Küss mich bitte!
Die Franzosen gelten allgemein als Meister der Romantik. Das spiegelt sich auch häufig in ihren Filmen (Küss mich bitte!) wieder, die oftmals eine sehr zarte, romantische Ader aufweisen und zum Schwelgen und Träumen einladen. Aber die Franzosen sind auch Meister im Quatschen, und nicht selten ist es das pausenlose Gelaber, das einem so manche romantische Story verleiden kann. Emmanuel Mouret ist ein junger Filmemacher, dessen bisherige Arbeiten bis auf den Kurzfilm „Lauf doch einfach nackt rum“ dem deutschen Publikum bislang vorenthalten blieben. Mit seinem vierten Spielfilm als Regisseur will er sich als Meister der Romantik präsentieren, wird dabei aber zum Meister des Quatschens.
Ausgangspunkt für seine Geschichte ist die zufällige Begegnung zweier junger Menschen in Nantes, die sich sehr schnell gut miteinander verstehen. Als er von ihr einen Kuss einfordert, verweigert sie ihm diesen und verweist auf eine unrühmliche Begebenheit in ihrem Bekanntenkreis, wo aus einer sehr guten Freundschaft Liebe erwuchs und Probleme mit sich brachte, weil beide Beteiligten eigentlich bereits vergeben waren. Die Rückblenden in diese Vorgeschichte machen einen Großteil der Handlung aus. Mouret hat sich hier selbst als besten Freund von Virginie Ledoyen („8 Frauen“) in der Rolle der Julie inszeniert, von der er körperliche Zuneigung erbittet. Diese ganze Episode ist so unglaublich langatmig und prüde inszeniert, dass man viel eher einen Regiegreis als einen Nachwuchsregisseur dahinter vermuten könnte. Die beiden Protagonisten reden munter um den heißen Brei herum, sind schwer bemüht, alles richtig zu machen und sollen in diesem Verhalten offensichtlich komisch wirken. Doch das alles wirkt viel eher peinlich und man beginnt schon bald, sich das Ende dieser Spielereien herbeizusehnen. Ein furchtbar kompliziert erzähltes Liebeswirrwarr, das schlussendlich doch nur eine hundsgewöhnliche Geschichte zu bieten hat.
F 2007 (Un baiser s’il vous plaît) Regie und Buch: Emmanuel Mouret. Schnitt: Martial Salomon. Kamera: Laurent Desmet. Produktion: Moby Dick Films, CNC, arte France Cinéma. Mit: Virginie Ledoyen, Emmanuel Mouret, Julie Gayet, Michaël Cohen, Stefano Accorsi, Frédérique Bel, Mélanie Maudran. 100 Min. Arsenal ab 7. 8.08.
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