Kreativer Tausendsassa: Regisseur Philip Ridley ist weit mehr als „nur“ ein Filmemacher
Gut Ding will Weile haben. Das könnte man zumindest meinen, wenn man sich die Entstehungsdaten der Filme des britischen Ausnahmeregisseurs Philip Ridley ansieht. Zwei Spielfilme Anfang und Mitte der 90er – und dann 15 Jahre Wartezeit bis zu „Heartless“.
Aber es ist nicht so, dass der Londoner in der Zwischenzeit die Seele baumeln lässt. Der Mann kann einfach zu viel – und das alles auf einem derart hohen Level, dass er praktisch ständig jede Menge zu tun hat. Ein Glück, dass er überhaupt noch Zeit zum Filmemachen findet.
Maler: Berühmt ist Ridley zunächst mal für seine Gemälde, die nicht nur in Europa, sondern auch in Asien gezeigt wurden. Kein Wunder, dass er weiß, wie man einen Pinsel richtig einsetzt – schließlich studierte er am Anfang seiner Karriere keineswegs Film, sondern stattdessen Malerei an der St. Martin’s School of Art. Die wunderbaren Einstellungen und Stimmungen in seinen cineastischen Werken zeugen davon, dass dies nicht die schlechteste Entscheidung war.
Schriftsteller: Doch nicht nur Bilder sind eine seiner Stärken, auch die Sprache hat es ihm angetan. Und so tritt er viel als Schriftsteller in Erscheinung, als Poet, Verfasser von Bühnenstücken, von Kinderbüchern. Auch die Drehbücher für seine Filme schreibt er selbst – alles andere hätte wohl auch verwundert.
Fotograf: Als Fotograf ist Ridley ebenfalls unterwegs, unter anderem hat er Cover-Fotos für Bücher kreiert. Regelmäßig stellt er seine Werke aus, die häufig Portraits seiner Freunde oder Impressionen von East London zeigen – die beiden Themen, auf die er sich mit Vorliebe fotografisch konzentriert.
Regisseur: Fast hätte man es angesichts der Fülle kreativer Tätigkeiten schon wieder vergessen, aber Filmemacher ist Ridley eben auch noch. Ein mit Preisen hochdekorierter noch dazu. Ein Kurzfilm von ihm, „The Universe of Dermot Finn“, wurde offiziell für das berühmte Filmfestival in Cannes ausgewählt. Nicht minder erfolgreich waren seine abendfüllenden Spielfilme: „The Reflecting Skin“ und „The Passion of Darkly Noon“. Allein ersterer gewann bereits 11 internationale Preise.
Sein neuer Film, „Heartless“, wurde ebenfalls bereits mit Festival-Preisen gewürdigt. Der intensive Mix aus Mystery, Horror und Drama vereint vieles, was Ridley in seinen Streifzügen durch die verschiedenen künstlerischen Metiers für sich entdeckt hat: Großartig fotografierte Bilder, kombiniert mit Stimmungen wie in einem wuchtigen Gemälde und einer fantastischen Story, die in ihrem Kern eine Coming-Of-Age-Geschichte ist. Das ist also die Essenz aus dem Schaffen des Philip Ridley. Richtig, dass er sich soviel Zeit lässt und so viele verschiedene Dinge macht, möchte man da sagen. Was lange währt, wird eben oftmals gut.
Ähnliche Beiträge:
Kreativer Tausendsassa: Regisseur Philip Ridley ist weit mehr als „nur“ ein Filmemacher wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »













