Produktion des Dokumentar-Spielfilms AMOK abgeschlossen, Premiere am 12. September in Osnabrück
„Darf man einen Film zu diesem Thema überhaupt machen?“ – diese Frage begleitete das newfilm-Team um Regisseur Detlef Muckel von Beginn der Planung an und wurde in fast jedem Interview gestellt. Die Antwort ist simpel, denn es ist nicht die Frage ob man das darf, sondern dass solch ein Film einfach gemacht werden muss. Dabei ist Amok sicherlich anders als viele Filme, die sich mit der Thematik „Amokläufe an Schulen“ auseinandersetzen. Detlef Muckel und Produzent Andy Besirov haben im Jahre 2004 mit der Entwicklung des ersten Treatments zu diesem Thema begonnen. „Es war zwar nicht von vornherein klar welche Amokläufe im Film behandelt werden. Es stand für uns aber immer fest, dass kein Amokläufer mit Namen, in Bild oder Video vorkommen soll. Kein Amokläufer erhält in unserem Film eine Plattform um den Eindruck zu erwecken, ein Amoklauf macht einen zum Märtyrer!“, so Detlef Muckel und Andy Besirov.
Noch bevor die Planungsphase beendet war, fand im Jahr 2006 der Amoklauf in Emsdetten statt. Die Produktionsfirma newfilm pictures ist im benachbarten Rheine ansässig. Das Projekt Amok landete vorerst in einer Schublade. Etwa ein halbes Jahr später lag das Treatment dann doch wieder auf dem Tisch. Und spätestens nach dem Emsdettener Amoklauf war klar, dass dieser Stoff viel Sensibilität verlangt. „Die Spielfilmszenen sollten komplett fiktiv sein, deshalb haben wir das Buch nochmal detailliert überprüft, um jede ungewollte Ähnlichkeit zu tatsächlich stattgefundenen Amokläufen umzuschreiben.“, erklärt Regisseur Muckel. Zusammen mit Klaus Uhlenbrock hat er das Drehbuch für die Spielfilmszenen geschrieben. An der atmosphärischen Umsetzung haben auch Sprecher Tilman Rademacher und Komponist Marcus Fischer großen Anteil.
Die Dreharbeiten für die ersten Interviews begannen im Mai 2007. Gespräche wurden mit Kriminalpsychologen, Polizisten, Lehrern und Medienfachleuten geführt. Besonders beeindruckend waren für uns die Interviews mit den direkt von Amokläufen betroffenen Menschen.“, erzählen Andy Besirov und Detlef Muckel. Die Spielfilmszenen wurden bis zum Winter 2007 umgesetzt. Hauptdrehort war die Realschule Burgsteinfurt, wo unzählige Schülerinnen und Schüler ihre Herbstferien geopfert haben, um den nötigen Background für die Schulszenen darzustellen. Die Polizei des Kreises Steinfurt, vor allem Dieter Elsbecker, war während der Planungsphase und der Dreharbeiten (auch der Spielfilm-Elemente) beratend tätig. Durch die Kombination der Elemente Interviews, Dokumentation und Spielszenen entstand ein Dokumentar-Spielfilm, der viele Zielgruppen erreichen dürfte. Doch besonders Eltern, Lehrer und Schüler sollen angesprochen werden.
In den Spielfilmszenen wird NICHT der Amoklauf von Emsdetten, Erfurt oder anderer Orte nachgestellt.
KEIN Amokläufer wird in dem Film namentlich genannt und auch nicht mit Foto oder Videosequenz zu sehen sein.
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