12. Filmfestival Münster startet
Die Gästeliste ist fast groß wie die Zahl der Filme, die fünf Tage lang präsentiert wird: Zum Filmfestival Münster trifft sich ab Mittwoch, 17. Oktober, die Filmszene aus dem In- und Ausland. Direkt aus L.A. fliegt Hollywoodstar Rutger Hauer ein und ist Mitglied der Jury, die den mit 10 000 Euro dotierten Regiepreis im europäischen Spielfilmwettbewerb verleiht. „Wir freuen uns so sehr auf das Team, auf die Filme und die Jury“, ist die Slovenin Sabina Zakelj begeistert; ebenso wie ihre Jury-Kollegin Franziska Weisz: „Ich bin ganz gespannt auf Münster und darauf, die Filmszene dort kennen zu lernen.“ Obwohl sie gerade mitten im Dreh steckt, hat auch Nursel Köse es möglich gemacht, als Jurymitglied in Münster dabei zu sein. Das Publikum feiert die Schauspielerin gerade in Fatih Akins neuem Film „Auf der anderen Seite“, der in Cannes mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. „Work! Don’t Work!“ ist das Thema des diesjährigen thematisch ausgerichteten Spielfilmwettbewerbs, in dem acht Werke – vom Thriller über Musikfilm bis zum Sozialdrama – gezeigt werden. Alle Aspekte von Arbeit – auch Liebe und Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit – werden beleuchtet. Mit Lionel Baillius Spielfilmdebüt „Fair Play“ wird das Festival eröffnet: Rund um das abgründige Szenario seines Oscar-nominierten Kurzfilms „Squash“ gruppiert der junge Franzose eine Reihe weiterer, mitunter tödlicher Freizeitsportarten. Denn ganz gleich, ob sie rudern, joggen, golfen oder schwimmen, Fair Play spielt hier ganz entschieden keine Rolle.
Über hundert Filme bieten über alle Alters- und Geschmacksgrenzen hinweg Spannendes, Nachdenkliches, Überraschendes. Einer der Publikumsmagneten des 12. Filmfestivals Münster wird einmal mehr der deutschsprachige Kurzfilmwettbewerb sein. 52 Kurzfilme – von der charmanten Fingerübung bis zur poetischen Dokumentation von preisgekrönten Filmemachern – konkurrieren um den mit 5.000 Euro dotierten Großen Preis der Filmwerkstatt, gestiftet von G + P Immobilien Consult, den Förderpreis des WDR Studio Münster in Höhe von 2.500 Euro und den Publikumspreis (1.000 Euro), gestiftet von den Münsterschen Filmtheater Betrieben. Über die Hälfte der jungen Filmemacher und Filmemacherinnen, die an Filmhochschulen oder unabhängig davon gearbeitet haben, sind live dabei, wenn ihre Werke der Öffentlichkeit präsentiert werden und geben manches Geheimnis im Talk mit Entertainer und Moderator Adam Riese preis. In der Kurzfilmjury entscheidet unter anderem die Schauspielerin Ina Paule Klink, die als kesse Studentin Alex in der „Wilsberg“-Krimireihe Münstererfahrung hat.
Erstmals findet das Festival, das vor zwei Jahren über 6000 Besucher in den Bann gezogen, im Cineplex im Stadthafen statt. Wieder wird eine große Festival-Lounge eröffnet, in der sich die Filmschaffenden und das Publikum begegnen können.
Inspiriert durch das Thema Arbeit wurde erstmalig eine Schülerjury aus den Abgangsklassen der Haupt- und Realschulen in Münster eingeladen, die aus den Schulvorführungen einen Preis für den besten Kurzfilm über Arbeitslust und -frust verleiht. Im Rahmenprogramm zeigt ein kurzer Gang durch die Spielfilmgeschichte die wahren „Helden und Heldinnen der Arbeit“ – wie immer ist es ein Genuss, mit Filmwissenschaftler Dr. Hans Gerhold den Bogen von „Kuhle Wampe“ (D 1932) über „Karbid und Sauerampfer“ (DDR 1963) bis zu Kaurismäkis „Mann ohne Vergangenheit“ (SF 2002) zu schlagen.
Die Reihe „Münster Connection“ ist den Filmschaffenden der Region – vom begabten Amateur bis zum alten Profi – aus dem Umfeld der Filmwerkstatt, der Kunstakademie oder der FH Design gewidmet. Erstmalig ist ein Preview des neuen Werks des renommierten Autors und Regisseurs Peter Lilienthal zu sehen. Anhand des Schicksals des ersten US-Deserteurs im zweiten Irak-Krieg und einem Vater, der seinen Sohn bei der Irak-Invasion verlor, beleuchtet er in „Camilo – Der lange Weg zum Ungehorsam“ die Rekrutierungspolitik der amerikanischen Armee. Er hinterfragt in diesem essayistischen Dokumentarfilm die Verantwortung der Söhne und Väter, als Soldaten in einen Krieg zu ziehen.
Einmalig in Deutschland ist die Sektion „Filmspiegel“ mit den aktuellsten und herausragenden Produktionen aller Genres aus den Niederlanden, die eine einzigartige Handschrift haben.
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12. Filmfestival Münster startet wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »






