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Eine komplette Übersicht unserer Hardware-Testberichte finden Sie in unserer Übersicht.

AV-Verstärker oder AV-Receiver - wichtige Merkmale

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Jeder, der sich eine Heimkino-Anlage installieren oder sein
bestehendes System updaten möchte, steht beim Kauf neuer
Komponenten vor keiner leichten Entscheidung. Das betrifft sowohl
den DVD-Player als auch den AV-Verstärker oder AV-Receiver
als Zentrum der Heimkino-Anlage. Dieses kleine Special befasst
sich mit den wichtigen Merkmalen von AV-Verstärkern und
-Receivern.



Dolby Digital, DTS, Extended Surround und Aufpolierer



Bei praktisch allen brauchbaren Heimkino-Schaltzentralen ist
inzwischen ein Dolby Digital- und DTS-Decoder Standard. Nur noch
wenige Auslauf- oder Sparmodelle kommen lediglich mit einem Dolby
Digital-Decoder. Aufgrund des inzwischen doch recht beachtlichen
Angebots an DTS-Software sollte der Heimkino-Neueinsteiger oder -
Aufsteiger aber keinesfalls auf den DTS-Decoder verzichten.
Interessant sind auch die Surround-Aufpolierer DTS NEO:6 und
Dolby ProLogic II. Beide Features sorgen für einen
erstaunlich guten Surround-Klang auch beispielsweise bei der
Wiedergabe herkömmlicher Stereo-CDs. Verschiedene
A_Verstärker und -Receiver haben die Vollversion von PLII an
Bord - hier lassen sich im Music Mode noch verschiedene Parameter
individuell einstellen. Beide Aufpolierer haben nun noch
Konkurrenz bekommen. Überragend ist das neue Logic7 7.1.,
welches in verschiedenen AV-Receivern von Harman/Kardon
eingesetzt wird. Hier gibt es mehr zu den Praxiserfahrungen mit
Logic 7. Sehr gut als Surround-Aufpolierer zu gebrauchen ist auch
das neue SRS Circle Surround II, wie es in verschiedenen neuen
AV-Receivern von Kenwood verbaut wird. Auch hier gibt es für
Kino- und Musikbetrieb getrennte Modi. Wer immer auf dem
aktuellsten Stand sein möchte, findet ein immer
größer werdendes Angebot an AV-Receivern und
AV-Verstärkern, die für die Wiedergabe der Extended
Surround-Tonformate geeignet sind. Die Geräte werden
preislich immer günstiger, je nach EXtended
Surround-Ausstartung geht es bereits in der Preiskategorie um 450
EUR los. Hier muss der Käufer aber genau hinschauen, denn es
gibt verschiedene EX- und ES-Tonformate, und spezielle Techniken,
und noch lange nicht jedes Gerät kann alles decodieren.
Prinzipiell zu unterscheiden:

  • DTS ES Matrix 6.1.: Back Surround Kanal wird mittels einer
    weiter entwickelten Matrix erzeugt, so wie sie auch beim
    Aufpolierer Neo:6 eingesetzt wird. Nur ein Back
    Surround-Lautsprecher Pflicht, Back Surround Kanal kein
    Vollfrequenzkanal.
  • DTS ES Discrete 6.1.: Back Surround Kanal wird vollkommen
    diskret erzeugt. Vollfrequenzkanal, Spektrum von 20 Hz bis 20
    kHz. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht.
  • Dolby Digital 5.1 EX. Matrixbasiertes System, Back Surround
    Kanal kein Vollfrequenzkanal. Seit einiger Zeit gibt es nun auch
    ein offizielles DD 5.1 EX-Logo, welches auf AV-Verstärkern
    oder AV-Receivern angebracht wird, die eine von Dolby offiziell
    lizenzierte Matrix mitbringen. Nur ein Back Surround-Lautsprecher
    Pflicht.
  • Zur Wiedergabe von Dolby Digital EX-codiertem Material
    geeignet. Hersteller verwendet eigene, nicht offzielll
    lizenzierte Matrix zur Decodierung von DD 5.1-EX-Material. Dies
    wurde vor allem vor der Zeit von der offiziellen DD 5.1 EX Norm
    so gehandhabt. Nur ein Back Surround-Lautsprecher Pflicht.
  • THX Surround EX. THX-Variante von Dolby Digital EX. Diese
    Norm mit voller THX-Nachbearbeitung gab es zunächst, da THX
    für Dolby den Heimkino-Consumer-Markt bediente. Funktioniert
    mit 2 Back Surround-Lautsprechern, die allerdings das gleiche
    Signal bekommen. In der ursprünglichen Form auf DD 5.1
    EX-Basis: Back Surround Kanal kein Vollfrequenzkanal. Bei THX
    Ultra II jedoch (siehe hier im Test weiter unten) wird auch der
    diskrete zusätzliche Back Surround Kanal von DTS ES Discrete
    6.1 einer Nachbearbeitung unterzogen.
  • 6.1-Phantomschaltungen, wie z.B. von Sony und von Yamaha
    angeboten. Hier ist nicht der Anschluss eines zusätzlichen
    Back Surround-Lautsprechers vorgesehen, sondern der LS wird
    virtuell erzeugt. Bringt in der Praxis einen kleinen Vorteil an
    Effektfülle und Räumlichkeit, "echte" Back
    Surround-Systeme klingen aber natürlich noch kompletter.

Wer sich bei uns vor einem eventuellen Neukauf näher
informieren möchte, kann dies im 6.1 Special tun. Auf jeden
Fall Gewissheit verschaffen sollte sich der potentielle Kunde
über zwei Dinge:

  1. Hat man Interesse, ein Heimkino mit zusätzlichen Back
    Surround Lautsprechern zu errichten, ist es von großem
    Vorteil, sich zuerst über die Aufstellmöglichkeiten der
    zusätzlichen Lautsprecher zu informieren. Als
    Informationsquelle dienen dabei die Webseiten von Dolby und THX,
    wo die optimalen Bedingungen aufgeführt werden. Besonders
    interessant sind dabei die Möglichkeiten, die THX Ultra II
    bietet.
  2. Auf jeden Fall genau überprüfen, wie viele
    Endstufen im Verstärker/Receiver eingebaut sind.
    Verschiedene Modelle verfügen lediglich über fünf
    eingebaute Endstufen, um Extended Surround realisieren zu
    können, muss also noch entweder eine Zweikanal-Endstufe oder
    ein Stereo-Verstärker her. Diese zusätzliche Endstufe
    wird über die dafür vorgesehenen
    Vorverstärker-Ausgänge (Pre-Outs) an der Rückseite
    des AV-Verstärkers/-Receivers angeschlossen.

Die Stereotauglichkeit

Möchte man sich einen AV-Verstärker/Receiver
anschaffen und soll das Gerät auch noch zu einem nicht
unbeträchtlichen Anteil für die Wiedergabe von Musik in
Stereo verwendet werden, so ist zu beachten: Gerade die
günstigeren Geräte bis 1500 DM sind stark auf
Heimkinoklang hin optimiert. Nicht selten stellen
enttäuschte Neubesitzer fest, dass ihr 15 Jahre alter
Stereoverstärker im Stereobetrieb besser klingt als der
nagelneue Heimkino-Receiver. Dies ist keine Seltenheit, denn die
Prioritäten bei der Entwicklung sind anderes gesetzt. Wer
gern hochklassig Musik in Stereo hören möchte, dem
bleiben verschiedene Alternativen:

  1. Den schon vorhandenen Stereo-Receiver mit einem
    zusätzlichen Decoder, der Endstufen für den Centerkanal
    und die beiden Surroundkanäle enthält, heimkinotauglich
    machen. Nachteil: Es sind kaum noch DD/DTS-Decoder dieser Art
    erhältlich.
  2. Zu einem teureren Gerät greifen. Ab 1500 DM gibt es
    Receiver, die auch im Stereobetrieb erfreulich gut klingen.
    Gerade in letzter Zeit scheint man diesem Thema verstärkt
    Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, es gibt verschiedene
    AV-Verstärker und -Receiver, die im Stereobetrieb brauchbar
    klingen.
  3. Einen günstigeren AV-Receiver kaufen und den bisherigen
    Stereo-Verstärker weiter betreiben.
  4. In einigen Fällen hilft auch eine zusätzliche
    Zweikanal-Endstufe für den Stereobetrieb. In diesem Fall
    wird die zusätzliche Endstufe über die Pre-Outs
    für die Frontkanäle angeschlossen. Die Folge: Anstatt
    der im Receiver/Verstärker eingebauten Endstufen für
    die beiden Hauptlautsprecher läuft die höherwertige,
    externe Endstufe. Doch Vorsicht. Die im AV-Receiver verbaute
    Vorstufe hat einen beträchtlichen Anteil an der Güte
    des Klangs. Mit anderen Worten: Ist die Vorstufe des AV-Receivers
    für eine hochqualitative Stereo-Wiedergabe nicht geeignet,
    hilft die beste externe Endstufe nichts.

Receiver/Verstärker und Lautsprecher

Elementar wichtig: Die Abstimmung Receiver/Verstärker -
Boxen. Denn wer beispielsweise ausgewachsene und leistungsstarke
Frontboxen wie die großen Infinity Kappas oder große
Canton Ergo RC-L an seinem AV-Verstärker/Receiver betreiben
möchte, braucht ein Gerät, das mit den hohen
Anforderungen, die die Lautsprecher an den Verstärker oder
Receiver stellen, auch zurechtkommt. Selbst teure
AV-Verstärker haben beispielsweise mit extrem
"leistungshungrigen" Lautsprechern, die größte
Anforderungen an die Potenz des Verstärkers stellen,
Probleme. Hier hilft dann nur: Mittels einer hochwertigen
externen Endstufe, für die große Stromstärken und
niederohmige Lautsprecher keine Schwierigkeit darstellen,
für die Frontkanäle aufrüsten. Auch wichtig: Es
sollte kein sehr potenter Verstärker/Receiver beispielsweise
an ein billiges Sub/Sat-System angeschlossen werden. Es sind
immer die Relationen zu beachten: Eine 2500 DM-Standbox an einem
800 DM-AV-Receiver macht ebenso wenig Sinn wie ein 500 DM
Sub/Sat-System an einem 3000 DM-AV-Receiver. Vor dem Kauf der
gewünschten Kombination sollte auf jeden Fall auch der
persönliche Verwendungszweck geprüft werden: Höre
ich auch viel Musik auf meiner Anlage? Ist beispielsweise dies
der Fall und möchte ich zusätzlich auch noch DVD Audio
oder SACD in guter Qualität genießen, so muss ich dem
beim Aussuchen des richtigen Verstärkers bzw. Receivers und
der Boxen Rechnung tragen. Liegt die Priorität eindeutig auf
Heimkino, müssen es beispielsweise vorn keine sehr
musikalischen Standlautsprecher sein, sondern hier kommt dann
auch ein hochwertiges Sub/Sat-System oder eine Kombination aus
belastbaren Regallautsprechern und einem qualitativ
überzeugenden aktiven Subwoofer (der für den
Heimkinobetrieb in den meisten Fällen sowieso
Pflichtausstattung ist, nur in wenigen Ausnahmen, beispielsweise
bei Kombination große Front-LS, die problemlos in tiefste
Frequenzbereiche vordringen können, und sehr potenter
AV-Receiver/Verstärker bzw. noch besser: Hochwertige
Vor-/Endstufenkombis) in Betracht. Beim Musilbetrieb ist auch zu
beachten, was für Musik ich höre. Hier sollte auch sehr
genau Probe gehört werden vor dem Lautsprecher- und
AV-Receiverkauf, denn gerade was den Antritt im Bassbereich oder
die Natürlichkeit der Klangreproduktion angeht, gibt es
große Unterschiede in der Auslegung.

Auch sollte der Neukäufer im Idealfall vor dem Kauf sich
seine gewünschte komplette Verstärker-
bzw-Receiver-Boxen-Kombination anhören. Denn noch lange
nicht alles, was in der Theorie zusammenpassen könnte,
hört sich der Praxis auch vernünftig an. Wer besonders
gut mit seinem Händler kann, sollte sich am besten mal die
Komponenten für ein Wochenende zum Abstimm-Test in den
eigenen vier Wänden ausleihen. Denn nur dort herrschen exakt
die akustischen Bedingungen, unter denen sich die Heimkino-Anlage
später in der Praxis bewähren muss. Wichtig: Billig
muss nicht schlecht sein. Bevor also beim Lautsprecherkauf zu
viel Geld über die Ladentheke wandert, sollte sich der
Interessent auch durchaus günstige Lautsprecherangebote
anhören. Mehr über Lautsprecher, wichtige Grundbegriffe
und die Arbeitsweise findet sich in unserem
Lautsprecher-Special.

Wichtige Merkmale

Die folgende Übersicht soll aufzählen, was man vor
und beim Kauf wissen und beachten sollte.

  • Gleiche Kraft für alle Kanäle: Da die diskreten
    Mehrkanal-Tonnormen DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 mit fünf
    Vollfrequenz-Kanälen arbeiten (Die linke und rechte
    Frontbox, der Center-Lautsprecher und die beiden Surroundboxen),
    die ein Tonspektrum von 20 Hz bis 20 kHz übertragen
    können, sollte darauf geachtet werden, dass auch für
    jeden der Kanäle die gleiche Leistung zur Verfügung
    gestellt wird (Equal Power-Prinzip). Mittlerweile haben aber
    eigentlich alle auf dem Markt befindlichen Geräte 5
    identisch starke Endstufen. Wichtig: Wie groß soll der zu
    beschallende Raum sein? Sollen Filme in richtiger
    Kinolautstärke genossen werden? Handelt es sich bei dem Raum
    um ein Zimmer, das größer als 30 Quadratmeter ist und
    wird Wert gelegt auf ein kräftiges Klangbild, so sollte ein
    Verstärker oder Receiver mit mindestens 100 Watt pro Kanal
    Verwendung finden. Wichtig: Da fast jeder Hersteller anders
    misst, sollte man den Werks-Leistungsangaben zwar schon Bedeutung
    schenken, bevor ich mich aber für ein Gerät entscheide,
    sollte ich auf jeden Fall einen Belastungstest durchführen,
    ob der AV-Verstärker oder -Receiver meinen Anforderungen
    gewachsen ist. Wer die Möglichkeit hat: Ab in den
    Hörraum beim Händler und das ins Auge gefasste
    Gerät einmal richtig fordern. 80 % Maximalpegel sollten es
    schon sein, und dann am besten mehrere krachende Actionsequenzen
    aus Blockbustern mit guter Abmischung in Folge. Kleine Tipps:
    Angriff auf Pearl Harbor auf der gleichnamigen DVD, Anfangsszene
    "ID4" (Alien-Raumschiff fliegt am Mond vorbei), Kampfszenen aus
    "Operation Broken Arrow", Kampfszenen zu Beginn von "Gladiator",
    Wirbelstürme gegen Ende bei "Mission To Mars", Brennende
    Mühle in "Sleepy Hollow", Meterhohe Wellen und Orkane in
    "Der Sturm", Dino-Auftritte (T-Rex) in den Jurassic Park-Teilen
    I, II und III.
  • Gerade die meisten günstigeren AV-Verstärker und
    -Receiver bis 1000 EUR sind auf den Betrieb mit einem aktiven
    Subwoofer hin optimiert. Auch wenn sich die Leistungsangaben so
    lesen, dass es auch problemlos möglich ist, mit
    voluminösen Standlautsprechern zu operieren: In der Praxis
    empfiehlt es sich, gerade bei größeren Pegeln oder
    längerer Einsatzdauer einen entsprechend potenten aktiven
    Subwoofer über den entsprechenden Pre-Out
    anzuschließen. Der Bassbereich braucht am meisten Leistung
    und stellt daher die höchsten Anforderungen an die
    Endstufen. Ein aktiver Subwoofer mit hochwertiger eingebauter
    Endstufe nimmt dem AV-Verstärker oder -Receiver somit Arbeit
    im leistungsintensiven Tiefbassbereich ab. Übrigens: Bei
    gleichzeitiger voller Aussteuerung aller Kanäle wird kaum
    ein Gerät die volle Leistung auf jedem Kanal erbringen.
    Beispiel: Ist ein Receiver mit 5 x 100 W angegeben, so erreicht
    jeder Kanal für sich natürlich die 100 W, alle
    Kanäle voll ausgesteuert gleichzeitig jedoch nicht. Für
    die Praxis jedoch nicht von allzu großem Belang: Praktisch
    nie werden alle Kanäle gleichzeitig voll ausgesteuert
    (außer vielleicht im Mehrkanal-Stereobetrieb).
  • Genügend Ein- und Ausgänge sollten vorhanden sein.
    Wichtig: Vorab prüfen, welche Geräte sich in der
    Kollektion befinden und angeschlossen werden müssen, analog
    wie auch digital. Bei digitalen Zuspielern Anschlussart (koaxial
    oder analog) mit bedenken. Nicht selten gibt es ein
    Ungleichverhältnis an Anschlüssen, gern z.B. mehr
    optische als koaxiale Digitaleingänge an AV-Receivern. Daher
    vor dem Kauf genau festlegen, was an die Schaltzentrale
    angeschlossen werden muss. Dabei sollte man aber immer an die
    Zukunft denken: Wer weiß schon, was man sich im
    nächsten Jahr dazu kauft? Daher immer lieber ein Gerät
    mit mehr Anschlüssen (vor allem digitalen Anschlüssen)
    kaufen als momentan nötig. Wer übrigens seinen
    Receiver/Verstärker auch als Video-Schaltzentrale benutzen
    möchte: Minimale Qualitätseinbußen gibt es immer
    im Vergleich zum direkten Anschluss des DVD-Players an den
    Projektor/Fernseher, wobei gerade extrem teuere
    AV-Verstärker, z.B. von Pioneer oder Denon, inzwischen auch
    eine Top-Videosektion mitbringen. Hier wird dann (im Falle
    Pioneer VSA-AX10/Denon AVC-A1SR) auch ein hochwertiger
    Videokonverter mitgeliefert, der sogar S-Video-Signale auf
    Komponentensignale qualitativ hochwertig wandelt.
  • Weitere Anschluss-Features, die für viele Anwender
    wichtig sind: Ein Sechs- oder Achtkanaleingang. Im Zeitalter von
    DVD Audio und SACD-Multichannel macht ein solcher Eingang noch
    viel mehr Sinn als zu früheren Zeiten: Denn da via
    Digitalausgang nur maximal Tonformate bis 24-Bit/96 kHz-2-Kanal -
    noch - übertragen werden können (Lösungen für
    dieses Problem sind aber schon in Sicht, so IEEE1394 oder
    DenonLink), müssen zum Beispiel die Wohlklänge von
    192kHz/24-Bit-2-Kanal- oder 24-Bit/96kHz-5-Kanalaufnahmen
    über den analogen Sechskanalausgang des DVD-Audioplayers mit
    Hilfe der altbekannten Cinchkabel zum Sechskanal-Eingang des
    jeweiligen Verstärker/Receiver geleitet werden. So sollte
    der Sechskanal-Eingang 100 kHz-Tauglichkeit aufweisen und damit
    auf DVD-Audio vorbereitet sein, auch wenn das zunächst
    widersprüchlich klingt: Denn DVD-Audio-Aufnahmen sind
    schließlich im Optimalfall mit einer Abtastfrequenz von 192
    kHz und einer Wortlänge von 24-Bit versehen. Wie sind die
    100 kHz-Tauglichkeit und die 192 kHz Abtastfrequenz in Einklang
    zu bringen? Des Rätsels Lösung liegt im Zusammenhang
    zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem Abtasttheorem des
    Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten
    Abtastfrequenz höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine
    höheren Anteile als die Hälfte der Abtastfrequenz in
    sich trägt - sonst treten schwerwiegende Fehler auf: Im
    Falle einer 192kHz-Aufzeichnung heißt das, dass fehlerlos
    Tonfrequenzen mit maximal 192:2, also mit 96 kHz, wiedergegeben
    werden können, die dann via Cinch in den Analogeingang des
    Receivers hineinströmen. Somit ist ein 100 kHz-tauglicher
    Eingang auch problemlos für 192 kHz/24-Bit-Aufnahmen
    geeignet.
  • Wer den Verstärker oder Receiver in absehbarer Zeit nur
    noch als Decoder und Vorverstärker nutzen und für die
    kraftvolle Beschallung auf Endstufen zurückgreifen
    möchte, sollte darauf achten, dass der Verstärker oder
    Receiver einen Sechs- oder Achtkanal-Pre-Out hat, um entsprechend
    leistungsstarke externe Endstufen anschließen zu
    können. Wer ein solches Projekt plant, sollte sich aber
    vergewissern, ob auch die Vorverstärkereinheit des ins Auge
    gefassten Modells gehobenen Ansprüchen genügt.
  • • Wer noch NTSC-Laserdiscs besitzt, die Dolby Digital
    5.1-Ton haben, sollte unbedingt auf einen analogen Dolby
    Digital-RF-Eingang achten: Denn aus dem optischen Digitalausgang
    des Laser Disc-Spielers kommt nur PCM-Stereo, also ist 5.1-Ton
    nur via RF möglich. Hat das Wunschgerät keinen
    RF-Eingang, so sollte man trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben
    und sich auf die Suche nach einem passenden Adapter machen, der
    von Kenwood vor einiger Zeit einmal angeboten wurde.
  • Plattenfreunde sollten auf das Vorhandensein eines
    Phono-Eingangs achten. Ansonsten muss zusätzlich ein
    Phono-Vorverstärker angeschafft werden
  • Wer Boxenkabel mit großem Querschnitt verwendet, sollte
    beim Verstärker- oder Receiverkauf darauf achten, dass
    für alle Lautsprecher am Anschlussterminal solide
    Schraubverschlüsse angebracht sind. Die windigen
    Klemmverschlüsse eigenen sich nur zur Aufnahme geringer und
    damit klanglich weniger guter Kabelquerschnitte. Am besten vor
    Ort mit einem Kabel entsprechenden Querschnitts testen, denn auch
    bei den Schraubverschlüssen gibt es Unterschiede im Handling
    und in der Qualität der Ausführung.
  • Ein stimmiges Bedienkonzept ist sehr wichtig. Liegt die
    Fernbedienung gut in der Hand? Sind die Tasten für die
    einzelnen Funktionsgruppen gut voneinander abgegrenzt? Haben die
    Tasten einen klar definierten Druckpunkt? Eine beleuchtete
    Fernbedienung ist für den Einsatz im abgedunkelten Raum von
    Vorteil. Teurere Geräte sollten eine programmierbare
    Fernbedienung mitbringen - so kann mit einer einzigen
    Fernbedienung die ganze Heimkino-Anlage verwaltet werden. Sehr
    praktisch sind sogenannte "bidirektionale" Fernbedienungen: So
    kann der Benutzer richtig mit seinem Verstärker/Receiver
    "kommunizieren".
  • Zeigt das Display des Geräts alle wesentlichen
    Informationen zum gerade aktivierten Betriebszustand an? Ist es
    groß genug?

    Ist der Lautstärkeregler präzise zu justieren und gut
    geführt? Bei vielen teureren Geräten üblich: Das
    Set-Up wird nicht via Display des Verstärkers oder Receivers
    vorgenommen, sondern via On Screen Display. Dazu wird das
    Gerät über den Monitor-Out via S-Video oder FBAS mit
    dem Bildausgabegerät verbunden, auf dem
    Bildausgabegerät finden sich in einem Menü dann die
    einzustellenden Parameter (wie zum Beispiel die
    Lautsprecher-Konfiguration, das Bass- und Höhenmanagement).
    Gerade bei Geräten mit hohem Funktionsumfang stellt ein On
    Screen-Menü ein hilfreiches Werkzeug dar. Kleiner Tipp: Wer
    seinen DVD-Player im Zusammenspiel mit einem Projektor betreibt,
    kann die OSD-Statuseinblendungen oder -Einstellungen des
    AV-Verstärkers oder -Receivers auf einem separaten kleinen
    "Kontrollmonitor" in Form eines kleinen TVs abrufen.
  • Besonders wichtig bei verschiedenen Abständen der
    einzelnen Lautsprecher zum Hörplatz: Sind die Abstände
    zu den Boxen einzeln einstellbar? Gerade bei günstigen
    AV-Receivern ist dies oft nicht der Fall, d.h., die Lautsprecher
    lassen sich nur als Lautsprechergruppen komplett einstellen:
    Front L/R nur zusammen, Surround L/R nur zusammen. Nachteil: Ist
    z.B. der linke Frontlautsprecher deutlich näher an Ihrem
    Hörplatz als der rechte, dann kommt das Tonsignal für
    Ihr Gehör nicht auf beiden Frontboxen gleichzeitig an. Daher
    das Setup des für Sie interessanten Geräts genau
    untersuchen.
  • Nicht generell kaufentscheidend sollte sein, ob das
    Gerät über viele DSP-Programme verfügt. Denn eines
    ist zu beobachten: Gerade bei günstigeren Geräten
    bewirken die Programme, die auf so schöne Namen wie "Movie
    Theater", "Hall", "Jazzclub" oder "Church" hören,
    keinesfalls einen realistischeren Klang. Das soll jetzt nicht
    heißen, dass DSP-Programme grundsätzlich etwas
    Überflüssiges sind. Aber es gibt nur wenige
    Geräte, und die finden sich bis auf ein paar Ausnahmen meist
    in den höheren Preisklassen, die wirklich gute
    DSP-Prozessoren haben, die auch die Akustik bewirken, die von den
    Programmen erwartet werden kann. Bei vielen günstigeren
    Modellen hingegen zeichnen sich die DSP-Programme meist durch ein
    dumpfes, mittenbetontes Klangbild mit zu viel Hall aus.
    Gleichzeitig sind die Geräte nicht mehr in der Lage, einen
    satten Bass zu erzeugen. Allerdings: Auch schon recht
    günstige Geräte, z.B. von Kenwood oder Denon, haben
    Dolby Pro Logic II mit an Bord. Dieser Surround-Aufpolierer sorgt
    für ein sehr stimmiges Klangbild und erhält in
    großen Teilen die Natürlichkeit und die Präzision
    des Klangbilds. Mehr dazu hier. Von DTS gibt es den qualitativ
    ebenfalls recht ordentlichen Surround-Aufpolierer NEO:6.

Exkurs: THX

Für viele Filmfans, die gerne auch eine
größere Summe in einen Heimkinoverstärker oder
-receiver investieren wollen, stellt sich die Frage: Soll ich mir
ein THX-Gerät zulegen oder nicht? Bevor man sich einen
THX-zertifizierten Verstärker oder Receiver kauft, muss man
sich über einiges im klaren sein: Um ein THX-Zertifikat zu
erlangen, muss das Gerät verschiedene Anforderungen in
punkto Leistung und Präzision erfüllen. Im Gerät
findet eine umfangreiche THX-Nachbearbeitung statt (siehe auch
das 6.1-Special), die eine optimale Anpassung des Tons an den
ursprünglichen Kinoton sicherstellen soll. Daher ist es -
laut THX - mit der Anschaffung nur eines THX-Verstärkers
oder Receivers nicht getan: Eine optimale tonale Performance soll
nur im Zusammenspiel mit THX-zertifizierten Lautsprechern
erreicht werden, die zum Bespiel bezüglich ihres
Abstrahlverhaltens speziellen Anforderungen genügen
müssen. Aus diesem Grunde sind THX-Lautsprecher auch
deutlich teurer als nicht zertifizierte Boxen (wobei man
natürlich nicht außer Acht lassen darf, dass sich auch
die Entrichtung der entsprechende Lizenzgebühren auf den
Lautsprecherpreis auswirkt). Des weiteren: THX-Lautsprecher sind
zwar für die exakte Reproduktion von Kinoklang bestens
geeignet, den Anforderungen highfideler Musikliebhaber aber
werden sie aufgrund ihres technischen Aufbaus und den
Ansprüchen der THX-Norm nicht gerecht. Verzweifeln muss der
versierte Heimcineast aber keinesfalls: Zum einen gibt es
exzellente, Nicht-THX-zertifizierte Heimkinolautsprecher, die
hervorragend auch in Verbindung mit THX-zertifizierten
AV-Verstärkern oder -Receivern klingen und nicht selten auch
noch ein ordentliches Leistungsprofil im Musikbetrieb mitbringen.
Wer sich also einen AV-Verstärker mit THX-Zertifikat zulegt,
sollte keinesfalls nur ein THX-zertifiziertes Lautsprecherset
dazu in Erwägung ziehen, sondern sich bei zum Beispiel bei
Nubert, oder JBL umschauen. Zum anderen gibt es für den
THX-Fan inzwischen schon weitaus günstigere, qualitativ gute
Lautsprechersets, für den THX Select Betrieb beispielsweise
von Magnat für THX Ultra beispielsweise von Canton. Für
THX-Fans erste Anlaufstellen sind der Direktvertreiber Teufel
oder Jamo.

Es gibt zwei Home THX-Normen: Preisgünstigere Geräte
tragen das THX Select-Zertifikat, die THX-Spitzenmodelle sind THX
Ultra-zertifiziert. Extended Surround-Variante aus dem Hause THX:
THX Surround EX mit zwei Lautsprechern für den Back
Surround-Kanal. Neu ist THX Ultra II.

a) Unterschiede THX Select/THX Ultra

THX Select THX Ultra
Dipole für Surroundbetrieb empfohlen Dipole für Surroundbetrieb Pflicht
Frontlautsprecher mit großzügigerem Abstrahl-

und Frequenzverhalten
Frontlautsprecher mit streng limitiertem

Abstrahlwinkel und Frequenzgang
Flexiblerer und einfacherer Aufbau für gutes
Klangbild
Schwieriger, penibler Aufbau für perfektes
Klangbild
Subwooferübernahmefrequenz 100 Hz Subwooferübernahmefrequenz 80 Hz
Leistung des Verstärkers oder Receivers reicht
für

kleine bis mittelgroße Hörräume
Leistung des Verstärkers oder Receivers genügt
den

Anforderungen eines großen Hörraums

b) über THX Ultra II

  • THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig
    für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Neu bei
    Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema
    Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe von 5.1 Material
    in DD und DTS (neu: ASA (Advanced Speaker Array) soll die
    Vorteile von Extended Surround akustisch optimal ausnutzen und
    alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal
    aufeinander abstimmen. Man kann einstellen, wie weit die beiden
    Back Surround Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese
    Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten
    kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER" für Abstände von
    unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände zwischen
    beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2
    Meter sind. Im neuen THX Package ist auch die Erkennung und
    Nachbearbeitung des zusätzlichen Back Surround Kanals bei
    DTS ES Discrete 6.1 enthalten. Erstmalig bei THX gibt es den oben
    beschriebenen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und
    Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert sein soll.
    Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX
    EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back
    Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders
    konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So
    wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box
    zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back
    Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich
    gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
    Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen,
    deren Klangeindruck aufgrund der Position und des
    Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers
    (also der Lautsprecherart, die für die akkurate
    Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll.
    THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe
    Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die
    Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen
    soll. Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist
    für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra
    2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe:
    Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur
    der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des
    Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen
    Fällen für eine störende Überbetonung der
    tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als
    zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension
    ein und gleicht übermäßig starke Basstöne,
    die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

c) THX-Nachbearbeitung:

  • Re-Equalization: Wird ein Filmsoundtrack auf der
    Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von einem
    zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst
    werden, da die Soundtracks für die Wiedergabe in
    großen Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen
    konzipiert sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die
    Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere Heimkino
    vornehmen, damit der Klang auch dort mit einer natürlichen
    Kulisse aufwarten kann.
  • Timbre Matching: Je nachdem, aus welcher Richtung das
    menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine
    Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um
    die Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales
    Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino
    finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD-
    oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX
    Verwendung. Timbre Matching filtert die zu den
    Surroundlautsprechern transportierte Klanginformation, um so eine
    optimale Anpassung des Toncharakters von den Front- und den
    Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem natürlichen
    und harmonischen Klangbild beitragen soll.
  • Adaptive Decorrelation: Oftmals ist zu beobachten, dass das
    Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn, wenig
    plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt
    verstärkt sich noch, wenn sich der Zuhörer von der
    exakt mittleren Sitzposition entfernt. Diesen Negativmerkmalen
    soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen wirken: Die Zeitdauer
    des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis
    bezüglich des anderen Surroundkanals wird verändert.
    Damit wird zweierlei erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes
    Klangbild auch abseits der genau mittig angeordneten
    Hörposition, zum zweiten ein voluminöserer Eindruck des
    Klanganteils aus den Surroundlautsprechern.

THX, THX Select, THX Ultra, THX Ultra II, Home THX und THX
Surround EX sind Warenzeichen von Lucasfilm Ltd.

Fazit

Nimmt man sich etwas Zeit und beschäftigt sich im Vorfeld
des Kaufes ein wenig ausführlicher mit dem Thema
AV-Verstärker/AV-Receiver, dann kann es gar nicht so schwer
sein, die richtige Entscheidung zu treffen. Wichtiger als der
unüberlegte Kauf eines "einmaligen Schnäppchens" ist
die richtige, wohlüberlegte Prioritätensetzung:
Für welchen Einsatzzweck soll die Anlage überwiegend
genutzt werden, was erwarte ich von meinem
AV-Verstärker/AV-Receiver - dies sind Fragen, auf die ich
schon vor dem Betreten des Ladens bzw. vor der Online-Order eine
Antwort wissen muss. Ansonsten erscheint das Angebot schnell
unübersichtlich, und man läuft in Gefahr, ein
Gerät zu erwerben, das den eigenen Anforderungen später
nicht gerecht wird.


Dieser Text stammt mit freundlicher Genehmigung von BUROSCH Audio-Video-Technik.

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