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Filmfestival Münster 2009 geht ins Risiko

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Filmfestival Münster 2009 geht ins Risiko

filmfestival muenster 150x212 Filmfestival Münster 2009 geht ins RisikoJetzt schlägt’s Dreizehn! Das Filmfestival Münster, das vom 7. bis 11. Oktober 2009 über die Leinwände des Cineplex rollt, steht seit 1981 für innovatives Filmschaffen, hochwertige Programmqualität und setzt in diesem Jahr wie immer einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung junger Talente. Das alle zwei Jahre stattfindende Publikumsfestival hat sich inzwischen europaweit anerkannt zu einer Plattform für künstlerisch und inhaltlich anspruchsvolle Beiträge entwickelt. Die dreizehnte Ausgabe des Festivals, das seit den „Filmzwergen 81“ von der Filmwerkstatt Münster veranstaltet wird, geht mit dem thematischen Wettbewerbsmotto „Risiko“ in die Offensive. Die Formen der individuellen Risikobereitschaft, also letztlich der Mut zum „Risiko“, finden sich in allen Sektionen des Festivals wieder.

Im Europäischen Spielfilmwettbewerb nehmen die Protagonisten einen oft sehr riskanten, aber auch mutigen und herausfordernden Weg auf sich, um ihrem Ziel, ihrer Passion und ihrer Überzeugung Folge zu leisten. Den fulminanten Auftakt des thematischen Wettbewerbs zu „Risiko“ macht der 2008 im Münsterland gedrehte Spielfilm „Unter Bauern – Retter in der Nacht“ von Regisseur Ludi Boeken, und er eröffnet damit das Filmfestival Münster mit einer Deutschlandpremiere in Anwesenheit von prominenten Gästen. Acht europäische Langfilme gehen ins Rennen um den Preis für die beste Regie, dotiert mit 7.500 Euro. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei Debütfilmen junger europäischer Regisseure zu Teil, wie dem britischen Künstler Steve McQueen, der mit dem kompromisslosen Gefängnisdrama „Hunger“ nach viel beachteten Installationen und Fotoarbeiten seine erste Regiearbeit realisierte und gleich in Cannes mit der Camera d’Or für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet wurde. Auch Rune Denstad Langlo ist furios in seine Regiekarriere gestartet. Mit seinem lakonischen Offroadmovie „Nord“ hatte er in diesem Jahr die Ehre, das Panorama Special der Berlinale zu eröffnen. Mit ihrem trockenen Humor und bizarren Einfällen wird die norwegische Tragikomödie über das Leben am Polarkreis sicher auch das Festivalpublikum in Münster begeistern.

Wer Kurzfilm wagt, kann gewinnen – natürlich auch Preise und damit eine Grundlage für die Finanzierung des nächsten Projekts. Beim Publikumsliebling des Festivals, dem Deutschsprachigen Kurzfilmwettbewerb, gehen diesmal 49 Beiträge ins Rennen, alles ist möglich – frech, gewagt, experimentell, schrill und ernst. Wie immer werden das Publikum und eine Fachjury über die preisverdächtigen Werke der jungen Filmer entscheiden. Gleich drei Preise stehen in Aussicht: der Große Preis der Filmwerkstatt, dotiert mit 5.000 € und gestiftet von Grimm & Partner Unternehmens- und Wirtschaftsberatung, der WDR-Förderpreis des Landesstudios Münster in Höhe von 2.500 € und der Publikumspreis, gestiftet von den Münsterschen Filmtheater-Betrieben, dotiert mit 1.000 €. Die Preisgelder sind für die Unterstützung des weiteren Schaffens der jungen Talente sehr gut angelegt, wie sich am Beispiel von Nikias Chryssos zeigt. Der Gewinner des Großen Preises der Filmwerkstatt 2007 für das Sozialdrama „Hochhaus“ ist in diesem Jahr mit seinem neuen Spielfilm „Der Grossvater“ wieder dabei. Seine Protagonisten sind Stars wie Matthias Habich und Pit Bukowski. Der Schauspieler Fabian Busch war 2005 Mitglied der Kurzfilmjury und kommt jetzt mit seinem ersten eigenen Kurzfilm „Edgar“ zum Festival.

Kurzfilme gibt es auch im Schulprogramm zu sehen, das allen Münsteraner Schülern ab 14 Jahren zugänglich ist. Aus den zum Thema „Courage“ zusammen gestellten Filmen wählt eine vorab mit Filmwissen „gefütterte“ Schülerjury ihren Favoriten aus. Die Filme beschäftigen sich mit Menschen, die sich stark machen für andere, sich etwas trauen oder gerade eben nicht. Im Film „Spielzeugland“ von Jochen Alexander Freydank, der in diesem Jahr Oscargewinner für den besten Kurzfilm ist, geht es beispielsweise um die drängende Frage des Jungen Heinrich, wohin die jüdischen Mitbürger abtransportiert werden.

Im Rahmenprogramm darf natürlich die deutschlandweit einmalige Festivalsektion „film|spiegel“ mit aktuellen Produktionen aus den Niederlanden nicht fehlen, die in diesem Jahr um die experimentelle Videokunstausstellung „risk.views.NL / D“ mit Arbeiten von Studenten aus Enschede und Münster ergänzt wird. Am Sonntag stellen in der Reihe „Münster-Connection“ Kreative aus der Region ihre filmischen Werke vor, gespannt auf die Resonanz des Publikums. In diesem seit vielen Jahren festen Bestandteil des Festivalprogramms werden ambitionierte Filme zwischen Experiment und klassischem Erzählkino vorgestellt, die Münster und die Region zum Thema haben, von oder mit Münsteranern produziert oder hier gedreht wurden.

Nervenstarke sollten den Spätblock „Unheimlich & Böse“, der sich insbesondere an Fans des phantastischen Films richtet, auf keinen Fall verpassen. In seinem neuen Kunstwerk „Durst“, der in diesem Jahr auch in Cannes für Furore sorgte (Preis der Jury im offiziellen Wettbewerb), widmet sich der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook in einer klug inszenierten Mischung aus Schock und Ironie dem Vampirmythos: Ein katholischer Priester mutiert durch ein missglücktes medizinisches Experiment zum Blutsauger und gerät dadurch in einen existentiellen Konflikt, gegen das Animalische in sich selbst anzukämpfen. Die anschließend schlaflose Nacht kann man getrost auf unserer Record-Riot Festivalparty im Gleis 22 verbringen.

Abgerundet durch eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Individuelle Wagnisse?“ bietet das Filmfestival Münster 2009 ein vielfältiges und aufregendes Programm – das filmische Kulturereignis Westfalens, frisch gestaltet und anspruchsvoll. Das Festivalteam um die neue Leiterin Nicky Schulte freut sich auf eine spannende Festivalzeit mit außergewöhnlichen Seherfahrungen und reizvollen Begegnungen.

Weitere Informationen unter www.filmfestival.muenster.de

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