DER GROSSE KATER und sein Autor Thomas Hürlimann
Thomas Hürlimann, 1950 in Zug in der Schweiz geboren, vielfach ausgezeichneter Romancier, Dramatiker und Essayist, veröffentlichte seinen Roman „Der große Kater“ 1998 – und sogleich entbrannten die Diskussionen über Wahrheit und Fiktion in dem Werk, war der autobiografische Bezug doch nicht von der Hand zu weisen: Der Vater des Autors, Hans Hürlimann, war selbst Bundespräsident der Schweiz und empfing 1979 das spanische Königspaar zu einem dreitägigen Staatsbesuch.
Welche Aspekte der Persönlichkeit Katers im Roman tatsächlich ihrem realen Vorbild entsprechen, hat Hürlimann immer offen gelassen. Entscheidend für ihn ist in „Der große Kater“ der Umgang des Menschen mit der Zeit: „Sowohl Kater als auch seinem Sohn läuft die Zeit davon. Kater versucht sie mit allen Mitteln zu kontrollieren, aber wir bilden uns nur ein, die Zeit beherrschen zu können. Zukunft und Vergangenheit bewegen sich rasend hin und her. In der Gegenwart zu sein, ist eine Kunst. Unser Hirn denkt voraus oder es erinnert sich, aber es liefert keine Live-Kommentare zum Jetzt.“
In der Verfilmung des Romans verkörpert Bruno Ganz, Ehrenpreisträger des diesjährigen Europäischen Filmpreises, den Bundespräsidenten – eine Rolle wie geschaffen für den großen Schweizer Schauspieler: „Bruno Ganz füllt diese Paraderolle des charismatischen aber von Ambivalenzen zerrissenen Politikers mit einmaliger Größe und Authentizität aus.“ (FBW)
Der grosse Kater
Die Umfragewerte sind im Keller. Die Bürger protestieren. Der Bundespräsident, genannt Kater (BRUNO GANZ), steht mit dem Rücken zur Wand. Ausgerechnet in dieser kritischen Situation spinnt sein Freund und politischer Weggefährte Dr. Stotzer (ULRICH TUKUR) eine hässliche Intrige gegen ihn, und selbst seine Frau (MARIE BÄUMER) sorgt beim Staatsempfang für einen Eklat. Am schwersten wiegt jedoch, dass Katers kleiner Sohn im Sterben liegt. Gefangen in den Zwängen seines Amtes scheint der verzweifelte Vater den Ereignissen hilflos ausgeliefert. Bis er sich auf seine frühere Stärke – seine Spielernatur – zurückbesinnt. Er setzt alles auf eine Karte und trifft im politischen Machtpoker eine ganz unerwartete Entscheidung.
In Fredi M. Murers VITUS verlieh Bruno Ganz als liebevoller Großvater dem Wunderkind Flügel. Mit eindrucksvoller Präsenz und Glaubhaftigkeit glänzt er nun in DER GROSSE KATER in der Rolle eines Schweizer Bundespräsidenten, der sich mit aller Kraft und List gegen die intriganten Pläne seiner Feinde wehrt. Die deutsch-schweizerische Co-Produktion wartet mit einem renommierten internationalen Cast auf. Neben Bruno Ganz spielen Marie Bäumer, Ulrich Tukur, Christiane Paul, Edgar Selge, Marek Kondrat, Justus von Dohnányi, Martin Rapold, Stefan Gubser, Walo Lüönd u.v.a.
DER GROSSE KATER basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Thomas Hürlimann, der heute mit Recht zu den bekanntesten Schriftstellern im deutschsprachigen Raum zählt. Sein 1998 erschienener Roman ist nach wie vor hochaktuell. Mit ein Grund, weshalb die filmische Umsetzung in die heutige Zeit übertragen wurde. Brisant ist der autobiografische Hintergrund. Thomas Hürlimanns Vater war selbst Bundesrat und empfing in seinem Präsidialjahr das spanische Königspaar zu einem Staatsbesuch. Im Januar 2010 wurde DER GROSSE KATER mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet; der Film trägt zudem das Prädikat „Besonders wertvoll“.
In der Gegenwart zu sein, ist eine Kunst“
Der Autor Thomas Hürlimann und sein Roman „Der große Kater“
„Ich kann so etwas Schönes nicht lesen, ohne dass bei mir die Frage aufwacht: Wie macht der das?“
Martin Walser über Thomas Hürlimanns „Der große Kater“
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