Interview mit Ben Stassen zu Fly Me To The Moon
Drei Stubenfliegen auf dem Weg zum Mond. Das belgische Animationsabenteuer von Ben Stassen begeistert die Fans. Eine irre Geschichte: Nat möchte seinem tollkühnen Großvater nacheifern und ein ...
Interview mit Ben-Stassen
Drei Stubenfliegen auf dem Weg zum Mond. Das belgische Animationsabenteuer von Ben Stassen begeistert die Fans.
Eine irre Geschichte: Nat möchte seinem tollkühnen Großvater nacheifern und ein großer Abenteurer werden. Der unter Fliegen verbreiteten Ansicht, Träumer würden ziemlich schnell Opfer der Fliegenklatsche, bietet der ambitionierte Nat gerne die Stirn und schildert seinen Freunden seinen heroischen Plan: Mit der Apollo-11-Mission will er zum Mond fliegen. Obwohl IQ und Scooter zögern, finden sich die drei blinden Passagiere dennoch kurze Zeit später in den Helmen der Astronauten um Neil Armstrong wieder und warten auf den Countdown in Cape Canaveral….
Ben Stassen ist einer der führenden und erfahrensten 3D-Regisseure weltweit. Zu seinen 3D-Filme gehören Produktionen wie „Alien Adventure“, „Haunted Castle“, „SOS Planet 3D“, „Wild Safari 3D“ und „African Adventure 3D“. Ben Stassen ist Mitbegründer der belgischen Produktionsfirma nWave, deren 3D-Filme bisher weltweit mehr als 200 Millionen US-Dollar eingespielt haben. Mit „Fly me to the Moon 3D“ produzierte nWave den ersten abendfüllenden Film, der ausschließlich für 3D-Kinos konzipiert ist.
Mit dem Schöpfer der schrägen Weltraum-Abenteuerer sprach DigitalVD.de in München:
“Für mich ist 3 D nach dem Stummfilm die zweite filmische Revolution“ (Ben Stassen)
DigitalVD.de: 3D war ja mal out, und viele Imax-Kinos mussten schließen. Wie sehen Sie die Zukunft?
Ben Stassen: Es gibt einen völlig neuen Trend, der langsam aus den USA nach Europa spült. Dort sind die Dokus und Filme in 3D dr volle Kracher. Eltern gehen mit ihren Kids in die Kinos, um richtige Löwen und Nashörner auf sich zurasen zulassen. Klar, die bekommen dann richtige Panik, springen aus ihren Kino-Sesseln und wollten panisch fliehen
DigitalVD.de: Funktioniert die nur in Tierfilmen oder Anime-Streifen?
Ben Stassen: Nein, das ist ja gerade das Kuriose: wenn 3D gut konzipiert ist, kann man ganz banale Szenen produzieren; ich habe erlebt, wie Kinder schreckhaft aufsprangen, weil der Lehrer in einem ganz gewöhnliche 3D-Unterrichtsfilm mit erhobenem Zeigefinger auf sie zuging.
DigitalVD.de: Wieviele Mitarbeiter braucht man denn für ein solches Projekt?
Ben Stassen: Also, ich habe für Fly Me to the Moon mit 65 fitten und sehr engagierten Leuten zusammengearbeitet, wobei wir das gesamte Projekt in 20 Monaten gestemmt haben.
DigitalVD.de: Das ist sehr wenig für ein derartiges Mammut-Projekt…
Ben Stassen: Ja klar, bedenken Sie mal, dass beispielsweise die Pixar-Profis für einen Film wie etwa „Cars“ in 3 D drei bis 5 Jahre mit einer Crew von 300 versierten Mitarbeitern arbeiten, und dann kosten diese Filme an die 200 Millionen Dollar!
DigitalVD.de: Wie teuer war denn dieser?
Ben Stassen: An die 17 Millionen Euro, aber wir haben wirklich fast Tag und Nacht daran gearbeitet, und sind umso glücklicher, dass so etwas Schönes daraus resultiert.
DigitalVD.de: haben Sie eine Lieblingsfigur unter ihren tierischen Annime-Helden?
Ben Stassen: (lächelt) nein, ich finde sie alle gleich gut, obwohl manche sehr ausgefallen und verrückt rüberkommen.
DigitalVD.de: Wieso überhaupt ein Movie über die Mondlandung?
Ben Stassen: Weil es so etwas in dieser Form noch nie gegeben hat. das ist jetzt 40 Jahre her, wir haben bislang immer nur dokumentarische Bilder gesehen oder sehr spekulative Mainstream-Filme darüber bestaunt. Und so bringe ich diese doch wichtige Thematik auch an Kinder. Filme, selbst Zeichentrick oder Animes können, sollten auch einen didaktischen Hintergrund haben.
DigitalVD.de: Wie sehen Sie die Zukunft des 3D Films?
Ben Stassen: Der ist voll im Anmarsch, bedingt durch das digitalisierte Kino. Die Filme sind nicht mehr so aufwändig und horrend teuer zu produzieren, wie das einmal war. In den USA spielen 3D-Dokus mit einem Film in 65 Kinos über 160 Millionen Dollar ein. Das ist fantastisch. Und das wird auch hier so werden, daran glaube ich ganz fest. Es ist die Zukunft!
DigitalVD.de: Und was drehen Sie in Zukunft?
Ben Stassen: Einen 3D- Film natürlich. Über eine kleine Schildkröte auf Weltreise. Nicht in 50 Tagen um die Welt, sondern in vielen vielen Jahren, weil sie doch so langsam ist..(lacht) (Jean Lüdeke)
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