Jutta Speidel über ihre Rolle als Friederike Heise
“Analytisch, professionell, aber mit Flipflops in der Handtasche”
DigitalVD.de. Frau Speidel, Sie spielen in der neuen ZDF-Miniserie “Donna Roma“ die Kommissarin und Fallanalytikerin Friederike Heise, die aufgrund einer Überschneidung bei spektakulären Mordfällen in Berlin und Rom von den italienischen Kollegen wegen ihrer besonderen Fähig¬keiten als Kriminalistin zur Unterstützung angefordert wird. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Jutta Speidel: In erster Linie habe ich versucht, ihr einen Namen und eine Biografie zu geben. Friederike Heise arbeitet als Freelancer und ist in ganz Eu¬ropa unterwegs. Im Privatleben ist sie sehr chaotisch, sucht immer ihre Brille und leert ihre Handtasche immer und überall aus, um ihre Brille oder ihr Handy zu finden. Aber sie ist auch ein richtiges “Weib” mit hohen Hacken, die gleichzeitig immer ihre Flipflops in der Handta¬sche dabei hat. Im Beruf dagegen ist sie ein stark analytischer Mensch, mit einer großen Spiritualität und Professionalität.
DigitalVD.de. Mit “Donna Roma” vollziehen Sie erneut einen Image-Wechsel. Wollten Sie immer schon mal gerne eine Kommissarin spielen?
Jutta Speidel: Schon ewig! Ich habe mich 20 Jahre darüber aufgeregt, dass alle Kommissare Männer waren. Seinerzeit habe ich einem Produzenten vorgeschlagen, wie es mit einer Frau wäre, da hat er mich nur ausge¬lacht. Ein Jahr später gab es die erste weibliche Kommissarin im deut¬schen Fernsehen. Mittlerweile gibt es viele Fernseh-Kommissarinnen, da wollte ich mich nicht einfach einreihen. Eine Profilerin, die im Ausland ermittelt, das ist etwas Neues, das hat mich gereizt.
DigitalVD.de. Wie würden Sie Friederike Heise charakterisieren? Kommt sie Ihnen als Persönlichkeit sehr nahe?
Jutta Speidel: Nein, natürlich ist in ihr wie in allen meinen Rollen ein Schuss Jutta –sie hat sehr viel Humor und ist sehr liebenswert. Aber auf der anderen Seite ist sie auch knallhart in ihrer Art, in der sie ihre Fälle löst – und sehr distanziert.
DigitalVD.de. Was ist das Besondere an den Mordfällen, die Friederike Heise gemeinsam mit dem italienischen Kriminalteam um Luca Barba¬reschi alias Kommissar Marcello Pascarella und Bruno Maccallini alias Franco aufklärt?
Jutta Speidel: Man ruft ja erst nach einer Profilerin, wenn ein Fall unlösbar erscheint. Die Fälle sind sehr mysteriös und auch besonders gruselig. Also es geht nicht nur um den klassischen Fall “Leiche ohne Mörder”. Bei¬spielsweise gibt es den Fall, in dem der Mörder – ein besonders gefährlicher Serienkiller – eigentlich keiner sein kann, weil der Betref¬fende bereits im Gefängnis sitzt, da Friederike ihn in ihrem ersten Fall hinter Gitter gebracht hat.
DigitalVD.de. Aufgrund welcher besonderer kriminalistischer Fähigkeiten hat Friederike Heise häufig den richtigen Riecher, während ihre Kol¬legen noch im Dunklen tappen?
Jutta Speidel: Sie ist sehr spirituell, das heißt sie setzt alle ihre Sinne ein.
DigitalVD.de. Schon in der zweiten Folge von “Donna Roma” beschließt Friede¬rike Heise, aus verschiedenen Gründen dauerhaft nach Rom zu ziehen. Privat leben Sie bereits zum Teil dort. Was ist das Be¬sondere dieser Stadt für Sie?
Jutta Speidel: Rom ist auf alle Fälle etwas anderes als alle Städte auf der Welt! Auf der einen Seite sehr chaotisch, auf der anderen Seite diese unendli¬che Schönheit. Es ist eine Stadt der Gegensätze, wo sich das heutige Leben mit einer 2000 Jahre alten Kultur mischt. Es ist immer noch wie in der Zeit der Gladiatoren, pane et circenses – Brot und Spiele – Gewalt und Lieblichkeit – so ist Rom in seiner ganzen Art.
DigitalVD.de. In “Donna Roma” stehen Sie zum zweiten Mal mit ihrem Lebens-partner Bruno Maccallini gemeinsam vor der Kamera. Noch dazu an ihrem gemeinsamen Wohnort Rom. Ist das nicht ein Heimspiel für Sie?
Jutta Speidel: Ich habe Rom erst richtig kennen gelernt durch die Dreharbeiten zu “Donna Roma”, ein Heimspiel würde ich das also nicht nennen.
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Jutta Speidel über ihre Rolle als Friederike Heise wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













