BULLHEAD – ein Film von Michael R. Roskam
Dem jungen Limburger Rinderzüchter Jacky wird ein zwielichtiger Deal mit einem berüchtigten Hormonhändler angeboten. Er steht unter Druck, pumpt sich zudem selbst mit Testosteron auf. Bei ersten Verhandlungen trifft er auf den Polizeiinformanten Diederik, ein Freund aus vergangenen Tagen. Sie teilen ein verstörendes Ereignis aus ihrer Kindheit, das nun ein dunkles und fatales Ende heraufbeschwört.
Bullhead, der Debütfilm des Belgiers Michael R. Roskam, ist ein packender Film-noir-Krimi und eine klug inszenierte Tragödie über Freundschaft, die Willkür des Schicksals und Menschen, die zu Extremen getrieben werden.
Den inhaltlichen Hintergrund bildet ein reales Szenario: Die belgische Tierhormonmafia geriet schon mehrfach in die Schlagzeilen. Das Züchten von Rindern unter illegaler Gabe von Wachstumshormonen ist ein äußerst lukratives Geschäft, das mit großer Vehemenz und Gewalt verteidigt wird. BULLHEAD bleibt jedoch nicht Mafiafilm allein – die Analogie, die sich auftut (der Protagonist Jacky, der sich selbst mit Hormonspritzen versorgt), dient als Metapher für ein verlorenes Ich.
Die Brutalität des eigenen Lebenslaufs und unvorhergesehener Ereignisse machen BULLHEAD zu einem hochemotionalen Drama. Fragen nach Männlichkeit, Identität und die Themen Einsamkeit, Gender und die verschwimmenden Grenzen von körperlicher und emotionaler Gewalt werden vor einem kriminalistischen Hintergrund verhandelt.
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