Darjeeling Limited
Man liebt ihn, oder haßt ihn, diesen skurrilen Regisseur: Wes Anderson hat einen Wes-Anderson-Film geschaffen. Und das will etwas heißen, denn wie seine anderen Filme ist „The Darjeeling Limited“ skurril bis bizarr und sicherlich nicht Mainstream. Reduzierte filmische Mittel, lethargische Performances der Schauspieler, ein Schwelgen in Farben und Formen, dazu das Fehlen wirklicher Handlung und grotesker Witz: Das macht die genuine Originalität von Anderson aus. Ein großartiger Spaß und gleichzeitig selbstironischer Kommentar auf filmische und mythische Manierismen – wieder ein Meisterwerk von Wes Anderson.
Die ungleichen Brüder Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody) und Jack (Jason Schwartzman) habe sich bereits seit langem auseinander gelebt. Eine gemeinsame Zugreise durch Indien soll sie nun wieder vereinen. Bei ihrem spirituellen Trip kommen sie allerdings ziemlich schnell vom Kurs ab – unvorhersehbare Ereignisse rund um Giftschlangen, rezeptfreie Schmerzmittel, indischen Hustensaft und Pfefferspray stören die meditative Ruhe. Zuletzt finden sich die ungleichen Brüder schließlich völlig allein nur mit elf Koffern, einem Drucker und einem Laminiergerät mitten in der Wüste wieder. Und dies ist der Beginn eines völlig neuen Trips…
Ein verflucht anziehender Film, der sich einer genauen Genrebestimmung entzieht: Bisweilen kann ein Movie einfach nur pures Stimmungsbild sein. Oder ein undefinierbares Feeling von Freiheit, genährt von wunderschöner musikalischer Untermalung. Die harmonieren mit den epischen Kamerafahrten aus den tropischen und stark regligiös verbrämten Indien. Dort perfektioniert sich Wes Andersons „The Darjeeling Limited“ in ein bonbonbuntes Vexiergemälde. Ein Nimbus von filigraner Eleganz, spartanischer Einfachheit und manierierte Komplexität kommen zum Tragen. Der extraordinäre Streifen wurde in Indien gedreht. Seine Weltpremiere findet auf den am 29. August eröffneten Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2007 statt, an denen er als Wettbewerbs-beitrag teilnahm. Ende September 2007 wurde er auf dem New York Film Festival vorgeführt. Kurz darauf startete er in den US-amerikanischen kinos, während er hier in Deutschland zum 3. Januar 2008 erwartet wird. Es ist aber keine leichte Kinokost, und wer sich nicht auf Anderson einlässt, langweilt sich mit Sicherheit. Der Regisseur sagte, er habe einen Film in einem Zug drehen wollen, weil dieser sich fortbewege während die Geschichte vorwärts komme. Er habe bereits einen Film auf einem Schiff gedreht. Anderson besuchte bis zu den Dreharbeiten niemals Indien, er kannte jedoch das Land aus einigen Filmen, darunter jenen des indischen Filmautors Satyajit Ray.
Darjeeling Limited wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













