BAL im Wettbewerb auf der Berlinale
BAL (Honig) ist der letzte Teil der ‚Yusuf-Trilogie’, in der Semih Kaplanoglu – rückwärts erzählend – das Leben eines Dichters beschreibt, der trotz aller Widerstände seinen eigenen Weg geht. „Yumurta“ (Egg), 2007 in Cannes uraufgeführt, beschreibt die Rückkehr des mittlerweile erfolgreichen Dichters Yusuf in sein Heimatdorf, um am Begräbnis seiner Mutter teilzunehmen. Der mittlere Teil ‚Süt’ (Milch), 2008 uraufgeführt im Wettbewerb von Venedig und seit Januar diesen Jahres in den deutschen Kinos, handelt von Yusufs Jugendjahren.
In BAL nun schildert Kaplanoglu die frühen Kindheitsjahre, die Yusuf mit seinen Eltern in einer entlegenen Bergregion verbringt. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist tiefgehend und sehr eng. Oft begleitet Yusuf seinen Vater Yakup in die umliegenden Wälder, wo dieser wilden Honig sammelt. Die Ausbeute wird zunehmend weniger, so dass Yakup sich auf die Suche nach besseren Plätzen für seine Bienenvölker macht, weiter entfernt, in den Bergen. Tagelang warten Yusuf und seine Mutter auf die Rückkehr des Vaters. Vergeblich. Als die Sehnsucht, Angst und Sorge zu groß werden, nimmt der Junge all seinen Mut zusammen, geht tief in den Wald hinein und sucht nach seinem Vater. Eine Reise ins Ungewisse.
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Semih Kaplanoglu, der von der internationalen Kritik wahlweise als legitimer Nachfolger des türkischen Meisterregisseurs Yilmaz Günay oder als Wiedergänger des russischen Ausnahmeregisseurs Andrej Tarkowski bezeichnet wird, schuf mit BAL einen Film in betörend ruhiger Erzählweise und poetischer Bildsprache.
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