DIARY OF THE DEAD – Fantasy Filmfest Nights
George A. Romero ist 68 Jahre alt. Mit seinem fünften Eintrag in die selbst geschaffene Zombie-Ahnenreihe liefert er eine Filmperle ab, der man das Alter seines Machers keine Sekunde ansieht. Diesen subversiven Geniestreich, in dem Romero seine Zähne tief in die Eingeweide eines von Abu Ghraib, Highschool-Shootings, MySpace und youtube ausgehöhlten Amerika versenkt, würde man eigentlich von einem jüngeren Filmemacher erwarten. Nicht von einem Senior mit dicken Brillengläsern, der einst mit THE NIGHT OF THE LIVING DEAD die Ära des modernen Horrorfilms begründete. Erstaunlich, wie er es versteht, noch einmal komplett auf Null zurückzudrehen und sein persönliches Ground Zero abzuliefern, als hätten wir Zombies in Kaufhäusern, Militäranlagen und überhaupt überall nie erlebt … Wir sind mit dabei, wenn die Plage erstmals ausbricht und sich über das Land legt wie ein Leichentuch. Festgehalten wird der Untergang der Zivilisation von einer Horror-Filmcrew auf der Flucht, die den Siegeszug der Untoten kurzerhand in einer Doku namens „The Death of Death“ verarbeitet … Wie immer setzt Romero mehr auf Psychologie als auf stumpfen Krawall, um so verblüffender entfaltet der Film eine fürchterliche Wucht, brilliert auch und gerade als Satire über eine Welt, die es gewohnt ist, nur noch zuzusehen und nicht mehr selbst zu handeln. „Ich will diesen Film nicht machen“, klagt eine der Hauptfiguren. „Ich auch nicht“, lautet die Antwort, „aber ich kann das Drehbuch nicht ändern.“ Fucking right.
Der Film wird auf den Fantasy Filmfest Nights präsentiert.
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