ich über mein Leben Regie führe. Aber ich habe nicht die Ausdauer, jahrelang an einem Projekt zu arbeiten, wenn ich als Schauspieler vier Filme in einem Jahr machen kann. Und ich weiß nicht, ob ich ein guter Regisseur wäre, es ist eine Sache zu wissen, wie es funktioniert, das ist einfach zu lernen, aber sich selbst auszudrücken durch die Regie, das ist sehr schwer.
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