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Eine komplette Übersicht unserer Hardware-Testberichte finden Sie in unserer Übersicht.

Von Mono zum 6.1 Multikanalsound

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Guter Ton gehört zum Film, wie Salz in eine Suppe. Ein
Kinohit ohne entsprechend guten Soundtrack ist fast undenkbar. Um
das Gefühl des "Dabeiseins" zu erzeugen ist guter Ton
unverzichtbar. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte wurde die
Kinotontechnik auch zuhause erschwinglich. Der folgende Text
zeigt Ihnen die elementaren Unterschiede zwischen den einzelnen
analogen und digitalen Aufzeichnungsmethoden.







Monoton:

vspace="20" align="left" width="132" height="78" border="0" alt=
"Lautsprecherkonfiguration Mono">Die einfachste Art und Weise
Tonsignale aufzuzeichnen und wiederzugeben ist der Monoton. Hier
existiert nur ein einziger Kanal, d.h. die komplette
Toninformation, die auf einem Datenträger (Schallplatte,
Kassette, CD, DVD, etc.) vorhanden ist, wird zusammen
übertragen. Zur vollständigen Wiedergabe benötigt
man nur einen Lautsprecher und einen Verstärker. Es
können natürlich auch mehrere Boxen und entsprechend
viele Monoverstärker eingesetzt werden, allerdings
verarbeiten alle Speaker dann das gleiche elektrische Signal. Sie
teilen sich den Monokanal.



Als Quelle für Monoton kommen alle vorhandenen Signalquellen
in Frage. Jeder Videorecorder, jedes Fernsehprogramm, jede DVD
und alle anderen in Betracht kommenden Systeme beherrschen die
Wiedergabe von Monoton. Allerdings sind sie mit diesem
Wiedergabeverfahren zum Teil klanglich noch lange nicht
ausgelastet.



Stereoton:

Im Gegensatz zu Mono stellt das Stereosystem zwei Kanäle
für die Audiowiedergabe bereit. Die gesammte Toninformation
wird hier nicht als Ganzes über einen Kanal übertragen,
sondern aufgesplittet in einen Datenteil für den "rechten"
Kanal und in einen für den "linken" Kanal. Zur Wiedergabe
benötigt man einen Stereoverstärker und zwei
Lautsprecher.



Trotz der Erweiterung auf zwei Kanäle bleibt Stereo aber
auf- und abwärtskompatibel zu Mono. Monosignale können
auf Stereogeräten genauso problemlos wiedergegeben werden,
wie Stereosignale auf Monogeräten - natürlich jeweils
nur in einkanaligem Ton.



Als Signalquellen für Filmsound in Stereo kommen in erster
Linie Hifi-Videorecorder, Laserdisk-Player und DVD-Player in
Frage, wobei aber auch die meisten neueren TV-Sendungen in Stereo
produziert werden.



Der Vorteil von Stereo gegenüber der Monowiedergabe liegt in
der wesentlich verbesserten Klangqualität und
räumlichen Auflösung. Soll beispielsweise ein Konzert
wiedergegeben werden, bei dem ein Gitarrist auf der linken Seite
der Bühne spielt, so gelangt diese Toninformation bei der
Aufzeichnung in den rechten Kanal. Daheim werden diese Daten auf
den rechten Kanal des Verstärkers und damit auf den rechten
Lautsprecher ausgegeben. Ein Zuhörer hört damit den
Gitarristen wie beim Konzert von rechts. Töne, die im
Original in der Mitte vor dem Hörer erklingen, werden daheim
von beiden Kanälen gleich laut wiedergegeben. Unser Ohr
interpretiert nämlich exakt gleich laute Klänge von
rechts und links vorne als Schallquelle, die mittig vor uns
plaziert ist. Damit hört man zuhause die Töne ebenfalls
aus der Mitte zwischen den beiden Boxen. Da diese Schallquelle
uns offensichtlich von unserem Gehirn vorgegaukelt wird und nicht
wirklich existiert, spricht man in diesem Zusammenhang auch von
einer Phantomschallquelle. Insgesamt wird durch die beiden
Stereoboxen eine virtuelle Bühne geschaffen, die den
Hörer das Konzert wesentlich direkter miterleben lässt,
als es eine Monoquelle tun würde.



"left" hspace="20" vspace="20" width="200" height="200" border=
"0" alt="Lautsprecheranordnung Stereo">Damit die oben
beschriebene räumliche Auflösung möglich ist, ist
die Aufstellung der Stereolautsprecher im Raum elementar wichtig.
Optimal ist eine Plazierung in Form des sogenannten
Stereodreiecks, einem gleichschenkligen Dreieck, in dessen Spitze
der Zuschauer Platz nimmt, und an dessen zwei anderen Ecken die
Speaker stehen. Sitzt der Zuhörer zu weit rechts, so ist der
Weg des Schalls von der rechten Box zum Ohr deutlich geringer als
der des Schalls von links. Das Ohr nimmt die rechte Box lauter
war, wodurch das Klangbild rechtslastig wird und bei extremer
Sitzposition auseinanderfällt. Entsprechendes gilt bei nach
links verschobener Hörposition.



Genau dieses Problem tritt auch dann auf, wenn der Fernseher oder
Videorecorder mit einer Stereoanlage verbunden wird. Befinden
sich die Stereoboxen rechts und links in gleichem Abstand zum TV,
so kann nur der Zuschauer, der mittig vor dem Fernseher sitzt,
das Raumpanorama optimal wahrnehmen. Alle anderen sitzen entweder
zu weit links oder rechts und der Klang wird entsprechend rechts
oder linkslastig. Dies ist bei der Wiedergabe von Filmen noch
problematischer als bei Musikwiedergabe. Sitzt der Zuschauer
beispielsweise zu weit rechts, so nimmt er die Stimme eines
Schauspielers, der mittig auf dem TV zu sehen ist, nicht auf dem
Bildschirm war, sondern aus dem rechten Lautsprecher. Diese
Diskrepanz zwischen dem Ort des Bildes und dem des Tones bewirkt
eine starke Ton-Bild-Disharmonie.



Dolby Surround Prologic - analoger 4.0 Mehrkanalton

Um dieses Problem bei der Wiedergabe von Filmton aus der Welt zu
schaffen, entwickelte die Firma target="_blank">Dolby Laboratories Inc. eine Tontechnik, die
vier Tonkanäle bereitstellt, das sogenannte Dolby Surround
Prologic. Der bisweilen verwendete Zusatz 4.0 steht für vier
Kanäle und "keinen" (daher die 0) Tieftonkanal - im
Gegensatz zu digitalen Mehrkanalsystemen, die immer einen
speziellen Kanal für den Subwoofer mitbringen (siehe auch
weiter unten!). Als Vorbild diente das im professionellen Kino
seit den 70ern erfolgreich eingesetzte Dolby Stereo.



Dolby Surround Prologic war die erste analoge Mehrkanaltontechnik
für zuhause, die mit einem speziellen Centerkanal arbeitete.
Dieser Kanal wird möglichst mittig zwischen den beiden
Stereolautsprechern (hier Main- oder Frontboxen genannt) unter
oder über dem Fernseher positioniert, und gibt alle
Tonsignale wieder, die exakt aus der Bildmitte kommen sollen. Die
Stereolautsprecher, die nach dem Stereodreieck aufgestellt
werden, werden von diesen Informationen entlastet. An die Stelle
der Phantomschallquelle tritt jetzt der Centerkanal, also eine
real existierende Schallquelle. Dadurch werden die oben
angeführten Fehlortungen für Zuschauer, die sich weit
links oder rechts des Fernsehers befinden, fast vollständig
eliminiert.



Damit ist die Funktion der ersten drei Kanäle bei Dolby
Surround Prologic klar. Sie dienen der Wiedergabe der
Geräusche, die von vorne also vom Fernseher kommen. Im Kino
allerdings befinden sich auch an den Seiten und
Rückwänden Lautsprecher. Diese heben die
Beschränkung des Klangbildes auf die Bildschirmebene auf.
Mit Hilfe dieses auch bei Dolby Surround Prologic vorhandenen
Kanales, dem sogenannten Effektkanal, entsteht ein
dreidimensionales, den Zuschauer vollständig
einhüllendes Raumklangbild. Der Effektkanal wird auf zwei in
Mono arbeitende Boxen aufgeteilt und diese rechts und links
seitlich oder hinter dem Zuschauer positioniert. Es werden zwei
Lautsprecher verwendet, damit die einzelne Effektschallquelle
weniger ortbar ist. Optimaler Raumklang kann bei Dolby Surround
Prologic nämlich nur dann entstehen, wenn die hinteren Boxen
möglichst diffus aufspielen. Die Qualität der
Effektspeaker ist bei Dolby Surround Prologic nicht ganz so
wichtig, da der Decoder aus technischen Gründen den
Effektkanal im Frequenzgang stark beschneidet. Im Gegensatz zu
den anderen Lautsprechern, die Frequenzen von 20Hz bis 20kHz
wiedergeben können sollten, muss der Effektspeaker nur
Signale zwischen 100Hz und 7kHz verarbeiten.



Das besondere an Dolby Surround Prologic ist seine
Abwärtskompatibilität zu Stereo und Mono. 4-kanalige
Dolby Surround Prologic-Signale können problemlos auf
Stereo- oder Monogeräten wiedergegeben werden. Um das zu
gewährleisten, mussten die Erfinder einen Trick anwenden.
Lägen die vier Kanäle völlig getrennt (diskret)
vor, so könnten sie Stereo- oder Monogeräte nicht
verarbeiten, da diese nur ein- oder zweikanalig ausgelegt sind.
Die Techniker entwickelten eine Methode, wie man die vier
Kanäle in zwei Stereokanälen verschlüsselt. Im
Decoder, der Bestandteil jedes Dolby Surround
Prologic-fähigen Gerätes ist, werden die einzelnen
Kanäle wieder entschlüsselt. Wird ein kodierter
Soundtrack über ein normales Stereogerät abgespielt, so
erkennt das betreffende Gerät die zwei zusätzlichen,
versteckten Kanäle nicht. Es erfolgt eine Wiedergabe in
Stereo.



"left" hspace="20" vspace="40" width="200" height="300" border=
"0" alt="Lautsprecheranordnung Prologic">Um Dolby Surround
Prologic genießen zu können, benötigen Sie
mindestens fünf Lautsprecher: einen Centerspeaker, zwei
Frontspeaker rechts und links und zwei Effektspeaker für
hinten. Alle Lautsprecher müssen möglichst gleich
klingen. Ansonsten ist die Homogenität des Klangbildes
gestört. Am besten wird es sein, man schafft sich ein
Komplettset aus fünf Boxen an, die speziell für die
Heimkinoanwendung optimiert sind. Es kann natürlich auch die
bestehende Stereoanlage aufgerüstet werden. Zu den
vorhandenen Stereoboxen gesellen sich dann der Center und die
beiden Effektspeaker. In diesem Fall kann die Wahl der noch
fehlenden Lautsprecher schon schwer fallen. Eine akzeptable
Homogenität erreichen Sie meist dadurch, dass Sie identische
oder zumindest bauähnliche Lautsprecher aus der gleichen
Produktionsserie Ihres Lautsprecherherstellers wählen. Ein
Fachhändler berät Sie hierzu sicher gerne. Zur
Verstärkung des Tiefbassbereiches sollte zusätzlich ein
spezieller Aktivsubwoofer verwendet werden. Diese Geräte
sind nichts anderes, als ein Lautsprecher, der nur den
Bassbereich wiedergeben kann, mit eingebautem Endverstärker
und meist auch eigener aktiver Frequenzweiche zur Trennung des
Tieftonbereichs von den übrigen Frequenzen, die die anderen
Lautsprecher wiedergeben müssen. Viele moderne
AV-Verstärker besitzen einen speziellen Ausgang für
solche Tiefsttonboxen, die die Wucht von Explosionen und
sonstigen Tiefbasseffekten erst richtig spürbar machen.
Subwoofer sind auch in einer passiven Variante (d.h. ohne
eingebaute Endstufe) zu haben, die aber nur in Kombination mit
einer externen Aktivweiche (bei manchen AV-Verstärkern
enthalten) und eigener Endstufe empfohlen werden können.



Auf Seiten der Elektronik ist natürlich ein Verstärker
mit Decoderchip für Dolby Surround Prologic von nöten.
Dieser Decoder ist heute Standard in praktisch allen
AV-Verstärkern und -Recievern. Als Signalquelle müssen
Stereogeräte vorhanden sein, da der Decoder nur aus
Stereosignalen die zwei darin verschlüsselten Kanäle
auslesen kann. Ein Monovideorecoder ist beispielsweise
ungeeignet. Die DVD beinhaltet oft ebenfalls eine Tonspur in
Dolby Surround Prologic, bei neuen Filmen sollte aber auf die
wesentlich besseren digitalen 5.1 oder 6.1 Formate
zurückgegriffen werden.



Dolby Surround Prologic 2 - analoger 5.1 Mehrkanalton

In jüngster Zeit werden Filme fast nur noch mit digitalen
Mehrkanaltontechniken aufgenommen. Entsprechend verwöhnt
sind mittlerweile die Ohren der Heimkinobegeisterten. Um auch
alte Videos mit Dolby Surround Prologic- oder Stereoton in
für heutige Ansprüche hoher Klangqualität
wiedergeben zu können, wurde Prologic 2 von den Dolbylabs
entwickelt. Prologic 2 kann als Nachfolger von Dolby Surround
Prologic gesehen werden. Ein speziell kodiertes Signal wird nicht
benötigt, es genügt ein in Prologic kodierter
Track.



"right" hspace="20" width="200" height="300" border="0" alt=
"Lautsprecheranordnung Prologic 2">Das besondere am neuen System
ist, dass es keinerlei Nachteile gegenüber dem bisherigen
Prologic-Verfahren geben soll. Zunächst besitzt Prologic 2
genau wie die meisten Digitalsysteme 5.1 Kanäle. Dabei steht
die 5 für fünf Fullrange-Kanäle (Front rechts,
Front links, Center, Surround Rechts und Surround links), die 1
für einen Low Frequency Effect-Kanal
(LFE), einem speziellen Subwooferkanal für ultratiefe
Töne. Die Surroundspeaker arbeiten also in Stereo (daher die
"5" statt "4" in der Bezeichnung) und mit vollem Frequenzbereich,
was eine deutliche Verbesserung zum Prologic-System darstellt
dessen Speaker in Mono und mit begrenztem Frequenzumfang
arbeiten. Die Kanaltrennung soll auch wesentlich besser sein,
ähnlich gut wie bei Digitalsystemen, und Fehler, die
Prologic-Decoder verursachen (Lautstärkeschwankungen, im
Verhältnis zu lauter Center, Übersprechen,...), sollen
nicht mehr auftreten. Zu allem Überfluss ist die Umstellung
in der Produktion von AV-Geräten mit Decodern für
Prologic auf Exemplare mit Prologic 2 sehr einfach. Daher ist es
auch nicht verwunderlich, dass bereits viele neue AV-Geräte
mit dem neuen Chip bestückt sind.



Bei der Wahl der Lautsprecher ist darauf zu achten, dass im
Gegensatz zur Prologic-Anwendung hochwertige Fullrange
Effektspeaker eingesetzt werden. Die Surroundspeaker müssen
hier also auch den vollen Frequenzumfang (20Hz bis 20kHz)
wiedergeben können.



Dolby Digital, DTS, DTS 96/24 - digitale
5.1-Mehrkanaltontechniken


Mit der Einführung der DVD wurden digitale
Mehrkanaltontechniken, wie sie schon länger aus den Kinos
bekannt sind, auch für den Ottonormalverbraucher
erschwinglich. Zwar hatte die Laserdisk, ein
schallplattengroßer Videoträger, diese Formate bereits
offeriert, allerdings nur in Kombination mit NTSC-Bildern und
englischem Ton. Der Preis der Laserdisk blieb über die Jahre
hinweg konstant hoch, so dass sich dieses Format nicht
durchsetzen konnte.



align="left" hspace="20" vspace="20" width="200" height="300"
border="0" alt=
"Lautsprecheranordnung Dolby Digital, DTS und Mpeg-2">Den Markt
der digitalen Mehrkanaltontechnik mit 5.1 Kanälen teilen
sich in erster Linie Dolby Digital und DTS. Beide Systeme
besitzen fünf Fullrange Kanäle (Front rechts, links,
Center, Surround rechts, links) und einen LFE-Kanal. Der
Unterschied zwischen der Technik der Dolby Laboratories Inc. und
der Digital Theater Systems liegen im Detail. Bei beiden Formaten
liegen die einzelnen Kanäle vollständig getrennt in
digital vor. Will man analoge Tonsignale in Digitaltechnik
abspeichern, benötigt man enorme Speicherkapazitäten.
Um die Datenmengen nicht zu stark anwachsen zu lassen, musste
Datenkompression angewendet werden. Beide Verfahren sparen nicht
benötigte Daten dadurch ein, dass unbenötigte
Informationen digital weggerechnet werden. In sehr lauten
Passagen des Filmes gehen leise Signale des analogen Originals
unter und können vom menschlichen Ohr gar nicht wahrgenommen
werden. Insbesondere diese Signale entfallen bei Dolby Digital
und DTS.



Der Unterschied der beiden Systeme liegt in der Höhe dieser
Kompression. Dolby verwendet für sein Verfahren Dolby
Digital den selbst entwickelten Algorithmus AC-3 (=Audio Coding
3), der die Daten mit einem Verhältnis von bis zu 12:1
komprimiert. DTS dagegen arbeitet mit einem anderen Algorithmus,
der Informationen nur auf ein Fünftel im Bezug auf das
Original schrumpfen lässt. Dadurch benötigt DTS zwar
mehr Speicherplatz, ist aber theoretisch das bessere Format, da
weniger Daten vom Original unterdrückt werden. Hartgesottene
Heimkinofreaks schwören daher auf DTS, auch wenn die
absolute Mehrheit aller bisher produzierten DVDs mit Dolby
Digital ausgestattet ist.



Seit Herbst 2001 bietet DTS noch ein weiteres Format an. Die
zunächst von den Firmen Pioneer und Denon unterstütze
Technologie DTS 96/24 arbeitet wie der Name schon sagt mit 96kHz
Samplingfrequenz und 24 Bit Auflösung. Dieser Standard ist
in der professionellen Tontechnik bereits recht weit verbreitet,
so dass in absehbarer Zeit auch eine große Menge an
Software für das Kino zuhause zu erwarten ist.



Zwar konnten bereits auf der Urversion der DVD-Video zwei
Kanäle mit 96kHz und 24 Bit aufgenommen werden, allerdings
nur unter extremer Reduktion von Videodaten. das führte oft
zu schlechtem Bild. Bessere Möglichkeiten bietet die
DVD-Audio bzw. die SACD. Hier können bis zu 6 Kanäle in
der hochwertigen Technik aufgenommen werden - allerdings mit der
Einschränkung, dass spezielle DVD-Audio- bzw. SACD-Player
von nöten sind.



DTS 96/24 macht es nun möglich neben Videodaten in
1a-Qualität bis zu 6 Audiokanäle in 96 kHz/24-Bit
Technik auf einer gewöhnlichen DVD-Video unterzubringen.
Noch dazu können die neuen DVDs, die dieses Format
unterstützen, auch auf alten DVD-Video-Playern dank
Abwärtskompatibilität abgespielt werden (natürlich
"nur" in der bisherigen Audioqualität). Auch
Audio-DVD-Player haben keine Probleme mit DTS 96/24: Das Signal
wird im Videospeicherbereich der DVD-Audio aufgespielt. Spezielle
Player sind für DTS 96/24 nicht nötig.

Ferner kann das DTS 96/24 Signal digital über S/P-DIF
Ausgänge ausgegeben werden, so dass hochwertige externe
Digital-Analog Wandler die Klangqualität noch steigern
können.



height="174" border="0" alt=
"Treppenfunktion als Annäherung an analoges Signal" align=
"right" hspace="20" vspace="20">Warum eigentlich verspricht eine
höhere Bitrate eine bessere Tonqualität? Beim
Digitalisieren von analogen (also "natürlichen")
Audiosignalen, entstehen zwangsweise Fehler. Das liegt daran,
dass kontinuierliche Signale, wie beispielsweise Musiksignale,
digital nicht vollständig wiedergegeben werden können.
Die analoge Funktion kann nur in Form einer Treppenfunktion
angenähert werden (siehe auch Bild). Dabei entstehen
Unterschiede zwischen digitalem und analogem Signal, die sich in
Form von Rauschen, sogenanntem Quantisierungsrauschen
äußern. Diese Fehler beim Digitalisieren der
Analogsignale begrenzen die maximale Dynamik der Digitalaufnahme.
Klar ist, dass diese Fehler kleiner werden, wenn die
Treppenfunktion mehr Stufen aufweist. Daher muss eigentlich nur
die Auflösung der Digitalisierung erhöht werden, um den
Rauschabstand zu verringern. Die CD-Technik arbeitete nun
ursprünglich mit 16 Bit Auflösung. Man kann grob davon
ausgehen, dass pro Bit der Rauschabstand halbiert und damit die
Dynamik verdoppelt wird. Das entspricht einer Erhöhung des
Rauschabstandes um etwa 6dB pro Bit. Verwendet man nun eine
höhere Auflösung, wie beispielsweise beim modernen DTS
96/24 der Fall, erhöht sich die maximale Dynamik des Systems
beträchtlich. Während die CD 16 x 6dB = 96dB an
Dynamikumfang bietet, sind es bei 24-Bit Aufnahmen schon 24 x 6dB
= 144dB - das ist bereits das 1,5 fache der
CD-Auflösung.



Im Zusammenhang mit 5.1-Tontechnik fällt gelegentlich der
Name Mpeg-2. Dieses Format der Motion Pictures Expert Group war
als Standard auf DVD vorgesehen, spielt jedoch heute kaum mehr
eine Rolle. Allenfalls für das digitale Fernsehen (DVB)
könnte Mpeg-2 noch einmal interessant werden.



Die digitalen Mehrkanalformate benötigen alle spezielle
Decoder. Ein AV-Gerät, das DTS und Dolby Digital wiedergeben
soll, muss auch spezielle Decoder für beide Techniken
beherbergen. Eine Abwärtskompatibilität zu Stereo oder
Mono ist nur bei Dolby Digital gewährleistet. Jeder
DVD-Player bietet einen Downmix an, mit dem Dolby Digital in
analoges Stereo verwandelt werden kann. Oft ist das Ergebnis
sogar noch Dolby Surround Prologic fähig. Für
DTS-Soundtracks gibt es so ein Verfahren nicht.



Als Lautsprecher eignen sich die gleichen Boxen, wie für
Dolby Surround Prologic 2, also fünf Fullrangespeaker in
Kombination mit einem großen, leistungsfähigen
Subwoofer.



Dolby Digital Surround EX, DTS ES, DTS ES discrete - digitale
Mehrkanaltonsysteme mit 6.1 Kanälen


"left" hspace="20" vspace="20" width="200" height="300" border=
"0" alt="Lautsprecheranordnung bei 6.1 Tonsystemen">Um den
Effektbereich hinten noch realistischer erscheinen zu lassen,
ließen sich die Tontechniker bei Dolby und DTS noch etwas
einfallen: einen zusätzlichen Centerspeaker im
Effektbereich. Dieser Lautsprecher wird mittig zwischen den
bisherigen zwei Effektboxen angebracht und soll ein noch
homogeneres Raumklangfeld zur Folge haben. Insbesondere
Zuschauer, die weit links oder rechts außen sitzen,
profitieren von dieser zusätzlichen Box. Mit konventionellen
5.1 Systemen driftet der Effektbereich für diese Zuschauer
leicht nach rechts oder links ab. Diese Tatsache ist ja bereits
aus dem Frontbereich bekannt. Bei Stereosignalen stimmt die
Bild-Ton-Harmonie für weit rechts bzw. links sitzende
Zuschauer nicht. Damit dieses Problem im Surroundbereich nicht
auftritt, wird der Zusatzcenter benötigt.



Sowohl Dolby Digital Surround EX (kurz auch Dolby EX) als auch
DTS ES verwenden zur Kodierung des zusätzlichen sechsten
Kanals das sogenannte Matrixverfahren, das gleiche analoge
Verschlüsselungsverfahren, das auch bei Dolby Surround
Prologic für den Frontcenter angewendet wird. Der
Surroundcenter wird also in den beiden Effektkanälen des
gewöhnlichen 5.1-Systems versteckt.



DTS ES discrete geht noch einen Schritt weiter. Hier liegt auch
dieser sechste Kanal vollständig diskret in digital vor.
Dadurch ergibt sich eine noch bessere Kanaltrennung, was
zumindest in der Theorie besseren Klang bedeutet.



Für alle 6.1-Formate benötigt man spezielle
6.1-Decoder. Eine Nachrüstung bisheriger 5.1-Decoder ist bei
Dolby Digital Surround EX und DTS ES möglich, sofern der
Verstärker die Signale für die Surroundspeaker analog
an Cinchausgängen ausgibt. In diesem Fall werden ein
zusätzlicher Matrixdecoder und eine einkanalige Endstufe zur
Ansteuerung einer zu den bisherigen Speakern passenden
Surroundcenterbox benötigt. Nachrüstkitts für DTS
ES discrete gibt es prinzipbedingt nicht.



THX Ultra 2 - ein digitales Mehrkanalsystem mit 7.1
Kanälen


Lucasfilm geht mit dem seit Herbst 2001 auf dem Markt
erhältlichen THX Ultra 2 noch einen Schritt über die
bisherigen 6.1 Tontechniken hinaus. Um den Surroundbereich noch
besser aufzulösen und realistischer erscheinen zu lassen,
wird der Effektcenter durch zwei sogenannte "Backkanäle"
ersetzt. Diese sollen laut Lucasfilm die Räumlichkeit
nochmals verbessern, wenn man sie an die Rückwand des
Hörraumes montiert. THX Ultra 2 ist dabei nicht nur für
Filmton geeignet, sondern soll auchMehrkanalmusikaufnahmen von
DVD-Audio und SACD zu mehr Klangqualität verhelfen. Mehr zu
THX Ultra 2 erfahren Sie im Artikel zu THX auf unserer
Homepage!



Fazit

Wenn man sich die derzeitige Marktsituation ansieht, so geht der
Trend eindeutig hin zu digitalen Tontechniken wie Dolby Digital
und DTS. Nur mit diesen Techniken kann die Digital Versatile Disc
klanglich adäquat wiedergegeben werden. Dabei wird Dolby
Digital auch in Zukunft den Markt beherrschen. Zwar wird die
Anzahl der DTS kodierten DVDs zusehens mehr, allerdings ist sie
immer noch recht gering gegen die Anzahl der Tonträger, die
Dolby Digital enthalten. DTS wird auch in Zukunft die Stellung
eines "High End Mehrkanaltonsystems" innehaben, während
Dolby Digital zum Weltstandard werden dürfte. Wer sich im
Moment einen AV-Reciever oder Verstärker anschaffen
möchte, der sollte auf jeden Fall darauf achten, dass Dolby
Digital mit an Bord ist!



Auch die 6.1-Formate werden sich durchsetzen, ob sie allerdings
die in der Aufstellung leichter zu handhabenden und preiswerteren
5.1-Systeme eines Tages ersetzen, ist noch fraglich, zumal die
6.1-Tracks auch auf gewöhnlichen 5.1-Decodern abgespielt
werden können (nur eben ohne den Surroundcenterkanal).



Die analogen Formate sind heute eigentlich nur noch dazu da
älteren Videos mit Dolby Surround Soundtrack klanglich auf
die Sprünge zu helfen. Dabei sollte beim Kauf eines neuen
Recievers auf Prologic 2 geachtet werden, das nur einen
unbedeutenden Mehrpreis kostet, dafür aber gegenüber
dem konventionellen Prologic ein deutliches Plus in Sachen
Räumlichkeit bereitstellt. Insbesondere für diejenigen,
die eine große Anzahl alter VHS-Kassetten besitzen und
diese oft sehen, lohnt sich eine Investition in Prologic 2. Wer
sowieso nur DVDs in digitaler Tontechnik genießt, der wird
auch ohne diese Neuerung glücklich werden.

Dieser Text stammt mit freundlicher Genehmigung von BUROSCH Audio-Video-Technik.

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