DUELL DER MAGIER – Jerry Bruckheimer im Interview
JERRY BRUCKHEIMER kann auf der großen Leinwand und im Fernsehen riesige Erfolge vorweisen. Die Einspielergebnisse seiner Filme und die Auszeichnungen, die ihnen und auch ihm selbst zuteilwurden, brachen Rekorde und werden in den Medien immer wieder diskutiert. Rechnet man die ganze Verwertungskette ein, haben Bruckheimers Filme weltweit über 15 Milliarden Dollar eingebracht. Zur eindrucksvollen Bilanz gehören 41 Oscar®-Nominierungen, sechs Oscars®, acht Grammy®-Nominierungen, fünf Grammys®, 23 Golden-Globe®-Nominierungen, vier Golden Globes®, 88 Emmy®-Nominierungen, 18 Emmys®, 23 Nominierungen für einen People’s Choice Award, 15 People’s Choice Awards, zwölf Nominierungen für Awards der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA), zwei BAFTA Awards, zahllose MTV Awards, darunter auch einen für „Beverly Hills Cop“ (1984) als „Bester Film des Jahrzehnts“, sowie schließlich 20 Teen Choice Awards.
Als Produzent betreute Jerry Bruckheimer unter anderem „Con Air“, „Armageddon – Das jüngste Gericht“ (1998), „Pearl Harbor“ (2001), „Black Hawk Down“ (2001), „Fluch der Karibik“ (2003) und seine Fortsetzungen, von denen die vierte mittlerweile in Dreh gegangen ist, „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und die erfolgreiche Fortsetzung sowie DUELL DER MAGIER (Kinostart: 02. September), den Jon Turteltaub mit Nicolas Cage, Jay Baruchel, Alfred Molina, Teresa Palmer und Monica Bellucci in den Hauptrollen inszenierte.
Was war die Inspiration für dieses Projekt, welchen Grund gab es, jetzt einen solchen Film zu machen?
Ich liebe moderne Geschichten mit einem magischen Element. DUELL DER MAGIER erweitert den traditionellen Film über Magie durch neue Komponenten, denn er beginnt in der Vergangenheit und schließt dann den Kreis in der Gegenwart.
Beschreiben Sie bitte die komplizierte Beziehung zwischen Balthazar Blake und Dave Stutler.
Balthazar hat viele Jahrhunderte nach seinem Zauberlehrling gesucht. Als er Dave schließlich findet, ist er frustriert, weil Dave so widerwillig ist. Dave will Wissenschaftler, kein Zauberer werden. Er wünscht sich nur, in seinem Labor arbeiten und Experimente durchführen zu können. Was er nicht will, ist, von Balthazar verfolgt und von ihm als wahrer Nachkomme Merlins bezeichnet zu werden. Im Verlauf des Films sieht man, wie sich die Beziehung der beiden entwickelt. Balthazar gibt Dave das Selbstvertrauen, das er braucht, um nicht nur ein großartiger Magier, sondern auch ein großartiger Mann zu werden.
Was kann der Zuschauer von diesem Film erwarten?
Ich denke, dass dieser Film etwas für die ganze Familie bietet und darin „Fluch der Karibik“ und seinen Fortsetzungen ähnlich ist. Man kann die Großmutter oder den sechsjährigen Bruder mit ins Kino nehmen – und beide werden ihren Spaß haben. In diesem Film steckt so viel Humor und Action. Er erzählt eine tolle Geschichte mit großartigen Schauspielern. Wenn man so wunderbare Darsteller wie Nicolas Cage, Jay Baruchel, Alfred Molina, Toby Kebbell und Monica Bellucci hat, liebt man es einfach, ihnen auf der Leinwand zuzusehen, weil man nie weiß, was sie vorhaben und zustande bringen. Sie sind alle sehr aufregend und unberechenbar.
Welche Qualitäten machen Nicolas Cage zu einem Schauspieler, der überall gefeiert wird und so gefragt ist?
Nic Cage gehört zu unseren großartigsten Schauspielern – und der Oscar® ist dafür der beste Beweis. Machen wir uns doch nichts vor. Er ist so vielseitig und hat wirklich sehr interessante Rollen gespielt. Er ist ein Künstler, der von kleinen Independentfilmen auf sehr kommerzielle Filme, die ein viel größeres Publikum erreichen, mühelos umschalten kann. Und beides macht er so gut, weil er seine Arbeit liebt. Ich hatte das Glück, bisher bei sieben Filmen mit ihm arbeiten zu können. Uns verbindet eine großartige Kameradschaft. Er ist ein sehr großzügiger und brillanter Mann.
Sie haben mit Nicolas Cage in der Hauptrolle eine Reihe von Blockblustern produziert, was bewundern Sie am meisten an diesem renommierten Schauspieler?
Ich bewundere seine Professionalität. Er ist immer vorbereitet und immer bereit. Er ist sehr wissbegierig und so belesen. Er studiert alles sehr intensiv und hat ein erstaunliches Wissen. Er kommt nicht nur zum Set und sagt dann, dass etwas nicht funktioniert. Stattdessen wird er sagen: Ich fühle mich nicht wohl damit, aber wie wäre es, wenn ich es auf diese Art versuchen würde? Als Filmemacher respektiert man solches Engagement sehr.
Warum ist Jay Baruchel die richtige Besetzung für die Schlüsselrolle des widerwilligen Zauberlehrlings?
Ich war schon immer ein Fan von Jay Baruchel. Wir haben ihn vor vielen Jahren in einer Fernsehserie besetzt. Jay ist nicht nur ein brillanter Schauspieler, sondern auch ein wunderbarer Komödiant. Er hat einen wunderbaren Humor und eine schrullige Art an sich – und beides, denke ich, werden die Zuschauer lieben.
Wie war die Zusammenarbeit mit der jungen australischen Darstellerin Teresa Palmer?
Teresa Palmer ist einfach eine wunderschöne junge Lady und eine wunderbare Schauspielerin. Sie in unserem Film zu haben, war ein großes Glück für uns. Es ist aufregend, wenn man die Fähigkeiten einer jungen Darstellerin inmitten einer so wunderbaren Besetzung herausstellen kann, der Nicolas Cage, Jay Baruchel und Alfred Molina angehören.
Warum entschieden Sie sich für Alfred Molina in der Rolle des Bösewichts Maxim Horvath?
Alfred hat großes komödiantisches Gespür. Er ist sehr schlitzohrig, und es ist immer interessant, ihm zuzuschauen. Man weiß nie, was genau er machen wird. Ihm fallen immer diese wunderbaren improvisierten Dialoge ein, die witzig und doch auch unheimlich sind. Großartig ist an Alfred, dass er einem gleichzeitig Angst einjagen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Sie haben jetzt ihren dritten Film mit Regisseur Jon Turteltaub produziert. Was ist Ihrer Meinung nach das Geheimnis dieser erfolgreichen Zusammenarbeit?
Jon ist ein wunderbarer Künstler und ein großartiger Geschichtenerzähler. Er weiß, wie man Charaktere entwickelt – und genau das erwartet man von einem Regisseur. Er ist Filmemacher durch und durch, und wir schätzen uns glücklich, mit ihm bereits bei „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und der ebenso erfolgreichen Fortsetzung zusammengearbeitet zu haben.
Können Sie uns einen ersten Einblick auf die verblüffenden Spezialeffekte des Films geben?
Es gibt da diese fantastische Parade in Chinatown, in deren Verlauf ein Umzugsdrachen lebendig wird. Außerdem haben wir diese erstaunliche Autoverfolgungsjagd über den Times Square, bei der Magier und Zauberer mit ihren Kräften ihre Autos verwandeln, so etwa einen Rolls- Royce Phantom Baujahr 1935 in einen Ferrari. In einer anderen Szene lässt Balthazar einen Chrom-Adler von der Fassade des Chrysler Building fliegen, und in einer weiteren wird die berühmte Skulptur des zum Angriff ansetzenden Bullen, die am Bowling Green Park steht, zum Leben erweckt. Das Team für die Spezialeffekte ist das beste in der Branche. John Nelson ist unser Visual Effects Supervisor, er wurde für „Gladiator“ (2000) mit dem Oscar® ausgezeichnet. Er kann Dinge zum Leben erwecken, die normalerweise nach nichts aussehen, durch seine Arbeit aber magisch werden. John Frazier ist unser Special Effects Coordinator. Er hat mit uns bereits bei „Pearl Harbor“ (2001), „Armageddon – Das jüngste Gericht” (1998) und „Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt“ (2007) zusammengearbeitet. Er ist ein Meister auf seinem Gebiet und hat für „Spider-Man 2“ (2004) den Oscar® bekommen. Wenn man genug Fantasie besitzt, wird John einen Weg finden, sie Realität werden zu lassen.
Würden Sie sich als Zauberlehrling oder als Zauberer beschreiben?
Ich fühle mich nie wie ein Zauberer, bin immer noch ein Zauberlehrling, versuche immer noch zu lernen, was ich hier mache. Wenn ich nicht jeden Tag etwas Neues lernen kann, ist es für mich nicht wirklich ein erfolgreicher Tag. Ich lerne von den großartigen Regisseuren, Autoren und Schauspielern, mit denen ich tagtäglich zusammenarbeite. Jeder Einzelne bringt eine unterschiedliche Perspektive mit, und das finde ich wunderbar. Es ist mir wichtig, talentierte Menschen um mich zu haben. Durch sie entwickelt sich die Magie, ich bringe sie nur zusammen.
Was bedeutet es, Produzent eines Films zu sein?
Der Regisseur bestimmt auf dem Set. Der Produzent macht möglich, was Regisseur, Schauspieler und die Crew brauchen. Er behält den Gesamtüberblick über den Film. Der Produzent stellt sicher, dass das Schiff den eingeschlagenen Kurs nicht verlässt. Manchmal fallen alle über einen her, aber grundsätzlich ist es die Aufgabe des Produzenten dafür zu sorgen, dass alles in Ordnung ist.
Sie sind ein preisgekrönter Produzent mit einer glanzvollen Karriere im Entertainmentgeschäft. Werden Sie trotz all dieser Erfolge noch nervös?
Ich bin immer nervös, will es immer besser machen. Ganz besonders nervös bin ich zum Start eines Films, weil ich nie wirklich weiß, wie die Zuschauer reagieren werden. Das Publikum weiß es, ich aber nicht. Meine größte Belohnung ist es, wenn sich das Publikum über das freut, was wir gemacht haben, wenn ich in den Gesichtern der Zuschauer sehen kann, wenn etwas wirklich funktioniert. Das ist aufregend, denn dann weiß man, dass man seinen Job richtig gemacht hat.
Was ist der Schlüssel für gutes Geschichtenerzählen?
Klarheit ist der Schlüssel. Klarheit ist die Magie. Ich glaube, das Schlimmste, was einem bei einem Film passieren kann, ist, wenn man sich zu seinem Kumpel hinüberbeugt und ihn fragt ‚Was ist da gerade passiert?’ An diesem Punkt ist alles vorbei, hat man verloren. Je klarer und verständlicher man seine Geschichte erzählt, desto wirkungsvoller wird sie sein.
Mit welchem Schauspieler konnten Sie bis jetzt noch nicht zusammenarbeiten?
Ich kann nicht mal anfangen, alle Schauspieler aufzulisten, die in diese Kategorie fallen. Das sind viel zu viele. Hoffentlich werden wir Stoffe und Rollen entwickeln, die sie dann machen wollen. Mit Jake Gyllenhaal zum Beispiel wollte ich schon lange zusammenarbeiten, und bei „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ (2010), der Ende Mai herauskam, hat es endlich geklappt.
Sehr wohl tue ich das. Was wir tun, das ist meiner Ansicht nach Magie. Wir machen aus Ideen, die in einer einzigen simplen Zeile zu Papier gebracht wurden, Filme, die um die Welt reisen und dort Menschen unterhalten. Für mich ist das Magie.
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