Filmfestival Münster 2011 – Europäischer Spielfilmwettbewerb
Die 20-jährige Marisa gehört einer rechtsradikalen Clique in einer ostdeutschen Kleinstadt an. Ihr Leben ist geprägt von Orientierungslosigkeit und dumpfen Vorurteilen. Als die Gewalt und die Übergriffe gegen Unschuldige immer stärker eskalieren, beginnt Marisa ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen.
Der Debütfilm „Kriegerin“ des Regisseurs und Autors David Wnendt ist Teil des Europäischen Spielfilmwettbewerbs beim 14. Filmfestival Münster (12.-16.10.2011) und er legt mit überzeugenden Darstellerleistungen und genauem Blick die hohlen Rituale der Rechtsradikalen schonungslos offen.
Ebenso im Wettbewerb vertreten ist der schweizerische Beitrag „Stationspiraten“, der sich auf lebensbejahende Weise des Themas krebskranker Teenager annimmt. Beeindruckend einfühlsam nähert sich Regisseur Michael Schaerer den Höhen und Tiefen ihrer Lebenswege in einem Kinderspital und wie es gemeinsam schaffen, ihrer ungewissen Zukunft mutig ins Gesicht zu blicken. „Stationspiraten“ veranschaulicht damit auf überzeugende Weise das diesjährige Wettbewerbsthema „Was das Leben zusammenhält“. Insgesamt konkurrieren acht Spielfilme um den Preis für die beste Regie, der mit 7.500 Euro dotiert ist.
Für den deutschsprachigen Kurzfilmwettbewerb wurden aus 550 Einreichungen 40 Kurzfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt, die in sieben Wettbewerbsblöcken präsentiert werden. Sie alle gehen ins Rennen um Preisgelder in Höhe von 9.000 Euro. Mit dabei sind die neuesten Kleinode ehemaliger Festivalgewinner: Hanna Nordholt & Fritz Steingrobe öffnen ihre kunstvollen „Wunderkammern“, Till Nowak überwältigt mit seiner imposanten Fake-Doku „The Centrifuge Brain Project“, und auch Stephan „Flint“ Müller, der 2003 in Münster sein allererstes Filmfestival besuchte und für seinen Film „Nasse Zigarren für Berlin“ prompt ausgezeichnet wurde, kehrt mit lakonischem Understatement und seinem komödiantischen Kurzepos „Nun sehen Sie Folgendes“ zurück.
Unter dem Thema „Freundschaft“ zeigt das Filmfestival Münster für Schüler der Klassen 7–10 vier Kurzfilmblöcke, die sich mit den verschiedenen Facetten von Freundschaft beschäftigen – was diese ausmacht, wo man sie findet und wie man sie aufrechterhält. Die Beiträge des Schulprogramms nähern sich dem Thema inhaltlich wie formal auf unterschiedliche Art und liefern den Schülern verschiedene Denkanstöße, die zur Reflexion auffordern. Die beste Umsetzung des Themas wird mit einem Publikumspreis ausgezeichnet, der in diesem Jahr zusätzlich zum Schülerjurypreis erstmalig verliehen wird.
Das komplette Programm der Wettbewerbe beim Filmfestival Münster, das von der Filmwerkstatt Münster veranstaltet wird, sowie der weiteren Sektionen wird Mitte September veröffentlicht. Alle aktuellen Informationen zum Festival unter www.filmfestival-muenster.de
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