Immer ostwärts – Von Berlin nach Wladiwostok
Spannende Reisereportage des rbb-Fernsehens mit zwei Bonus-Filmen auf vier DVDs.
Die Öffnung des Eisernen Vorhangs und der Zusammenbruch der Sowjetunion liegen bereits 20 Jahre zurück. Dennoch ist von einem Wandel in vielen Regionen noch wenig zu spüren. Am besten lässt sich das bei einer Reise durch die ehemaligen Ostblockländern erfahren. Dabei gibt es viele Hindernisse zu überwinden, wobei die Visa noch das einfachste Problem darstellen. Einige rbb-Reporter haben es gewagt und über vier Monate lang eine abenteuerliche Reise über 13.000 Kilometer durch sieben Länder von Berlin bis Wladiwostok an der Pazifikküste unternommen. Ihr fünfteiliges Roadmovie „Immer ostwärts“ ist jetzt bei der rbb media GmbH auf DVD erschienen. Die beiden russischen Fahrer der Geländewagen sind staatlich verordnet und können gute Dolmetscherdienste leisten. Denn die gemeinsame russische Sprache ist eines der Relikte aus UdSSR-Zeiten, das Länder wie Ukraine, Kasachstan oder Mongolei noch gemeinsam haben. Auf der Reise begegnet man den unterschiedlichsten Menschen, die sich der Globalisierung nicht entziehen können, aber dennoch mit ihren Traditionen, Religionen und Bräuchen eine große Vielfalt bewahren. Der einst nivellierende Kommunismus und alte Grenzen sind verschwunden, dafür gibt es jetzt wenige steinreiche Nutznießer, viele arme Verlierer und selbstbewusste kleine Völker mit eigenen politischen Interessen. Immer wieder fallen die großen Kontraste zwischen Tradition und Moderne zwischen Stadt- und Landbevölkerung auf, etwa an so unterschiedlichen Orten wie der Metropole Kiew oder in einer Nomaden-Jurte in der endlosen mongolischen Steppe.
Der erste Teil führt vom Brandenburger Tor in Berlin, dem einstigen Symbol für eine in Ost und West gespaltene Welt, durch Polen, die Ukraine und Russland bis zur Wolga. In Polen mit gut ausgebauten gebührenpflichtigen Autobahnen wird Station im malerischen Zamosz gemacht, dem „Padua des Nordens“. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew darf erstmals ein fremdes Fernsehteam im legendären Antonow-Werk drehen und das größte Flugzeug der Welt, die AN 225, aus der Nähe betrachten. Das galizische Lemberg ist bekannt für seine Schokoladenfabrik, im russischen Kursk überrascht ein deutscher Friedhof mit Opfern der größten Panzerschlacht im Zweiten Weltkrieg.
Die zweite Folge erzählt Geschichten entlang der Strecke vom beschaulichen Saratow in Russland bis nach Astana, der modernen Hauptstadt Kasachstans. Der Verkehrsknotenpunkt Saratow an der Wolga mit zwei Universitäten war einst Hauptstadt der Wolgadeutschen. Die weltoffene Jugend prägt heute das Stadtbild. Nur gut 200 Kilometer ostwärts gibt es eine total veränderte Welt mit bäuerlichen Traditionen. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus füllen auch in Kasachstan die Religionen die ideologische Lücke. Viele neue Kirchen und Moscheen sind erbaut worden. In der „Goldenen Steppe“ erforscht ein deutscher Wissenschaftler das Verhalten der Saigas, einer seltenen Antilopenart.
Teil drei führt von der kasachischen Hauptstadt Astana nach Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Auf dieser Strecke gibt es wenig Städte, dafür aber wildromantische Berge und einsame Wüstensteppen. In einem Hirtendorf lernen die Reporter die herzliche Gastfreundschaft kennen. Im Osten Kasachstans wird ein radioaktiv verstrahltes Gelände passiert, wo die Sowjetarmee von 1949 bis 1989 etwa 500 Atombombentests machte. In den endlosen Wüstensteppen der Mongolei begegnet man lange Zeit keinem Menschen. In einer abgelegenen Siedlung möchte ein Lehrerehepaar die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Bei den Nomaden dürfen die rbb-Reporter beim Bau einer Jurte aus Filz, Holz und Leinwand mithelfen. Sie schützt als temporäre Wohnstätte gegen Wind und Hitze der Steppe. Auch buddhistische Mönche in einem Kloster aus dem 16. Jahrhundert werden besucht. Viele der Nomaden haben durch harte Winter und Viehsterben ihre Existenzgrundlage verloren und ziehen an den Stadtrand der Hauptstadt Ulan Bator.
Im vierten Teil geht die Reise von dieser Stadt zwischen Tradition und Moderne bis nach China. Im Zentrum sind Hochhäuser und sozialistische Plattenbauten, an den Rändern die Armenviertel mit den Jurten der Nomaden, die hier ihr Glück suchen. In der Steppe der östlichen Mongolei gelangt man am Fluss Onon zum Geburtsort von Dschingis Khan. Der Nordosten der Mongolei ist das Land der Geister und Dämonen. Hier wird das Team Zeuge einer geheimen Prozession von Schamanen.
Die letzte Etappe führt zunächst durch China mit viel Licht und Lärm im Gegensatz zur Mongolei. Das einstige Land der Mitte befindet sich im Auf- und Umbruch. Überall wird gebaut, Hochhäuser, Autobahnen oder Kraftwerke. Hier lernt das Team die unterschiedlichsten Menschen kennen, einen Ingenieur einer Baubrigade, eine Modefabrikantin, eine buddhistische Nonne, einen Ginseng-Experten oder einen Bienenzüchter im Dreiländereck von China, Nordkorea und Russland. Nach dem Grenzpunkt Hunchun ist das Ziel Wladiwostok bald erreicht. Die Stadt war zu Sowjet-Zeiten nur dem Militär vorbehalten. Heute entsteht dort eine über 130 Meter hohe Brücke als neues Wahrzeichen Russlands am Pazifik. Mit nur einer Autopanne, als ein Ölfilter ausgetauscht werden musste, hat die rbb-Mannschaft die 13.000 Kilometer geschafft und ist um viele Erfahrungen reicher.
Als Bonus enthält die DVD-Box zwei weitere interessante rbb-Reisereportagen vom „wilden Osten“, sodass insgesamt 400 Minuten geboten werden. „Der 24. Längengrad – Eine Reise durch Osteuropa“ (2004) zeigt Regionen entlang der östlichen Außengrenze der EU, in denen oft mangelnder Wohlstand der Menschen einem großen Reichtum an Geschichte, Kultur und Tradition gegenüber steht. Auf einer Wegstrecke von über 5000 Kilometern geht die Reise durch neun Länder von Estland bis Athen. Neben schönen Landschaften stehen ungewöhnliche Menschen und interessante Geschichten im Mittelpunkt der Reportage.
„Von Odessa nach Odessa – Eine Reise um das Schwarze Meer“ (2008) ist ein spannendes Roadmovie durch viele Länder und Kulturkreise. Vergangenheit und Gegenwart dieser Region zwischen Okzident und Orient werden lebendig dargestellt. Das Filmteam begegnet Tataren auf der Halbinsel Krim, Kosaken in der Umgebung von Krasnodar und christianisierte Georgier an den Ausläufern des Kaukasus. Das Entstehen neuer Teilrepubliken und das Unabhängigkeitsstreben der unterschiedlichen ethnischen Gruppen haben hier viele Probleme geschaffen. Nach der Passage der für Badeurlauber ungeeigneten türkischen Schwarzmeerküste geht es über die Metropole Istanbul, Bulgarien und Rumänien zurück nach Odessa. Die DVD-Box ist erhältlich bei www.rbb-online-shop.de oder im Handel.
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Immer ostwärts – Von Berlin nach Wladiwostok wurde bearbeitet von Johannes Kösegi • Permalink • Kommentar schreiben »












