Das Omen – Soundtrack
Die Remake-Welle schwappt noch immer über die Kinosäle in aller Welt hinweg und ertränkt die Zuschauer mit seelenlosen Inszenierungen: So musste auch Richard Donners Horror-Klassiker „Das Omen“ widerwillig im Remake-Reigen mittanzen und kann zwar mit guten Darsteller-Leistungen und raffinierten Einstellungen aufwarten. Unterm Strich bietet die 2006er-Fassung von „Das Omen“ aber nicht mehr als mittelmäßige Unterhaltung ohne dauerhafte Gänsehaut. Ähnliches lässt sich auch über die musikalische Untermalung sagen: Sicherlich war es nicht die schlechteste Wahl, den Goldsmith-Schüler Marco Beltrami für die Komposition des Scores auszuwählen, hat Beltrami doch im düsteren Bereich mit „The Minus Man“, „Blade II“ und „The Watcher“ bereits solide Soundtracks abgeliefert. Im direkten Vergleich mit dem legendären Score zum Original kann Marco Beltramis Komposition jedoch nur den Kürzeren ziehen: 1977 erhielt Jerry Goldsmith für seine musikalische Untermalung des morbiden Gruselfilms seinen einzigen Oscar. Der Main Title „Ave Satani“ war kurioserweise ebenfalls in der Kategorie „Bester Song“ nominiert, musste sich aber dem Barbra Streisand-Song „Evergreen“ beugen – eine wahrhaft teuflische Entscheidung der Oscar-Jury. In dem Stück „Omen 76/06“ hat Beltrami das „Ave Satani“-Original von 1976 neu arrangiert und mit seiner eigenen Komposition für das Remake kombiniert. Das Ergebnis untermalt im Film den Abspann und lässt noch am ehesten jene Atmosphäre aufleben, die das Original zum Klassiker gemacht hat. Positiv anzurechnen ist Beltrami zwar, dass er stets darauf bedacht ist, seiner Komposition eine Eigenständigkeit zu vermitteln, die bemerkenswert ist angesichts der Verlockung, einfach das kongeniale Original zu fleddern. Doch ein ehrenwerter Ansatz ergibt nicht automatisch ein rundum gelungenes Album, doch besser als der Film ist Beltramis Werk allemal. Nur mit dem Original vergleichen sollte man es nicht.
Fazit: Die denkbar undankbare Aufgabe, einem Klassiker des Horror-Genres ein neues musikalisches Kleid zu verleihen und einem Meilenstein der Filmmusik ins Auge blicken zu müssen, meistert Marco Beltrami passabel. Aus dem Schatten seines übermächtigen Vorgängers kann sich Beltrami deshalb immer wieder lösen. Wer sich gänzlich von Vergleichen frei machen kann, erhält ein größtenteils lohnenswertes Album mit teuflischen Klängen und morbiden Klangcollagen.
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Das Omen – Soundtrack wurde bearbeitet von Tino Hahn • Permalink • Kommentar schreiben »













