Tropic Thunder – Apocalypse Later
Die US-Mainstreamkomödie ist derzeit in fester Hand von Judd Apatow („Nie wieder Sex mit der Ex“, „Leg Dich nicht mit Zohan an“), über dessen Unterhaltungsqualitäten sich trefflich streiten lässt. Da tut es gut, dass mal ein anderes Team die Bühne betritt und das Komödiengenre so richtig aufmischt. Mit „Tropic Thunder“ hat Ben Stiller gleich in einer Handvoll Funktionen seinen Beitrag zum Genre vorgelegt, der eine geglückte Gratwanderung zwischen infantilen Späßen, gelungener Parodie und gehaltvoll-kritischer Story darstellt. Von allem etwas und von nichts zu viel – so kann man bei einer umso größeren Klientel punkten!
Drei große Hollywoodstars wollen gemeinsam in einem Vietnamkriegsfilm die Hauptrollen spielen. Doch ihr Interesse ist eher halbseiden, der noch recht unerfahrene britische Regisseur hat seine liebe Not, die überkandidelten Egos unter einen Hut zu bringen. Deswegen sollen die Schauspieler tatsächlich im Dschungel abgesetzt und mit versteckter Kamera gefilmt werden, während sie ihr Überlebenstraining meistern. Aber die Idee läuft aus dem Ruder, als der Regisseur durch eine echte Mine ums Leben kommt, Drogenhändler Jagd auf die Mimen machen, die sie für Drogenfahnder halten und die drei vermuten, dass es sich bei allem um brillante Geistesblitze der Filmcrew handelt. Insbesondere die schrägen Seitenhiebe auf die Macken der Stars und die Schrullen der Crewmitarbeiter sind trefflich gelungen und erwecken den Eindruck, als ob die Autoren hier aus eigener leidvoller Erfahrung heraus geschrieben haben. Jeder bekommt hier sein Fett weg, vor allem die Schöpfer der nicht besonders tiefgründigen (Komödien-) Unterhaltung. Dass das Ganze vor allen Dingen auch den Schauspielern riesigen Spaß gemacht hat, kann man deutlich erkennen – dieser Funke springt auch auf die Zuschauer über, die sich köstlich amüsieren werden.
USA/D 2008. Regie und Buch: Ben Stiller. Buch: Justin Theroux, Ethan Cohen. Musik: Theodore Shapiro. Schnitt: Greg Hayden. Kamera: John Toll. Produktion: DreamWorks Pictures, Red Hour. Mit: Ben Stiller, Jack Black, Robert Downey jr., Steve Coogan, Nick Nolte, Jay Baruchel, Danny McBride, Brandon T. Jackson. 107 Min. Universal ab 18. 9.08.
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