Jeffrey Katzenberg: Ideen für das Jahr 2010
Der Name Jeffrey Katzenberg steht bei DreamWorks SKG für das „K“, die anderen beiden Chefs des Multimillionen-Dollar-Konzerns sind Steven Spielberg und David Geffen. Katzenberg leitet dort die Animationsabteilung und produzierte Publikumshits wie Hennen rennen, Große Haie – Kleine Fische oder Shrek, von dem der dritte Teil am 21. Juni in unseren Kinos anläuft.
Katzenbergs Name taucht bei den DreamWorks Animation-Produktionen mittlerweile in den Credits kaum mehr auf. Im Interview erklärt er das gegenüber FILMSTART mit einer Analogie aus dem Fußball: „In meinen Anfangsjahren bei DreamWorks war ich jeden Tag auf dem Feld und habe selbst mitgespielt. Im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Irgendwann nahm ich dann die Position des Trainers am Spielfeldrand ein, jetzt habe ich mich in die Ehrenloge des Präsidenten zurückgezogen.“ Der sympathische Mittfünfziger lacht, wenn er das erzählt und schildert anschließend, dass er noch immer jedes Spiel genau beobachtet, ab und an mit dem Team spricht, den Umkleideraum in der Halbzeit aufsucht und dem Trainer Tipps von „dort oben“ gibt, wo er „nun arbeitet und eine andere Perspektive auf das Spiel hat“. Ein Vollprofi, der schon seit 35 Jahren im Business ist und sich im Laufe der Zeit diese gönnerhafte Überwacherposition erarbeitet hat.
Von 1984 bis 1994 war er in leitender Stellung bei Walt Disney beschäftigt und schaffte es dort, der darbenden Zeichentricksparte wieder zur Blüte zu verhelfen. Als er dann Mitte der 90er Jahre mit seinen Freunden Spielberg (verantwortlich für die Realfilme) und Geffen (Leiter der Musiksparte) DreamWorks als neue Produktionsfirma ins Leben rief, musste der Mäusekonzern die Konkurrenz schnell fürchten lernen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Allein 200 Mitarbeiter entwickeln ständig die Computertechnologien für Animationen weiter. Katzenberg weiß schon heute, welche Filme in drei bis vier Jahren von ihm ins Kino gebracht werden sollen. Für Ende 2009 ist beispielsweise How to Train Your Dragon geplant, und die Programmierer bei DreamWorks arbeiten fieberhaft daran, den Look für diesen Film zu perfektionieren. „Technologien sind nichts Hypothetisches, sondern sehr spezifisch. Wir entwickeln Verfahren, die es unseren Künstlern ermöglichen, alles so umzusetzen, wie es ihnen vorschwebt. Es ist also keinesfalls so, dass sich die Programmierer einfach nur irgendwelche technischen Spielereien ausdenken und diese dann mit etwas Glück Verwendung im Film finden, sondern genau anders herum. Wir wissen genau, was wir brauchen und arbeiten daran, damit das auch gelingt.“
Im vergangenen Jahr schwappte eine wahre Flut computeranimierter Trickfilme über unsere Leinwände. Für Katzenberg liegt das Problem aber weniger in der Fülle als in der Ähnlichkeit dieser Filme. „Wenn in einem Vierteljahr fünf Actionfilme starten, ist das normal. Aber wenn im gleichen Zeitraum fünf James-Bond-Filme ins Kino kommen, ist das ein echtes Problem. Denn nach dem zweiten hat man schon genug. Dann verliert es nämlich das Besondere. Die meisten Animationsfilme 2006 erzählten von Tieren in uns bekannten Umgebungen, viele davon auch noch nach dem Buddy-Movie-Prinzip.“ Aber der Studioboss weiß um DreamWorks’ Stand in der Branche. Die dort entwickelten Projekte haben trotz ihrer langen Vorlaufzeit immer etwas Unverwechselbares und Originäres. Da seine Firma jedes Jahr gerade mal zwei neue Animationsabenteuer in die Kinos bringt und für jedes davon ein Budget von rund 150 Millionen Dollar zur Verfügung steht, werden sie beim Publikum noch als echte Ereignisse wahrgenommen. Nach Shrek der Dritte erwarten uns Bee Movie aus der Feder und mit der Originalstimme Jerry Seinfelds in der Rolle einer Biene, die die Menschen wegen ihres Honigverzehrs verklagen will, Kung Fu Panda über einen faulen Bären, der zur Verteidigung seines Tales Kampftechniken lernen muss… und schließlich im Jahr 2010 Shrek 4!
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