Top Secret! Reale, verdeckte Operationen à la Mission:Impossible
Fans von Agentenfilmen dürfte das bekannt vorkommen: Abhör- und Überwachungsaktionen, heimliche Beseitigung von gefährlichen Verbrechern oder das Aufdecken von ungeahnten Verbindungen. Auch im neuesten Actionhit MISSION: IMPOSSIBLE – PHANTOM PROTOKOLL geht es geheimdienstmäßig wieder hoch her, wenn Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team selbst als Verbrecher deklariert werden und nebenbei trotzdem noch den kriminellen Supergau verhindern müssen. In der realen Welt gibt es so etwas nicht? Doch, doch! Folgende Geheimdienstaktionen soll es angeblich tatsächlich gegeben haben.
Operation Condor
Geheimdienste der Länder: Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien, Brasilien, USA
Mission: Südamerika bildete in den 1970ern und 1980ern eine einzige große Militärdiktatur. Die Machthaber fürchteten jedoch das Erstarken der kommunistischen oder liberalen Gegner. Deshalb schlossen sich die Geheimdienste für die “Operation Condor” zusammen, die offiziell der Bekämpfung terroristischer Elemente dienen sollte.
Durchführung: In der Realität waren keineswegs Terroristen betroffen: Regimegegner wurden willkürlich verhaftet, verschleppt, gefoltert, ermordet oder fielen Attentaten zum Opfer. Bald konnte jeder mit dem Begriff Desaparecidos (span. “die Verschwundenen”) etwas anfangen.
Resultat: In diesem Zusammenhang spricht man besser nicht von einer “gelungenen” Operation, denn die diktatorischen Maßnahmen der “Operation Condor” forderten ein solches Ausmaß an Opfern, dass die Zahlen bisher nur geschätzt werden können. Sie dürften sich allerdings in den Zehntausenden bewegen.
Fazit für die Impossible Mission Force: Zum Glück weiß man bei Agent Ethan Hunt (Tom Cruise), dass er immer auf der richtigen Seite kämpft. Solche illegalen Geheimdienstaktionen gibt es in seinem Team nicht.
Operation CHAOS
Geheimdienst: Central Intelligence Agency (CIA)
Mission: Im Kontext des Kalten Krieges stand der verlustreiche Militäreinsatz der US-Regierung in Vietnam. Mit der Hippie- und Antikriegsbewegung stellte sich sogar die eigene Bevölkerung gegen den Stellvertreterkrieg. Für die Regierungsseite stellte sich die Frage, ob US-Bürger durch Verbindungen ins Ausland möglicherweise aktiv gegen den Krieg intrigierten.
Durchführung: Die Ängste der Regierung resultierten in eine groß angelegte Spitzel- und Infiltrierungsaktion des CIA. Besondere Zielobjekte der “Operation Chaos” stellten bspw. die Black-Panther-Partei und die Studenten für eine demokratische Gesellschaft dar. Diese und andere Gruppen wurden persönlich oder elektronisch überwacht, abgehört und infiltriert. Auch Beziehungen ins Ausland versuchte man dabei einzubeziehen.
Ergebnis: Ein Archiv mit Akten über 7.200 Amerikaner, insgesamt 300.000 Zivilisten und ca. 1000 Gruppierungen entstand. Abschließend kam man zu dem ernüchternden Urteil, dass zwischen Gruppierungen im Aus- und Inland offenbar kein Kontakt bestand. Als die Operation in den 70ern der Öffentlichkeit bekannt wurde, gab es einen Riesenskandal.
Fazit für die Impossible Mission Force: Gesundes Misstrauen gehört für den Geheimagenten zum Geschäft. Möglicherweise auch angemessene Skepsis gegenüber den eigenen Auftraggebern und ihren Motivationen.
Operation Hades
Geheimdienst: Bundesnachrichtendienst (BND)
Mission: Auch in den 1990er Jahren ist der Kalte Krieg noch präsent, zumindest wenn es um Atomwaffen geht. Um zu beweisen, dass ein weltweiter Handel mit Atomwaffen mit geeignetem Plutonium betrieben wird, stellt der Bundesnachrichtendienst (BND) ein entsprechendes Scheingeschäft auf die Beine.
Durchführung: Dem Kolumbianer Justiniano Torres Benítez und den Spaniern Julio Oroz Eguia und Javier Bengoechea Arratibel wird über einen spanischen V-Mann waffenfähiges Plutonium verkauft. Am 10. August 1994 werden sie am Flughafen München verhaftet und schließlich wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt.
Ergebnis: Falls der BND tatsächlich eine solche Aktion durchführte, so wurde das Ziel mit Sicherheit erreicht. Die Tatsache, dass man wenig vertrauenswürdigen Personen einen Haufen Plutonium in die Hand gegeben hatte, sorgte für einen Skandalartikel im Spiegel. Allerdings konnte nie nachgewiesen werden, dass der BND das Geschäft initiiert hatte.
Fazit für die Impossible Mission Force: So könnte es auch bei Ethan Hunt (Tom Cruise) und seinen Leuten laufen: stillschweigend Auftrag erfüllt und nichts ist ihnen nachzuweisen.
Doch egal, ob man die obigen Geheimoperationen nun für bare Münze nimmt oder als verschwörerische Hirngespinste abtut: wer es gerne spannend mag, sollte sich unbedingt ab HEUTE MISSION: IMPOSSIBLE – PHANTOM PROTOKOLL im Kino anschauen!
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