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Kino, Filme und Fakten

In Zukunft möchten wir Euch über Kino und alles, was damit zu tun hat, informieren. Die Zelluloid-Palette reicht vom Blockbuster über das Mainstream-Movie bis hin zur Arthaus-Produktion, jene kleinen Programmkino-Perlen, die allzu oft im filmischen Haifischbecken baden gehen müssen. Aber nicht nur das; wir versuchen Euch Tipps über Trends, über Stars und Sternchen zu geben und weisen auch auf Festivals, Events und ähnliche Ereignisse hin.

Film ist in seiner kleinen "Definition" einsehbar, aber doch unendlich gross in seiner Wirkung und Vielfalt. Keine Frage, über Kritik und Anregungen sind wir Euch natürlich mehr als dankbar.



Zum 80. Geburtstag von Günter Grass: Kinowelt veröffentlicht „Die Blechtrommel“ als Arthaus Premium Edition


Die Blechtrommel

Am 16. Oktober 2007 feiert Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass seinen 80. Geburtstag. Auch wenn sowohl Werk als auch Person des in Danzig geborenen Schriftstellers nicht unumstritten sind, zählt der politisch aktive Moralist zu den bedeutendsten und international bekanntesten deutschsprachigen Künstlern. Die bildliche Sprache und die skurril bis grotesken Charaktere, mit denen er seine zeitgeschichtlich brisanten Themen darstellt, sind charakteristisch für Grass’ besonderen Stil, der Kritiker und Fans gleichermaßen beeindruckt.

Untrennbar mit Grass verbunden ist sein berühmtestes Werk „Die Blechtrommel“. Regisseur Volker Schlöndorff wagte sich 1979 an die filmische Umsetzung des Jahrhundertromans über den kleinen Oskar Matzerath, der nicht mehr wachsen will, und schrieb Filmgeschichte: „Die Blechtrommel“ wurde der erste deutsche Film, der in der Kategorie Nicht-englischsprachiger Film einen Oscar® gewann.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Günter Grass veröffentlicht Kinowelt Home Entertainment die preisgekrönte Literaturverfilmung am 05. Oktober 2007 als Arthaus Premium Edition.
Die üppig ausgestattete Edition im hochwertigen Digipak enthält neben dem Film umfangreiches Bonusmaterial, darunter die 90-minütige Dokumentation „Der Unbequeme – Der Dichter Günter Grass“, einen Audiokommentar von Volker Schlöndorff, Geschnittene Szenen, die Dokumentation „Die Blechtrommel – Erinnerungen von Volker Schlöndorff“, Interviews, exklusive Fotos und Dokumente von den Dreharbeiten und vieles mehr. Darüber hinaus ist in dem DVD-Set auch ein exklusives 128-seitiges Buch von Georg Seeßlen über den Film und seinen Regisseur Volker Schlöndorff enthalten.

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Drei Jahrzehnte Mafia – Sie sind Gangster, Verbrecher; doch sind ein Mythos!

Sie sind Gangster, Verbrecher und sie haben keinerlei moralische Wertvorstellung; doch sind ein Mythos!

Die Mitglieder der Mafia.

Kaum eine Thematik ist so ausgewelzt worden wie diese. Es gab viele Filme; großartige Filme, schlechte Filme, solche die man liebt oder schnell wieder vergisst. Doch was man diesen Mythos so interessant?
Die traditionsreichste und ursprünglichste Mafia ist wohl die sizilianische Mafia. 1984 sagte der Mafioso Tommaso Buscetta als Kronzeuge aus und erzählte der Justiz eine Menge über die üblen Machenschaften aber auch über die Strukturen der Mafia.
An oberster Stelle steht ein Familienoberhaupt, der die Fäden zieht und seine schützende Hand über der Familie hat. Überhaupt steht die Familie, der Clan im Mittelpunkt. Wird man Mitglied dieser Familie, kann man auf dessen Unterstützung bauen, verlässt man sie, ist man ein toter Mann.

So einfach ist das !!

Viele große Familien kämpfen um die Vorherrschaft in einer Stadt oder in einem Land und verdienen ihr Geld mit Drogen oder Waffenhandel und mit Geldwäscherei. Doch auch gesellschaftlich hatte die Mafia eine große Aufgabe. Die großen Familien waren ein guter Arbeitgeber und wenn man in Not war, konnte man Zuflucht bei der Familie finden. Raus kam man nicht mehr und man war dem Oberhaupt einen Gefallen schuldig. Es gibt eine Menge zu erzählen über die Mafia…

Das dachten sich auch einige namhafte Produzenten aus der Traumfabrik Hollywoods und so entstanden im Laufe der Zeit, weit weg von allen Trends der Jahre, einige großartige Filme über die Mafia und ihre Leute. Es gab den „Paten“ von Francis Ford Coppola, dem ich mich in einer weiteren Kolumne gewidmet habe, es gab „Good Fellas“, es gab „Casino“ und es gab „Donnie Brasco“, meiner Meinung nach die besten Filme des Genres.

Doch immer noch bleibt die zentrale Frage, was den Mythos so interessant macht. Die Mafia tut verbotene Dinge. Verbotene Dinge sind interessant. Der Don hat Macht. Macht ist interessant, die meisten Menschen streben danach. Die Familien sind reich, tragen die besten Anzüge und fahren die teuersten Limousinen. Wer möchte nicht die tollste Limousine fahren und nur den besten Cashmir-Zwirn tragen. Einige Aspekte, die meiner Meinung nach viele Menschen begeistern. Das alles erreichen die wenigsten und wir interessieren uns immer dafür, was wir nicht erreichen können oder nicht haben. So sind die Menschen nu einmal. Ich natürlich auch…glaube ich…

Dann gibt es noch einige Menschen, die sind dafür geboren Oberhäupte der Mafia zu sein, sind aber zur falschen Zeit am falschen Ort aufgewachsen.
Zu diesem Personenkreis zähle ich Robert De Niro oder Al Pacino. Wären diese beiden Männer zu einer gewissen Zeit in Sizilien aufgewachsen, dann…
Entschuldigung meine Herren, aber so ist das Leben…

Aber auch ein Andy Garcia oder Joe Pesci hat sizilianisches Blut in den Adern. Sie alle sind große Leinwandhelden und spielen ihre Rollen perfekt; sie verdeutlichen die Regeln in der Familie: „Einmal Familie, immer Familie“ – Wer das nicht glaubt, der schaue bitte „Good Fellas“. Dort zeigen Robert De Niro und Joe Pesci, dass man so einfach nicht mehr aus der Familie herauskommt. Das sich die Familie kümmert und der Don gern einmal eine Vaterrolle übernimmt, zeigt Al Pacino ganz deutlich in „Donnie Brasco“ . Auf geradezu poetischer Art und Weise wird hier von Freundschaft, Verrat und der Faszination von Verbrechen erzählt. Ach…ein Hauptgeschäft der Mafia habe ich glaube ich im obigen Absatz vergessen: Das Glücksspiel !

Man möchte mehr darüber erfahren? Kein Problem, De Niro und Pesci sind zur Stelle und zeigen ihr Können erneut als tolles Duo in „Casino“. Wie wird man vom Landei aus der Provinz zum Besitzer eines Casinos? Die Anleitung dazu findet man mit einigen Nebenwirkungen in „Casino“ Hat man all diese Filme gesehen, dann ist man weise. Alle Antworten auf die Fragen dieser Welt findet man in der Familie, dass wissen wir seit der filmischen Geburt von Vito Corleone.

Aber es sind doch alles nur Filme…oder etwa nicht ? (Christian Schmidtchen)

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Francis Ford Coppola – Erinnerung an ein Meisterwerk


Der Pate DVD-Box

Am 11. 10. 2001 war es endlich soweit. Ein Meisterwerk der Filmgeschichte erscheint auf den runden kleinen Scheiben, die wir alle so gerne haben. Drei der Scheiben sind es an der Zahl, bis obenhin voll gestopft mit Bonusmaterial. Haben wir nicht alle darauf gewartet; es war doch längst überfällig.

Der Pate“ – The Godfather, für mich einer der besten Filme aller Zeiten! Was sage ich, eine der besten Sagen aller Zeiten. Alle drei Teile sind phantastisch, zeugen von einer meisterlichen Brillanz. Ich könnte eine Hommage schreiben, eine Liebeserklärung an einen Film, der so liebvoll und detailreich inszeniert wurde. Das Leben der Familie rund um Don Vito Corleone ist einfach ein Meilenstein der Filmgeschichte…

Regie führte bei diesen Filmen ein Mann namens Francis Ford Coppola. Er verfilmte das Epos nach dem gleichnamigen Roman von Mario Puzo. Rechtzeitig zum DVD-Start des Paten möchte ich einmal das Leben und die Werke des Francis Ford Coppola beleuchten.

Geboren wurde Francis am 7. April 1939 in Detroit. Schon seine Eltern waren ein kreatives Paar und gaben dem jungen Francis somit beste Voraussetzungen. Seine Mutter war Schauspielerin und der Vater war Musiker und Komponist. Im Alter von zehn Jahren erkrankte Francis an Polio und verbrachte viel Zeit in seinem Bett und seinem Zimmer. Hier beschäftigte er sich zum ersten Mal mit 8-mm Filmen und machte seine ersten Gehversuche. Bis zum heutigen Tage kann er fünf Oscartrophäen und zehn Nominierungen für diesen Preis sein Eigen nennen. Außerdem gewann er als Regisseur zweimal die goldene Palme von Cannes.

1960 ging er studieren an der UCLA und schaffte einen erstaunlichen Abschluss. Sein Abschlussfilm für die UCLA „Big Boy, jetzt wirst Du ein Mann“, der 1968 von Warner Bros verliehen wurde, bringt Coppola den ersten Studiovertrag. In den folgenden Jahren sammelt Coppola viel Erfahrung und dreht einige Kurzfilme. In der Zeit zwischen 1960 und 1970 entstehen Filme wie „Big Boy – Jetzt wirst du ein Mann“, „Der goldene Regenbogen“ und „Liebe niemals einen Fremden“. Außerdem wirkt er an diversen Drehbüchern mit. 1970 ist dann der erste Höhepunkt seiner Karriere: er bekommt einen Oscar für das Drehbuch zu „Patton“.

1971 gelang Coppola schließlich der ganz große Durchbruch als Regisseur. Seine grandiose Verfilmung von Mario Puzos Bestseller „Der Pate“ stieg zum damals erfolgreichsten Film aller Zeiten auf und wurde mit drei Oscars für den besten Film, das beste adaptierte Drehbuch (Coppola und Mario Puzo) sowie den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet. Zwischen „Der Pate“ und „Der Pate II“, der mit sechs Oscars ausgezeichnet wurde, lagen Filme wie „Der große Gatsby“ mit Robert Redford oder „Der Dialog“, der Coppola seine Goldene Palme brachte. Der Cannes Sieger von 1979 „Apocalypse Now“ entsprang ebenfalls aus der Feder des Regisseurs, der sich nunmehr zur ersten Garde in Hollywood zählen konnte.

In den achtziger Jahren inszenierte Coppola „Einer mit Herz“ (1981), „Die Outsider – Rebellen ohne Grund“ (1982), „Rumblefish“ (1982), „Cotton Club“ (1984), „Peggy Sue hat geheiratet“ (1986), „Der steinerne Garten“ (1986), „Tucker“ (1988) sowie die Episode „Life Without Zoe“ der „New Yorker Geschichten“ (1989). 1990 schloss Coppola seine Mafia-Trilogie mit „Der Pate III“ ab. Danach machte die Hollywood-Institution vier Jahre Regiepause, produzierte eifrig und viel und nahm dann den Film „Jack“ in Angriff. Den letzten Film, den ich von Coppola gesehen habe, war „The Rainmaker“ mit Matt Damon. Ein Film, der nicht sehr spektakulär war, aber durch gute Inszenierung glänzte.

Francis Ford Coppola ist wahrhaftig eine Legende. Mit der „Godfather“ Trilogie hat sich der Altmeister unsterblich gemacht. Wir freuen uns alle so sehr auf Marlon Brando, Al Pacino, Robert de Niro, all diese großen Namen, die Don Vito Corleone und seine Familie zum Leben erweckt haben…

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Tom Tykwer – Die Sicht der Dinge

Schon sehr lange interessiere ich mich für Filme, deren Interpretationen und Inspiration. Doch eine ebenso lange Zeit hatte ich nicht viel übrig für den deutschen Film. Ich hatte das Gefühl, dass Deutschland es nicht versteht, abwechslungsreiche Handlungsstränge zu kreieren. Schauspieler wiederholen sich in jedem Film und richtig gute Künstler sind rar. Irgendwann geschah dann ein Ruck in der Zunft des deutschen Films: Tom Tykwer mischte sich ein.

Er machte irgendetwas anders als alle anderen. Er hob sich ab und war sehr eigenwillig in seinen Kreationen. Ich glaube das erste Mal wurde ich wirklich aufmerksam, als Franka Potente mit feuerroten Haaren als Lola über den Bildschirm rannte…
Tom Tykwer – ein Mann, der Dinge anders sieht als andere!

Der gute Mann wurde im Mai 1965 in Wuppertal geboren und kam früh mit dem Film in Berührung, denn er jobbte in Kinos und konnte sich hemmungslos alle möglichen Streifen für lau anschauen. 1984 macht Tom sein Abitur und holt alles raus; sein Schnitt lag bei 3,6… Warum denn auch die irgendwelche Kurven und intransitiven Vakuen im öden Physikunterricht lernen, wenn das Leben selbst der beste Lehrstoff ist, dachte sich wohl der stets dunkel gekleidete Tykwer.

Während seines Zivildienstes arbeitete er erneut im Kino in Berlin und knüpfte hier erste Kontakte zum späteren Stamm der X-Film Crew. Die Jahre ziehen ins Land und der fleißige Tom macht sich an seine ersten Filme und beginnt mit einem Kurzfilm namens „Because“. Sein Regiedebut „Die tödliche Maria“ folgt auf dem Fuße. 1994 gründen der Produzent Stefan Arndt und Tom Tykwer die Produktionsfirma X-Filme Creative Pool. Ein Grundstein für phantastische Produktions- und Regiearbeit wurde hiermit geboren.

Toms zweite Regiearbeit hatte es dann schon wirklich in sich; „Winterschläfer“ kam in die Kinos. Hierbei wird deutlich, worum es sich hauptsächlich bei Toms Arbeiten dreht: Schicksale und Geschichten der Menschlichkeit. Er arbeitet bei diesem Film auch stark an dem Zusammenwirken zwischen Natur und menschlicher Emotion, was sich später noch einmal in „Heaven“ wiederholen wird.

1998 werden Tom Tykwer und seine Lieblingsschauspielerin Franka Potente ein Paar, und ein Jahr später wird „Lola rennt“ in Deutschland veröffentlicht. Wir lernen hier einen anderen Tykwer kennen, der ein farbenprächtiges, teilweise an einen Werbefilm erinnerndes Märchen entwickelte. Sehr innovativ und experimentierfreudig öffnete uns Tykwer bei „Lola rennt“ eine Tür voller skurriler Ideen und wilder Kameraführung.
„Endlich mal etwas anderes“, dachte ich mir nach „Lola rennt“, der kurze Zeit später äußerst erfolgreich seinen Siegeszug in den USA fortsetzte.
Acht Auszeichnungen beim Deutschen Filmpreis und Beachtung in Hollywood kann Tykwer also nach „Lola rennt“ vorweisen. Im Jahre 2000 kommt dann das Kunstwerk „Der Krieger und die Kaiserin“ in unsere Kinos. Ich mache hier einen Schnitt und schließe die biographische Schreibweise ab und konzentriere mich auf zwei seiner größten Werke.

Der Krieger und die Kaiserin“, sowie „Heaven“ sind nicht nur Filme, die man schaut und danach wieder vergisst, denn sie bieten weitaus mehr für den Fan des intellektuellen Kinos. Manchmal frage ich mich, ob ich die beiden Filme überhaupt verstanden habe? Klar ist jedoch, dass es sehr viele Interpretationsansätze gibt, und das ist schon eine Kunst für sich. Schlüsselszene des Films „Der Krieger und die Kaiserin“ ist eine „Liebesszene“. Diese Szene ist nicht alltäglich, sondern Tom Tykwer-like: Benno Führmann begegnet Franka Potente unter einem Lastwagen und führt einen Luftröhrenschnitt durch. Dieser Prozess bringt zwei Menschen weitaus näher zueinander als irgendein Hollywood Tete-a-Tete. Tykwer mag es schicksalhaft und bedeutungsschwanger. Daß beide Figuren eine schwierige Vergangenheit haben und nicht so richtig in unsere Welt passen, macht die Geschichte noch schicksalhafter und auf eine gewisse Weise mystisch.
Das Szenario beginnt in einer Irrenanstalt, und Tykwer stellt diese Anstalt bewusst in ein helles, grelles Licht, um zu zeigen, dass die Dunkelheit in den Köpfen der Insassen auch Hoffnung birgt und eine Nervenklinik kein dunkles Loch ohne Perspektive ist. Menschen leben in ihrer Welt, sie mögen ihre Welt und ihr Leben ist lebenswert. Siss, gespielt von Franka Potente, die als Pflegerin in dieser Anstalt lebt, wirkt hierbei quasi als Bindeglied zwischen zwei Welten. Phantastisch spielen Führmann und Potente ihre Rollen der gestörten Persönlichkeiten, die schicksalhaft zueinander finden.
Tykwer rundete die Inszenierung durch innovative Perspektiven und Kameraführung sowie einem unglaublichen Soundtrack ab. Minimalistisch und geheimnisvoll, aber voller Details ist Tykwers Regiearbeit bei dieser Novelle.

Betrachtet man sein jüngstes Werk „Heaven“ so sind erneut Parallelen zu seinen älteren Werken zu entdecken. Schicksal, Minimalismus und Ruhe! Heaven, der nach dem letzten Drehbuch des 1996 verstorbenen polnischen Regisseur Krzysztof Kieslowski und dessen Co-Autor Krzysztof Piesiewicz entstand, wurde in Deutschland und Italien in englischer und italienischer Sprache gedreht.

Der Film beginnt wie ein Thriller oder ein Kriminalfilm und endet in purer Poetik.
Der Film wurde vom Meister bewusst in zwei Teile geteilt. Die beiden Protagonisten lernen sich kennen und fliehen später in die Toskana, die so liebevoll und wunderbar von Tykwer gefilmt wurde. Etwas irritierend aber zum Plot passend ist die eisige Stille, die den Film kennzeichnet. Die tragische Figur gespielt von Cate Blanchett sitzt am Verhörtisch und bricht in Tränen aus als sie hört, dass sie 4 unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat. Kaum eine filmische Szene ist intensiver als dieser Nervenzusammenbruch einer gebrochenen Frau. Ohne musikalische Untermahlung, auf menschliche Emotion reduzierte Optik, wird der Zuschauer mit einer in Ohnmacht endender Situation konfrontiert. Später zeigt Tykwer, wie gut er Landschaften filmen kann und diese in Harmonie mit der Geschichte verknüpfen kann.
Tom Tykwer liebt es, schwierige Persönlichkeiten auf ihrem Lebensabschnitt zu begleiten; Er liebt es, das Publikum langsam und behutsam in eine Richtung zu bringen – in seine Sichtweise der Dinge. (Christian Schmidtchen)

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Ethan & Joel Coen – Die Definition von Skurril


Coen Brothers Box

Ethan und Joel Coen können nunmehr auf insgesamt acht Filme zurückblicken, die sie jeder Stück für Stück dem Filmolymp näher brachten, wo sie ihren wohlverdienten Platz eingenommen haben. Ihre Filme handeln von skurrilen Charakteren, die vielschichtig und mit viel Liebe, manchmal auch Ironie, gezeichnet werden und von einem eingespielten Team zum Leben erweckt werden. Was wären Filme wie „Fargo“, „Barton Fink“, „The Big Lebowski“ oder „O Brother, Where Art Thou?“ ohne Steve Buscemi, John Turturro oder John Goodman? Dazu gesellt sich ein Team, dass seit mehreren Jahren gemeinsam Filme macht: Seit ihrem ersten Film „Blood Simple“ im Jahr 1984 vertrauen sie auf den Komponisten Carter Burwell, dessen Score zu „Blood Simple“ seine erste Filmarbeit war. Es folgten Dutzende Soundtracks (u.a. zu „Being John Malkovich“, „Rob Roy“, Fletcher’s Visionen) und Carter Burwell zählt heute zu den renommiertesten Komponisten Hollywoods, denen es gelingt, Filmen einen unverwechselbaren Klang zu geben.

Aber Carter Burwell ist nur einer von wenigen, die der Talentschmiede Coen entstiegen sind: Ihre ersten drei Filme verwirklichten sie mit Kameramann Barry Sonnenfeld, der sich inzwischen als Regisseur einen Namen gemacht hat („Men in Black“, „Schnappt Shorty!“ „Addam’s Family“ uva.). Und auch für Steve Buscemi und John Turturro waren die Coen-Filme die erste Gelegenheit, einem breiteren Publikum bekannt zu werden. Steve Buscemi, der sich vor zwei Jahren als H&M-Model prostituiert hat, lieferte mit „Trees Lounge“ ein beachtliches Regiedebüt ab, und genau das gleiche gelang John Turturro mit „Mac“. Frances McDormand, die für ihre Rolle in „Fargo“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist inzwischen mit Joel Coen verheiratet. Mit Roger Deakins wurde Barry Sonnenfeld als Kameramann bei „Barton Fink“ abgelöst. Deakins hat unter anderem mit Martin Scorsese („Kundun“) zusammengearbeitet und war verantwortlich für die wunderbaren Bilder von „Die Verurteilten“ und „Dead Man Walking“.

Zusammen mit dem ungeheuren Ideen-Reichtum der Coens entstanden so Filme, die von Cineasten weltweit geschätzt werden, während sie vom „normalen“ Publikum weitgehend ignoriert wurden. Ihre Filme sind außerdem in Europa weitaus erfolgreicher als in den USA, was sich zuletzt darin zeigte, dass sowohl der Director’s Cut von „Blood Simple“ als auch „O Brother, Where Art Thou?“ in Europa früher starteten als in den USA. Diese Abneigung lässt sich am ehesten durch den Humor der Coen-Filme erklären, der oftmals grob und skurril, aber dennoch intelligent und subtil ist. Auch ihr Spiel mit den verschiedenen Genres, besonders dem „film noir“ ist eher für ein eingeweihtes Publikum verständlich, denn ohne Kenntnisse der Filmgeschichte bzw. der verschiedenen Filmgenres verlieren viele der Coen-Filme ihren Reiz. Ihre Filme sind Werke voller Detailverliebtheit, die sich oftmals über mehrere Filme hinweg zieht: Schon im 1985 gedrehten „Crimewave“, zu dem Ethan & Joel Coen das Drehbuch verfassten, gibt es ein „Hudsucker State Penitentiary“. In „Arizona Junior“ arbeitet Nicolas Cage bei „Hudsucker“, und im 1994 gedrehten „Hudsucker“ lernen wir ihn schließlich wirklich kennen.

Diese Details sind ein wesentliches Indiz für die Arbeit von Ethan & Joel Coen. Ihre erste Filmarbeit unter der Regie von Sam Raimi („Crimewave“) kann man am besten als 80-minütigen Insider-Witz voller Albernheiten und Anspielungen auf die eigenen Sehgewohnheiten beschrieben werden. Während Orson Welles lediglich den Schlitten als Symbol der Kindheit eingesetzt hat, so ist bei „Crimewave“ fast der gesamte Film ein Spiel mit „Rosebud“, mit den Erinnerungen an eine cineastische Kindheit, die niemals in Vergessenheit geraten ist. Es fällt ziemlich schwer, „Crimewave“ adäquat zu beschreiben, da sich die Kritiken zu dem Film im Laufe der Jahre von totaler Ablehnung zu kultischer Verehrung hin gewandelt haben: Je bekannter Joel & Ethan Coen wurden, desto mehr beschäftigten sich Filmkritiker mit ihren früheren Werken und als dann auch noch Sam Raimi der Sprung vom Horrorfilm-Regisseur zum ambitionierten Independent-Regisseur gelang, war für fast alle Kritiker klar, dass schon immer Genies am Werke waren. In den Büchern und Artikeln, die ich über Joel & Ethan Coen und Sam Raimi gelesen habe, herrschte immer die Ansicht, dass man ihre Handschrift stets erkennen konnte, eine Ansicht, die ich nicht vollständig teile. Für mich ist „Crimewave“ vielmehr eine kreative Spielwiese für alle Beteiligten gewesen, auf der ohne Rücksicht auf Verluste mit sämtlichen filmischen Mitteln experimentiert wurde. Einige Jahre später schrieb Sam Raimi dann das Drehbuch zu „Die total beknackte Nuss“, welcher die konsequente Weiterführung von „Crimewave“ ist, allerdings musste „Die total beknackte Nuss“ unter einem untertalentierten Regisseur leiden. Nach dieser ersten Fingerübung war es an der Zeit, selbst Regie zu führen: Bei der Entstehung von „Blood Simple“ und ihren folgenden Filmen waren die Rollen stets strikt verteilt: Ethan fungiert als Produzent, während Joel Regie führt. Diese Trennung dürfte allerdings nur für die Nennung im Abspann sinnvoll sein, denn in Wirklichkeit lassen sich die Einflüsse beider auf den Film nicht trennen. Beide feuern ein wahres Feuerwerk an Ideen auf den anderen ab, der sie mit seinen eigenen Ideen verfeinert und erweitert, bis sie schließlich im Film verwendet werden. Ihre Ideen beziehen sie aus allem: Filmen, aktuellen Geschehnissen, Büchern, Gesprächen und Musik. Aus diesen Gründen ist klar, warum die Coens die Drehbücher zu ihren Filmen stets selbst und gemeinsam schreiben. Diese Neugierde auf alles wurde durch ihre Eltern gefördert: Der Vater war Wirtschaftskunde-Professor, ihre Mutter lehrte Kunstgeschichte. Diesen familiären Hintergrund will ich jetzt nicht glorifizieren, aber es dürfte klar sein, dass ein akademisches Elternhaus ein starkes Interesse daran entwickelt, dass ihre Kinder ebenfalls ein hohes Bildungs-Niveau erreichen. (Tino Hahn)

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HAPPY FEET 2 ab 01. Dezember im Kino

Das Sequel zum Oscar®-preisgekrönten Animations-Superhit „Happy Feet“ entführt die Zuschauer erneut in die grandiose Landschaft der Antarktis – diesmal in atemberaubendem 3D.

Mumble, der Meister des Stepptanzes, hat ein Problem: Sein winziger Sohn Erik leidet unter Choreophobie. Weil er nicht tanzen will, reißt er aus und begegnet Sven dem Großen – einem Pinguin, der fliegen kann! Mit diesem neuen charismatischen Vorbild kann Mumble natürlich nicht konkurrieren.

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ARTE zeigt Kurzfilm der Hamburg Media School

Freitag kurz nach Mittagnacht, 17. September läuft bei ARTE um 0:45 Uhr der Kurzfilm „Wattwanderer“ von Max Zähle (Regie), Sin Huh (Kamera), Florian Siegrist (Drehbuch) und Andrea Karkut (Produktion). Vorab gibt es um 0.10 Uhr in dem ARTESPEZIAL Landlust ein Gespräch mit Max Zähle und seiner Regieassistentin Johanna Pfaff.

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LittleBigPlanet, MotorStorm und BUZZ! für PlayStation Portable

Sony Computer Entertainment Europe (SCEE) kündigt ein großartiges und buntes Jahr für das portable Entertainment-System PSP™ (PlayStation®Portable) an: Das Kreativspiel LittleBigPlanet™ und die Racing-Action MotorStorm®, die zuvor exklusiv nur für PLAYSTATION®3 zur Verfügung standen, kommen in diesem Jahr auch auf PSP. Damit fügen sie sich in die Riege der vielen Spielehighlights ein, die ebenfalls für PlayStation Portable erschienen sind, wie dem stets unterhaltsamen und beliebten BUZZ!™. 
 
Diejenigen, die ihren Geist trainieren und ihrer Kreativität freien Lauf lassen möchten, werden von der einzigartigen Welt in LittleBigPlanet begeistert sein. Die Spieler gestalten ihre eigenen Level und teilen diese mit der Community. Ganz nach dem Motto: Play.Create.Share.

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