Rutger Hauer komplettiert die europäische Jury beim Filmfestival Münster 2007
Es ist eine der berühmtesten Szenen der jüngeren Filmgeschichte: Im Finale von „Blade Runner“ sitzen sich Harrison Ford und Rutger Hauer auf dem Dach eines Hochhauses gegenüber und philosophieren über das Leben, den Tod und was den Menschen menschlich macht. Die Rolle des Replikanten Roy Batty in Ridley Scotts wegweisendem Science-Fiction-Klassiker brachte Rutger Hauer weltweite Anerkennung. Erst vor wenigen Wochen stellte er zum 25-jährigen Jubiläum des Films den „Final Cut“ auf dem Filmfestival in Venedig vor – und beim 12. Filmfestival Münster, vom 17. bis 21. Oktober im Cineplex, komplettiert er die Jury des europäischen Spielfilmwettbewerbs.
Rutger Hauer hat seit den frühen Siebzigern in mehr als 100 Filmen mitgewirkt, in Blockbustern ebenso wie in kleinen Arthouse-Produktionen. Seinen internationalen Durchbruch erlangte er mit der Hauptrolle in Paul Verhoevens frühem Skandalfilm „Türkische Früchte“. Mit Verhoeven drehte er in der Folge auch die Filme „Soldier of Orange“, „Spetters“ und „Flesh & Blood“. 1981 gab er sein US-Debüt in „Nachtfalken“. Neben „Blade Runner“ feierte Rutger Hauer in den 80er Jahren große Erfolge mit Sam Peckinpahs „Das Osterman-Weekend“ (1983) und „Hitcher – Der Highway-Killer“ (1986). Für seine Darstellung in „Sobibor“ wurde er 1988 mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Zuletzt machte er mit markanten Nebenrollen in George Clooneys Regiedebüt „Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind“ (2003), in Christopher Nolans „Batman Begins“ (2005) sowie in „Sin City“ (2005) von Robert Rodriguez auf sich aufmerksam.
Rutger Hauer hat im Jahr 2000 die „Rutger Hauer Starfish Foundation“ gegründet, die sich in der AIDS-Forschung und Prävention engagiert. Im vergangenen Jahr eröffnete er in Rotterdam die „Rutger Hauer Film Factory“, mit der er zahlreiche Nachwuchsfilmemacher unterstützt. Seine Autobiographie „All Those Moments: Stories of Heroes, Villains, Replicants, and Blade Runners“ ist vor kurzem erschienen.
Die Dokumentation „Blond, blue eyes“ über sein Leben und seine Filme läuft am 17.10. und 18.10. jeweils um 22.30 Uhr im Rahmen der Sektion „filmspiegel“. Die Regisseurin Simone de Vries hat für ihr Portrait Rutger Hauer fast zwei Jahre lang begleitet.
Neben Rutger Hauer sitzen die Schauspielerinnen Nursel Köse („Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin) und Franziska Weisz („Hotel“ von Jessica Hausner), der niederländische Kameramann René Begas und Sabina Zakelj, die Leiterin des MEDIA Büros in Slowenien, sowie Jens Schneiderheinze, Geschäftsführer des mehrfach auszeichneten münsterschen Programmkinos „Cinema & Kurbelkiste“ in der europäischen Jury. Sie alle entscheiden über die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises für die beste Regie im europäischen Spielfilmwettbewerb des Filmfestival Münster 2007.
Weitere Informationen unter www.filmfestival.muenster.de
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Freitag, 12 Oktober 2007 @ 4:07pm