Hommage an Peter Zadek bei ARTE
Anlässlich des Todes von Theaterregisseur Peter Zadek strahlt ARTE “Mein Leben – Peter Zadek” am Samstag, den 1. August, um 14.00 Uhr aus.
“Mein Leben – Peter Zadek
Eine Dokumentation von Jean Boué
Deutschland/Italien 2007, ZDF/ARTE, 43 Min.
“Ich fühl mich zu Hause auf der Bühne. Das ist mein Leben. Sozusagen ‘my way’ seit 60 Jahren”, sagt Zadek eingangs im Film. “Enfant terrible”, “Skandalregisseur”, aber auch das “größte Talent des deutschen Theaters” nannte man ihn: Peter Zadek. Doch jede Form der Etikettierung war ihm ein Graus. Kompromisslos und konsequent war der in Hamburg lebende Zadek stets seinen eigenen Weg gegangen. Er zählte zu den bekanntesten Theaterregisseuren Deutschlands, wenn nicht gar Europas: Die öffentlich erfolgte Ankündigung im Frühjahr 2007, ihm den Europäischen Theaterpreis, eine der wichtigsten europäischen Anerkennungen für Theaterarbeit, verleihen zu wollen, sollte sein Lebenswerk krönen. Doch sein Nichterscheinen in Thessaloniki führte zu hitzigen Debatten und öffentlich geführten Auseinandersetzungen und resultierte schließlich darin, dass man ihm den Preis wieder aberkannte. Eine weitere Posse in seiner langen Laufbahn als Skandalregisseur.
Sich selbst sah Peter Zadek nie als Skandalregisseur, auch wenn seine Karriere mit öffentlichen Erregungen und Debatten einherging. Ihm persönlich ging es stets darum, Grenzen zu durchbrechen und neue Wege zu beschreiten, sicher auch bewusst zu provozieren, egal, ob Kritik und Publikum ihn dafür lieben oder hassen.
1933 emigriert der Sohn einer gutbürgerlichen, jüdischen Familie nach London. Er wächst in England auf und lernt dort das Handwerk des Theaterregisseurs. Erst spät, Ende der 50er Jahre, kehrt er in die Heimat seiner Eltern zurück.
Mitte der 60er Jahre wird er am Bremer Theater durch seine eigenwillige Art der Inszenierung schnell berühmt und sein “Bremer Stil” geht sprichwörtlich in die Theatergeschichte ein. Es macht ihn und das Bremer Theater weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Zadek trifft hier den jungen Peter Stein und den Schauspieler Ulrich Wildgruber, der fortan zum gefeierten Hauptdarsteller seiner zahlreichen Inszenierungen wird. Zadek feiert einen Erfolg nach dem anderen.
Er wird Intendant in Bochum und wechselt 1985 an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Seit 1995 arbeitet er als freier Regisseur und inszeniert an den renommiertesten deutschsprachigen Bühnen, wie dem Berliner Ensemble, dem Wiener Burgtheater oder dem Thalia Theater Hamburg. Immer dabei: seine “Schauspielerfamilie” um Eva Mattes, Susanne Lothar und Angela Winkler.
Jean Boué trifft Peter Zadek an seinen Wohnort in Hamburg, wo er mit der Schriftstellerin Elisabeth Plessen lebte. Zadek lässt sich an seinem liebsten Arbeitsplatz, seinem Bett, beobachten, er nimmt das Filmteam mit ins Theater und es lernt Peter Zadek als “Auto-Erotic-Freak” kennen, wie er von seiner Lebensgefährtin liebevoll genannt wurde.
Quelle: Arte
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