Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?
Zwei Mitarbeitern eines Fitnessstudios fällt per Zufall eine CD mit geheimen Informationen des CIA in die Hände. Sie versuchen, den rechtmäßigen Besitzer zu erpressen. Dieser hat nicht nur seinen Job verloren, sondern auch Probleme mit seiner Frau, die ihn betrügt. Überbordendes von den Coen-Brüdern.
Nach ihrem sensationellen Zuschauer- und Kritikererfolg „No Country For Old Men“ haben sich die Coen-Brüder mal wieder einem etwas leichteren Stoff zugewandt und in „Burn After Reading“ diverse Genres miteinander verknüpft und eine Menge Humor aus dem Aufeinanderprallen der verschiedenen Stilrichtungen geschlagen. Angesiedelt ist die Geschichte in Washington in den dubiosen Kreisen der Staatssicherheit und der Geheimdienste. Der CIA-Mann, der die Ereignisse ins Rollen bringt, ist Osbourne Cox, der aufgrund eines Alkoholproblems versetzt werden soll, dann aber schon lieber komplett das Handtuch wirft. Er macht sich an das Schreiben seiner Memoiren, während seine Ehefrau Katie in den Armen ihres Liebhabers Harry über Scheidung nachdenkt. Harry wiederum ist ein Schwerenöter, der sich auch mit Linda vom Fitnessstudio „Hardbodies“ trifft, die wiederum über die CD mit den offensichtlich brisanten Informationen stolpert. Als sie mit ihrem einfältigen Kollegen Chad beschließt, aus dem Fund Kapital zu schlagen, damit sie ihre heiß ersehnten Schönheitsoperationen finanziert bekommt, überstürzen sich die Ereignisse, die bald nicht nur dem Geheimdienst Rätsel aufgeben.
Wieder einmal erweisen sich die überaus talentierten Regiebrüder Joel und Ethan Coen als exzellente Schauspielführer. Ihr Ensemble ist bestückt mit großen Stars, die mitunter schon in anderen Werken des Duos aufgetreten sind, mit profilierten Charakterdarstellern und Neuzugängen, die sich verlustfrei in die Riege integrieren. Insbesondere Brad Pitt, dessen komische Rollen bislang noch eher Seltenheit blieben, hat einige der grandiosesten Lacher auf seiner Seite. Ohne mit der Wimper zu zucken nimmt man dem Mittvierziger die Rolle des jugendlichen Fitnesstrainers ab, der voll und ganz im Sport aufgeht und mit seiner Aufgabe als Spion hoffnungslos überfordert ist. Die anderen Hauptrollen sind mit den Coen-Veteranen Frances McDormand, George Clooney und John Malkovich exzellent besetzt, doch die besten Lacher können einige der Nebenrollendarsteller für sich verbuchen, denn wie bei so vielen Coen-Filmen liegen die wahren Perlen im Detail. Miniaturen, die im Hintergrund ablaufen oder mit der eigentlichen Handlung nicht viel zu tun haben, aber für die anhaltend gute Laune verantwortlich sind, die der Film versprüht. In diesem Fall sind es die CIA-Chefs David Rasche und J.K. Simmons, die in ihrer Verwunderung aufs Höchste amüsieren, oder der verständnisvolle Schönheitschirurg Jeffrey DeMunn, den McDormand aufsucht, und ihr liebeskranker Vorgesetzter im Studio, Richard Jenkins.
USA 2008 (Burn After Reading) Regie und Buch: Joel und Ethan Coen. Musik: Carter Burwell. Kamera: Emmanuel Lubezki. Schnitt: Roderick Jaynes. Produktion: Focus Features, Studiocanal, Relativity Media, Working Title. Mit: George Clooney, Frances McDormand, Brad Pitt, John Malkovich, Tilda Swinton, Richard Jenkins, J.K. Simmons, David Rasche. Tobis. 95 Min. Ab 2. Oktober 2008 im Kino.
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