Serienkiller Jigsaw in Saw 3 – wir sprachen mit Darren Lynn Bousman
Es ist wieder soweit, und es ist wieder nicht unumstritten: Der spaßig-quälfreudige Serienkiller Jigsaw (Tobin Bell, In the Line of Fire)) ist einfach nicht zu erledigen, die Polizei kann ihn einfach nicht schnappen. Doch eine schwere Krebserkrankung macht dem Berufssadisten schwer zu schaffen. Deshalb hat er sich auch rechtzeitig um eine würdeige Nachfolge bemüht. Die ehemalige Drogensüchtige Amanda (Shawnee Smith) ist Jigsaws gelehrige Schülerin. Ihre Reifeprüfung steht ins Haus, und die Ärztin Dr. Lynn Denlon (Bahar Soomekh) bekommt dies seelisch schmerzhaft zu spüren. Sie wird gekidnappt, um in Jigsaws Labor den Ulta-Psychopathen am kärglichen Leben zu erhalten. Als kleinen persönlichen Anreiz bekommt sie eine dekorative wie explosive Halskrause umgelegt, die in direkter Verbindung mit Jigsaws Herzschlag reagiert: Im Falle seines Ablebens, wird synchron dazu die schöne Frau Dr. explosiv enthauptet…
Keine Frage, zählt dieses dritte Sequel zur härtesten und unerträglichsten Folge der Killing-Parcour-Serie. Medienwissenschaftler werden wieder mit ihren Studenten die mediale Gewaltdarstellung und ihre Auswirkungen bis zum Erbrechen ausdiskutieren. Gerade in einer Zeit, in der Schüler mal eben schwer bewaffnet nicht nur in den USA Amok laufen….
Mit Darren Lynn Bousman sprach DigitalVD.de in München:
DigitalVD.de: Wieso unbedingt ein dritter Teil?
Bousman: Weil die ersten 2 weltweit Erfolg haben, eine mondiale feste und treue Fan-Gemeinde haben. Der Unterschied besteht darin, dass es nun in den Mainstream-Bereich gegangen ist. Im Gegenteil, zwei weitere Saw –Folgen sind bereits in der Planung. Warum auch nicht? Denken sie nur einmal an die „Rocky“ – Serie.
DigitalVD.de: Also geht es nur ums Geld, und die Kuh wird bis zur Trockenheit gemolken?
Bousman: Na ja, ganz so schlimm würde ich es aber nicht betrachten, Sie sehen ja, mit wie viel Sorgfalt und Enthusiasmus gerade dieser 3. Teil gedreht wurde. Das macht auch irgendwie Spaß, sich in immer neueren, schrägen Ideen zu verlieren. Geld das brauchen wir doch letztlich alle, oder? Und das habe ich schmerzhaft beim Dreh selber erfahren müssen.
DigitalVD.de: Wieso?
Bousman: Weil wieder einmal ein sehr schmales Budget hatten: Die Location war auf Kuba in einer verrotteten und verlassenen Fleischfabrik, und wir haben den gesamten Dreh in gut zwei Wochen hinter uns bringen müssen, mit allem Drum und Dran. Das bedeutete natürlich Stress rund um die Uhr. Und dafür kann sich meiner Meinung nach das Setting mehr als sehen lassen. Das war eine riesige Bastel- und Installationsarbeit, alleine diese hundsgemeinen Maschinerien und Accessoires noch pünktlich hinzubekommen.
DigitalVD.de: Ja, dass muß man freimütig zugeben; anscheinend waren die Schauspieler auch sehr diszipliniert…
Bousman: Genau, allein Tobin Bell und die anderen zwei Hauptdarsteller. Sie können mir glauben, das war kein einfacher Dreh, um im Fun-Ambiente einen Film zu drehen. Denken Sie nur einmal an den Richter im Trog, der in präzisen Abständen von Schweine-Innereien übergossen wird. Klar, die waren nicht echt, aber da muß man ja schon beim Hinschauen kotzen. Und Tobin Bell war der intensivste von allen, der sieht schon so hundsgemein aus, ist einer der nettesten Typen, die ich jemals getroffen habe; ein lieber Familienvater, der im Vorstand des Jugendbaseball-Vereines seines Sohnes sitzt. Ohne die Spielfreude meines Teams wäre Saw 3 nie so intensiv zustande gekommen….
DigitalVD.de: Intensiv, ja gut, aber ist die bestialische Quälerei nicht zu intensiv?
Bousman: Das muß ich natürlich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Film reagiert ja immer auf die Bedürfnisse seiner Kundschaft. Denken Sie mal an „Caligari“ oder „Henry-Portrait of a Serial Killer“: Das hat es immer schon im Film gegeben und wird auch so für ewig bleiben. Man kann damit auch Frust abbauen, Aggressionen mindern, wenn das Sichten vernünftig ausgeglichen wird. Außerdem gibt es ja noch die Altersfreigaben und den Jugendschutz.
DigitalVD.de: Und warum werden dann die Kids immer gewalttätiger und skrupelloser? Da gibt es doch die verfestigten Animationsthesen…
Bousman: Ja klar, ich bin mir aber sicher, dass nicht dass nicht Kino und Video dafür zu verantworten sind, sondern vielmehr diese Brutalo-Games ohne Grenzen; die Erfahrung hat gezeigt, dass die jugendlichen Gewalttäter fast immer auch sehr intensiver Baller-Gamer waren. Das sind die potentiellen Mörder und Amokläufer. Wenn ein Jungendlicher so durchdreht, dann hat das zum größten Teil immer familiäre Ursachen gehabt, denn da stimmte es meistens schon nicht. Die kaputte Familie ist die Ursache für kaputtes Fehlverhalten der Kids.
DigitalVD.de: Was planen Sie als nächstes?
Bousman: Sie werden es mir nicht glauben, aber ein Musical über den Irak. Ich wollte immer schon ein solches Genre filmisch versuchen. Und Musical in Verbindung mit dem Irak, da ist es unschwer vorstellbar, dass es eine ziemliche groteske und durchgeknallte Sache wird. Ich freue mich schon darauf!
Serienkiller Jigsaw in Saw 3 – wir sprachen mit Darren Lynn Bousman wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »










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Dienstag, 20 November 2007 @ 11:11am
SAW IV am 07. Februar 2008 | DigitalVD.de - Kino, Filme und Fakten zu dem Thema:
[...] DigitalVD.de im Interview mit dem Regisseur [...]
Freitag, 21 Dezember 2007 @ 10:03am
Imke zu dem Thema:
Ich würde nicht die ganze Schuld auf die PC-Spiele schieben, denn wie gesagt haben die potentiellen Amokläufer schon vorher Probleme im sozialen Umfeld. Also sind die Spiele da eher Auslöser und ich denke, genau das gleiche können Filme wie SAW auch sein.
Meine Schwester zum Beispiel antwortete mir auf die Frage, warum sie SAW sehen möchte: “Das ist das einzige was mich noch etwas schocken kann. Manchen gefällt es halt Leuten beim sterben zu zusehen.”
Ist es dann nicht möglich, dass es Menschen gibt die so abgestumpft sind, dass sie dieses “Bedürfnisses” im wahren Leben ausüben?
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Amokläufe nur der Anfang sind und wir in Zukunft es eher vermehrt mit Szenarien, wie in SAW dargestellt, zu tun bekommen.
Sonntag, 25 Januar 2009 @ 2:36pm