Früher Hort der Stasi – heute Ort der Demokratie: Filmgespräch im Landgericht Bautzen 18.05.
Am 18. Mai ab 19 Uhr öffnet sich der Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bautzen für einen besonderen Filmgesprächsabend:
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Zu Gast sind die von der Stasi in den 1980er Jahren inhaftierten Künstler, die Regisseurin SIBYLLE SCHÖNEMANN und der Schauspieler VOLKER MICHALOWSKI. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Verriegelte Zeit“ von Sibylle Schönemann. Die vom Westen freigekaufte Regisseurin arbeitete nach dem Mauerfall ihre rechtswidrige Verurteilung in einer Dokumentation auf. Damit kehrt das Thema „Stasi“ an den einstigen Ort des Geschehens zurück, denn in den Bautzener Gefängnissen waren zahlreiche Regimekritiker inhaftiert, darunter viele namhafte Kulturschaffende. Das Landgericht befindet sich in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Sonderhaftanstalt der Staatssicherheit und heutigen Gedenkstätte Bautzen II. Das anschließende Filmgespräch moderiert der PROGRESS Geschäftsführer Jürgen Haase. Der Eintritt ist frei.
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Die Gäste auf dem Podium:
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- Regisseurin SIBYLLE SCHÖNEMANN gehörte zur letzten Regiegeneration der DEFA, die jedoch in ihrer Arbeit erheblich behindert wurde. Schon 1983 eröffnet die Stasi eine „operative Personenkontrolle“ gegen das Ehepaar Schönemann, beide bei der DEFA angestellt. Nach einem Ausreiseantrag 1984 wird das Ehepaar von der Staatssicherheit verhaftet. Nach ihrer Verurteilung zu 12 Monaten Gefängnis, kauft die Bundesrepublik beide nach fünf Monaten frei. Der Fall Schönemann ist einer der wenigen Beispiele von Filmschaffenden, gegen die mit voller Härte vorgegangen wurde.
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- Schauspieler VOLKER MICHALOWSKI war als Jugendlicher in der Jungen Gemeinde engagiert und spielte in der Punkband „Fehlschicht“. 1989 wurde er dreimal bei Demonstrationen verhaftet, beim letzten Mal zum 40. Jahrestag der DDR für drei Tage im Zuchthaus Bautzen I („Gelbes Elend“) inhaftiert. Der Schauspieler stellte in „Das Leben der Anderen“ einen Stasi-Mann dar. Bekannt ist er aus der TV-Sendung „Zack! Comedy nach Maß“, zuletzt war er im Kino in „Inglorious Basterds“ von Quentin Tarantino zu sehen.
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Der Abend ist Teil der Veranstaltungsreihe „EASTSIDE STORIES IM FILM. 20 JAHRE FRIEDLICHE REVOLUTION UND DEUTSCHE EINHEIT IN SACHSEN“, ein gemeinsames Projekt des PROGRESS Film-Verleihs und der Sächsischen Staatskanzlei. Die Reihe tourt insgesamt durch sechs Städte Sachsens. Es folgen noch Meißen und Görlitz. PROGRESS Film-Verleih, einer der ältesten deutschen Klassikfilmverleiher, feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum.
*** Am 6. Mai findet im Rathaus Grimma ein Filmgesprächsabend zum Thema „Rechtsextreme Jugendliche“ statt. Zu Gast sind Regisseur Roland Steiner, Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung) und die Schauspielerin Jennifer Ulrich („Die Welle“).
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VERANSTALTUNGSÜBERBLICK:
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Ort: Landgericht Bautzen, Lessingstraße 7, 02625 Bautzen
Zeit: 18.05. ab 19 Uhr
Ablauf:
19.00 Uhr Begrüßung durch den Präsidenten des Landgerichts Bautzen Konrad Gatz
19.10 Uhr Grußwort des Staatssekretärs der Justiz und für Europa Dr. Wilfried Bernhardt
19.20 Uhr Vorfilm „Inselwitz“ (1990)
19.25 Uhr Hauptfilm „Verriegelte Zeit“ (1990)
20.50 Uhr Podiumsgespräch
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Infos unter: http://progress-film.de/de/veranstaltung/hinweise/hinweise-2010/05-bautzen.php
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Früher Hort der Stasi – heute Ort der Demokratie: Filmgespräch im Landgericht Bautzen 18.05. wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »












