Regisseur Oliver Parker adaptiert mit DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY
Botox, Schönheitschirurgen, Anti-Falten-Cremes und Anti-Aging-Professoren – das Geschäft mit der Schönheit boomt und das Streben der Menschen nach Model-Maßen begleitet uns heute mehr denn je. Ob in Magazinen, im Fernsehen, auf großflächigen Plakaten oder der Szene-Bar nebenan – überall wird eine menschliche Perfektion suggeriert, die so im alltäglichen Leben kaum bestehen kann. Was bleibt, ist ein omnipräsentes Streben nach Jugendlichkeit. Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen für Körperpflegeprodukte und Kosmetikartikel fast 13 Milliarden Euro aus. Und das ist keineswegs nur ein Phänomen der Neuzeit. So galt in der Antike der muskulöse Jüngling als Inbegriff der Vollkommenheit – Altern war ein Tabuthema. Bildhauer fertigten daher Skulpturen und Büsten älterer Personen an, ohne auch nur eine einzige Falte anzudeuten. Im 16. Jahrhundert erkaufte man sich das Ideal eines blassen Teints durch bleivergiftetes Puder und gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde es Mode, Knochenbrüche und monatelange Schmerzen für Beinverlängerungen in Kauf zu nehmen.
1890 setzte Oscar Wilde mit seinem Klassiker „Das Bildnis des Dorian Gray“ der sagenumwobenen, vermeintlich ewigen Jugend ein unvergessenes Denkmal. Seine Titelfigur, der junge Dorian, verkauft sogar seine Seele, um dieses scheinbar höchste Gut des Lebens zu erhalten. Doch ist Schönheit nicht immer auch subjektiv und macht nicht gerade die Verschiedenartigkeit die Menschen liebenswert?
Regisseur Oliver Parker adaptiert mit DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY zum dritten Mal einen Klassiker von Oscar Wilde. Ohne dem legendären Roman des irischen Schriftstellers untreu zu werden, hat Parker die schaurig-schöne Geschichte einer kunstvollen Modernisierung unterzogen, die seinen Film zu einer ebenso furchteinflößenden wie eleganten Sternstunde des britischen Kinos macht. Mindestens so sehr wie durch die beeindruckenden Londoner Schauplätze und raffinierten Kostüme glänzt DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY dabei durch seine herausragende Besetzung: Neben Ben Barnes („Die Chroniken von Narnia: Prinz Caspian von Narnia“) als bildhübscher, tragischer Titelheld begeistern Colin Firth („Tatsächlich… Liebe“), Ben Chaplin („Der schmale Grat“), Rebecca Hall („Vicky Cristina Barcelona“), Rachel Hurd-Wood („Das Parfum“) und Fiona Shaw („Harry Potter“) in weiteren Rollen.
KINOSTART: 15. April 2010 im Concorde Filmverleih
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