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Teenie-Star Drew Tyler Bell über das Schöne und Schwierige

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Teenie-Star Drew Tyler Bell über das Schöne und Schwierige

Die bekannte US-Seifenoper „Reich und Schön“ feiert ihren 20.Geburtstag: Teenie-Star Drew Tyler Bell über das Schöne und Schwierige, ein Soap-Schauspieler zu sein: „Auch Seriendarsteller haben ein gutes Ansehen in Hollywood“.

Im März feierte die US-Seifenoper “Reich und Schön” (“The Bold and the Beautiful”) ihren 20. Geburtstag. Anläßlich dieses Jubiläums traf sich Ricore Text in München mir dem 21-jährigen Jungmimen und Teenie-Schwarm Drew Tyler Bell, alias Thomas Forrester. Ihm verhalf die erfolgreiche Daily Soap zum hoffnungsvollen Karrierestart. Sein Kinofilmdebüt zelebrierte Bell jedoch im gegenteiligen Jargon. Das Horror-Movie “Jeepers Creepers 2″ war seine erste größere Filmrolle.

DigitalVD.de: Herr Bell, wie kommt man eigentlich zu einer solchen Soap?

Drew Tyler Bell: Als ich 15 war, siedelte ich nach L.A. um, um irgendwie im Filmbusiness Fuß zu fassen. Das war am Anfang gar nicht so einfach, ich tingelte von Show zu Show, versuchte mich auch als Tänzer und Musiker. Dann aber hatte ich glücklicherweise durch meine Agentur die Casting-Möglichkeit, in der Serie mitzuspielen. Zuerst dachte ich mir, besser als nichts und mußte die übliche Prozedur durchlaufen; das hieß vor verschiedenen Regisseuren und Produzenten die Rolle vortragen. Schließlich entschied man sich für mich. Das war sehr gut, weil es sich um einen längerfristigen Job handelte. Vorher hatte ich nur so kleinere Zwischendurch-Projekte

DigitalVD.de: Mögen sie selbst überhaupt Soaps?

Drew Tyler Bell: Natürlich! In Amerika gehören Serien und gerade Soaps zum Leben wie das tägliche Brot auf dem Teller. Damit wird jeder groß, ich habe schon als Kind neben Zeichentrick-Filme auch Soaps gerne gesehen. Und als ich dann selbst mitmachte, waren meine anfänglichen Ängste und Bedenken schnell verflogen. Zudem war mir schnell bewußt, wie wichtig und wieviel Show um solche Soaps gemacht werden. Da gibt es bei uns richtige Communities, in denen jeder jeden kennt. Diese Soaps laufen ja über Jahre hinweg und begleiten die Menschen ein Leben lang. Der einfache Mann von der Straße hat auch eher die Gelegenheit, „seine“ Soap-Stars“ bei diesen Events kennenzulernen. Die sind nicht so hart abgeschottet wie die „Kinostars“.

DigitalVD.de: Wo liegt für Sie der gravierende Unterschied zwischen Soaps und „normalen“ Filmen?

Drew Tyler Bell: Es ist alles ein wenig persönlicher, herzlicher, das Team ist nach geraumer Zeit aufeinander eingespielt. Bei Dreharbeiten zu Kinofilmen trifft sich die Crew nur eine sehr begrenzte Zeit, nur einige Wochen und Monate, dann gibt es den Schnitt, und eine völlig neue Mannschaft findet sich wieder zum nächsten Dreh zusammen. Wir haben eine Kontinuität, und glauben Sie ja nicht, daß die Arbeit einfacher ist; da wird Folge für Folge ebenso nach dem bestimmten Zeitplan abgekurbelt, und da muß auch alles sitzen. Für Soap-Schauspieler sind 15-Stunden-Tage keine Seltenheit.

DigitalVD.de: Werden Sie denn als Soap-Darsteller in der Branche nicht eher belächelt?

Drew Tyler Bell: Keineswegs, das war einmal, sie werden mittlerweile genauso ernst genommen wie die Leinwandschauspieler. Die Grenzen sind mittlerweile fließender geworden. In den Serien wirken auch immer mehr Kinostars mit, weil es eine sichere Bank ist und hier ein Millionen-Publikum erreicht wird. Daher ist der Respekt ziemlich stark vorhanden.

DigitalVD.de: Warum genau?

Drew Tyler Bell: Wir müssen eine Unmenge an Dialogen lernen, und das im schnelleren Tempo. Von Folge zu Folge. Da gibst es keine wochenlangen Pausen dazwischen. Da grüßt wirklich täglich das Murmeltier mit einer Seitenzahl von 20 bis 25. Das ist eine Menge Arbeit. Für das Kino reicht es manchmal, nur eine Seite Text pro Tag zu lernen. Das ist der entscheidende Unterschied. Und ich bin sogar so frech zu behaupten, daß viele Kinoschauspieler das gar nicht könnten.

DigitalVD.de: Woher diese Sicherheit, bekommen Sie genug Feedback?

Drew Tyler Bell: Absolut, wir haben sehr viele Fans, nicht nur die Generation der 40-60 jährigen TV-Zuschauer, sondern ganz junge Leute, die total darauf abfahren. Oft, das muß ich zugeben, haben sie sich von deren Eltern anstecken lassen. Für mich aber war das natürlich ein sehr schönes Arbeiten, gefestigt zu sein von den Fans einer sehr breiten Altersschicht. Da macht das Arbeiten natürlich noch mehr Spaß.

DigitalVD.de: Was denken Sie, macht den Fans denn solch eine Freude an „Reich und Schön?“

Drew Tyler Bell: Ich denke, daß die Serie den amerikanischen Urtraum von Wohlstand und Sicherheit bebildert, gleichzeitig aber auch thematisiert, daß die Reichen ebenso viele Probleme haben wie die Normalsterblichen. Da herrscht eine gewisse Identifikation und auch Legitimation. Hinzu kommt, es spielt sich alles noch im Bereich des Normalen, Verständlichen ab, die Welt der Reichen und Schönen ist glaubwürdig, trotz allem. Wichtig ist noch, daß die Zuschauer nicht verschreckt und verängstigt werden durch depressive Dramen oder blutige Horror-Schocker. Diese Welt ist noch einigermaßen intakt, und sie lenkt von den alltäglichen Sorgen trotzdem ab.

DigitalVD.de: Bleiben Sie dann dabei?

Drew Tyler Bell: Ich denke für die nächste Zeit ja, es macht mir noch riesigen Spaß, und die Konkurrenz auf dem Filmmarkt ist größer und aggressiver geworden. Natürlich würde ich dann, wenn es so weit sein sollte, gerne einmal etwas anderes spielen, zum Beispiel in einem guten Actionfilm. Ich liebe genauso „Spider Man“ und „Gladiator“ wie jeder andere Filmfan auch.

DigitalVD.de: Warum denn gerade Actionfilme?

Drew Tyler Bell: Weil die am unterhaltsamsten und effektivsten sind. Man kann sich berieseln lassen und gleichzeitig Spannungen abbauen. Außerdem beeindrucken diese Filme von der Technik her am meisten. Was da alles perfekt zusammenspielen muß: Um eine gute Action-Sequenz zu erhalten, ist enorm viel Präzision notwendig.

DigitalVD.de: Welchen Schauspieler finden Sie den enorm?

Drew Tyler Bell: Ich habe, wie jeder andere, auch meine Lieblingsschauspieler und Idole, da ist Russell Crowe wegen seiner Präsenz, Mel Gibson, weil er so dickköpfig und eigen ist, aber auch Denzel Washington. Der hat für mich die gute Ausstrahlung, Charakter, Sympathie und Wandlungsfähigkeit. Einfach ein guter Typ. Aber da gibt es ja so viele, denken Sie nur an Paul Newman, Clint Eastwood und Robert Redford.

DigitalVD.de: Empfinden Sie immer noch die Konkurrenz zwischen Kino und TV?

Drew Tyler Bell: Natürlich ist Kino immer noch unangefochtene Spielwiese und Plattform der ganz Großen und Guten, eben der „richtigen“ Stars. Die Grenzen werden jedoch immer lockerer, denn das TV mit all seiner tollen Technik und Verfügbarkeit immer wichtiger, wie das Internet dem Print immer mehr Klientel wegnimmt. Hollywood bedeutet für mich mittlerweile beides, es gibt keine verfeindeten Lager mehr, die Leinwand lacht nicht mehr über den Fernseher. Da ist zum einer der wirtschaftliche Einbruch der amerikanischen Kinos und das immer abwechslungsreichere TV-Programm. Gerade die Technik ermöglicht, dass Kino für Zuhause. Große Bildschirme, hochtechnisierte Dolby-Surround-Anlagen. Das Kino wird für die normal verdienende US-Familie auch zu teuer.

DigitalVD.de: Was interessiert Sie dann am meisten?

Drew Tyler Bell: Beides. Ich finde, man soll beide Bereiche einmal erfahren haben, dann ist man erst gereifter. Am liebsten würde ich in einem guten Action-Film mitwirken. Das ist mein Favorit. Für wie lange, kann ich nicht sagen, aber probieren will ich das mit aller Gewalt. Ich bin noch sehr jung und voller Elan, Schießereien, Schlägereien, und Autojagden, das wäre jetzt genau mein Ding. Das würde mir riesigen Spaß machen. Mal sehen, vielleicht habe ich ja bald die Gelegenheit. Es steht mir mit meinen 21 Jahren ja noch soviel offen, oder? Im Grunde bin ich für jede filmische „Schandtat“ zu haben.

DigitalVD.de: Auch für, sagen wir mal, anspruchsvollere Produktionen?

Drew Tyler Bell: Das ist momentan schwierig zu beantworten, vielleicht bin ich noch zu jung dazu, noch nicht reif, aber mitmachen würde ich auch. Obwohl es natürlich wesentlich angenehmer ist, im gut finanzierten Blockbuster mitzumischen. Wenn darüber ein finanzstarkes Studio die schützende Hand hält, ist jedes Filmprojekt natürlich einfacher. Hinzu kommt, daß der Film dann international, in vielleicht über hundert Länder gespielt wird, während die kleineren Produktionen über die paar Stadtkinos nicht hinauskommen. Das ist zwar schlimm, weil es auch immer sehr gute, vor allem engagierte Indipendent-Produktionen gibt. Aber so ist das eben.

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