DER FALL CHODORKOWSKI: Premiere in New York, Festival in Moskau
„Um Filme zu machen“, sagte Russlands Premiereminister Wladimir Putin vor den Mitgliedern des „Rates für die Entwicklung der vaterländischen Filmkunst“ brauche es „Geld, Stabilität auf dem Filmmarkt, klare Entwicklungsperspektiven des Sektors – und natürlich Meinungsfreiheit“ zitiert SPIEGEL ONLINE am 22. November 2011 in einem Bericht über den Dokumentarfilm DER FALL CHODORKOWSKI des deutschen Regisseurs Cyril Tuschi, der seit dem 17. November in den deutschen Kinos zu sehen ist (www.farbfilm-verleih.de). In einem Text mit der Überschrift „Kremlkritiker aus Kinosälen verbannt“ bezieht sich SPIEGEL ONLINE auf Informationen der Moskauer Tageszeitung KOMMERSANT, die meldete, es haben 19 von 20 Kinos, die den Dokumentarfilm des Berliner Regisseurs ursprünglich zeigen wollten, den Film wieder aus dem Programm gestrichen.
Regisseur Cyril Tuschi hat diese Information inzwischen bestätigt, freut sich aber dennoch, dass sein Film über den Oligarchen Chodorkowski am Freitag, 2. Dezember, im Rahmen des ARTDOCFEST im Kino “Chudozhestwennyj” am Arbatskaya Platz in Moskau gezeigt wird – pünktlich zur Wahl der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) am 4. Dezember.
Regisseur Tuschi ist dabei – mit Freunden und Bodyguard.
Am 30. November fand in New York die US-Premiere des Films statt. „New York war ein großer Erfolg“ sagt Cyril Tusch. Anwesend waren die Mutter des inhaftierten Oligarchen, Lena Khodorkovskaya und sein Sohn Pavel Khodorkovsky sowie Leonid Nevzlin (Ex-YUKON-Manager) mit seiner Tochter.
Für die Moskauer Premiere wünscht Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Glück und schickte ein Grußwort an das Festival: „Ich bewundere den Mut des Regisseurs Cyril Tuschi, der nicht nur während der Dreharbeiten einige Schwierigkeiten zu meistern hatte. Selbst jetzt, wo es um die Ausstrahlung des Filmes in russischen Kinos geht, scheint es Akteure zu geben, die versuchen, Kinobetreiber und Festivalorganisatoren dahingehend zu beeinflussen, diesen Film wieder aus dem Programm zu nehmen. Wer hat hier Angst vor einer freien Presse und freien Kunst in Teilen Russlands? Dass Sie dennoch alle heute hier in russischen Kinosälen für die Premiere dieses beeindruckenden Films zusammen sitzen können und vermutlich in eine kontroverse Diskussion eintreten werden, spricht ein weiteres Mal für die Durchsetzungskraft von Cyril Tuschi und den Mut zivilgesellschaftlicher Akteure in Russland.“
Michail Chodorkowski schrieb Tuschi einen Brief aus dem Gefängnis, in dem er betont: „An dritter Stelle bedaure ich, dass ich keine Möglichkeit habe, persönlich über die künstlerischen Aspekte des Filmes DER FALL CHODORKOWSKI zu urteilen. (…) Für mich ist es wichtig, dass der Film anscheinend ein wahrheitsgetreues Gefühl der Situation wiedergibt.
Ich kann keine Prognosen über den Erfolg des Filmes machen. Obwohl ich gelesen habe, dass der Film in Deutschland, USA, Polen, Frankreich, Großbritannien und anderen Ländern volle Kinosäle sammelt.
Für mich persönlich ist es wichtig, dass Dank solcher Regisseure wie Ihnen und vielen anderen – Journalisten, Künstlern, Schriftstellern – auch acht Jahre nach meiner Verhaftung die Öffentlichkeit die Schicksale der “YUKOS”- Opfer verfolgt, sowohl der bekannten als auch jener, die nicht im Rampenlicht stehen.“
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten:
http://www.farbfilm-verleih.de
http://www.KHODORKOVSKY-FILM.com
Ähnliche Beiträge:
DER FALL CHODORKOWSKI: Premiere in New York, Festival in Moskau wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »













