Cadillac Records
Anfang der 1950er Jahre wird für zwei ganz unterschiedliche Männer in Chicago ein Lebenstraum wahr: Leonard Chess, ein polnischer Einwanderer (Adrien Brody), kann sich einen Club kaufen, in dem er Jazzmusik von schwarzen Künstlern spielen lässt. Einer von ihnen ist der ehemalige Farmarbeiter Muddy Waters (Jeffrey Wright), dem alsbald eine große Karriere bevorsteht. Leonard gründet das Aufnahmestudio Chess Records, in dem neben Waters auch bald andere Größen wie Little Walter, Howlin’ Wolf, Etta James und Chuck Berry ihre ersten Schritte unternehmen. Die Zeiten ändern sich, Rock’n’Roll-Musik kommt auf, die von Chess Records ebenso bedient werden kann. Aber es finden auch gesellschaftliche Umwälzungen statt, da man sich nach und nach nicht mehr mit der Segregation von Schwarzen und Weißen zufrieden geben will. Zudem spielen immer wieder private Probleme, Zwistigkeiten und Profilierungssüchte in den harmonischen Ablauf der Aufnahmesessions hinein.
Darnell Martin hat sich mit „Cadillac Records“ der wechselvollen Geschichte eines wichtigen amerikanischen Rock’n’Roll-Labels und seiner weltberühmten Stars angenommen. Diese durch und durch amerikanische Aufsteiger-Story bietet auch für ein deutsches Publikum ab der zweiten Hälfte genügend interessantes Material, wenn die Stars des Labels auch für hiesige Zuschauer bekannter werden und sich auch die Dramaturgie hochschraubt, weil mehr und mehr persönliche, gesellschaftspolitische und popkulturelle Umwälzungen die Handlung aufpeppen. Der Film selbst ist routiniert, aber einigermaßen einfallslos gestaltet. Man hat sich die nötige Mühe gegeben, um eine vergangene Ära wieder zum Leben zu erwecken, die Darstellerleistungen und musikalischen Darbietungen können sich auch durchweg sehen lassen. Doch ähnliche Biopics und Zeitgemälde hat man in den vergangenen Jahren schon zur Genüge gesehen und auf der künstlerischen Ebene kann Martins Film den Vorläufern nichts Eigenständiges hinzufügen. (3/6)
USA 2008. Regie und Buch: Darnell Martin. Musik: Terence Blanchard. Schnitt: Peter C. Frank. Kamera: Anastas Michos. Produktion: Parkwood Pictures, Sony Music Film. Mit: Adrien Brody, Jeffrey Wright, Gabrielle Union, Columbus Short, Cedric the Entertainer, Mos Def, Beyoncé Knowles. 109 Min. Sony ab 23.04.09.
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