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Interview mit Boris von Sychowski

Frage: Was hat Sie daran gereizt, mit einem Horrorfilm Ihren Einstand als Kinoregisseur zu feiern? Boris von Sychowski: Ich bin ein Fan des Genres und wage zu behaupten, alle, oder zumindest fast ...

Interview mit Boris von Sychowski


Frage: Was hat Sie daran gereizt, mit einem Horrorfilm Ihren Einstand als Kinoregisseur zu feiern?

Boris von Sychowski: Ich bin ein Fan des Genres und wage zu behaupten, alle, oder zumindest fast alle, der wichtigen Filme gesehen zu haben. Erfreut habe ich die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt. Während man mit Horror früher nur eine Filmnische bedient hat und bestenfalls ein abfälliges Schulterzucken als Reaktion erhielt, haben Filme wie Scream das Genre neu belebt und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Heute sieht man sich Horrorfilme nicht wegen des Schockerlebnisses an, sondern weil sie Nervenkitzel und Kurzweil versprechen.

Frage: Haben Sie sich von den Vorbildern aus den USA beeinflussen lassen?

Boris von Sychowski: Uns war klar, dass wir einen lupenreinen Genrefilm machen wollten. Und Genrefilme sind definiert durch amerikanische Produktionen. Ich halte es für sehr schwierig, sich davon unbedingt abheben zu wollen. Erst einmal muss es ja gelingen, alle Voraussetzungen für das Genre zu erfüllen. Ich wollte also das Rad nicht neu erfinden, sondern das gut machen, was das Genre ausmacht. Wenn man die Richtlinien erfüllt, kann man auch damit spielen.

Frage: Als Sie mit dem Dreh von Swimming Pool begonnen haben, hatten Anatomie und "Flashback" bereits Erfolge gefeiert und den deutschen Horrorfilm etabliert. Hatte das Einfluss auf Ihre Arbeit?

Boris von Sychowski: Beide Filme haben gezeigt, dass Horror in Deutschland funktionieren kann und eine Akzeptanz für das Genre besteht. Der Produktion hat das natürlich Auftrieb gegeben, meine Arbeit hat sich allerdings nicht wesentlich verändert. Ich muss ohnehin das umsetzen, was ich für richtig halte. Das konnte weder Anatomie noch "Flashback" sein, sondern etwas anderes. Und das haben wir auch gemacht.

Frage: Woran liegt es, dass das deutsche Kinopublikum plötzlich Lust auf einheimische Genrestoffe hat?

Boris von Sychowski: Beim Kinopublikum gab es immer schon das Bedürfnis nach deutschen Filmen aller Art. Ich glaube nicht, dass wir identitätsschwach sind. Man begreift mittlerweile, dass es auch bei uns Leute gibt, die mehr können als nur Komödien zu inszenieren, die bereit sind, gewisse Sehstandards mit ihren Arbeiten zu bedienen. Das Publikum will schlicht und einfach einen guten Film sehen. Es ist egal, woher der Film kommt. Unterscheidungen werden doch nur in der Qualität gemacht. Wenn ein Film gut ist oder einen Nerv trifft, findet er auch sein Publikum.

Frage: Gibt es unmittelbare Vorbilder für Swimming Pool?

Boris von Sychowski: Die Klassiker des Genres hatten keinen so großen Einfluss, auch wenn "Prom Night" eine vergleichbare Grundkonstellation bietet. Und natürlich finde ich "Freitag der 13." oder "Halloween" ganz hervorragend. Sie sind die Vorreiter des Genres, aber sie sind nicht die Vorbilder für Swimming Pool. Wenn es so etwas gibt, dann müsste ich, weil ich sie sehr gerne mag, Scream und Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast auflisten. Die sind von der Machart am nächsten dran. Bei ihnen geht es nicht um Ekel, sondern um Spannung. Bei ihnen sitzt man an der Kante des Kinosessels und kaut an den Fingernägeln. Genau darum geht's. Man soll einen Ride erleben.

Frage: Was ist der Grund für die plötzliche Renaissance des Horrorfilms?

Boris von Sychowski: Man erlebt im Filmgeschäft immer Amplituden. Mal sind Actionfilme angesagt, mal Science-Fiction, mal Horror. Die immense Beliebtheit der neuen Horrorwelle begründet sich, meiner Meinung nach, darin, dass die Filme nicht mehr so extrem und hart sind, nicht mehr auf Teufel komm raus schockieren wollen. Das Image ist nicht mehr so negativ, und das steigert die Akzeptanz.

Frage: Warum haben Sie Prag als Drehort gewählt?

Boris von Sychowski: Calypso Film hatte dort bereits einige Projekte realisiert und gute Erfahrungen gemacht. Sicherlich spielten Kostengründe eine Rolle, da unser Budget sehr knapp bemessen war. Nichtsdestotrotz glaube ich, wenn man in Europa internationale Städte sucht, dann wird man neben London, Paris, Amsterdam und Berlin automatisch auch an Prag denken. Ich habe also nicht lange gezögert, als Prag als Drehort auf den Tisch kam.

Frage: Wann fiel die Entscheidung, in englischer Sprache zu drehen?

Boris von Sychowski: Als Senator mit an Bord kam. Ich hatte kein Problem damit, weil wir ohnehin nicht nur in Deutschland casteten, sondern auch in Amerika, England und Tschechien nach Darstellern suchten. So hatte ich die Möglichkeit, viel mehr Schauspieler in Betracht zu ziehen. Und der Idee, von den aus mehreren Nationalitäten zusammen-gewürfelten Schülern, kam die Sprachwahl ohnehin entgegen.

Frage: Hatten Sie keine Bedenken, in englischer Sprache zu drehen?

Boris von Sychowski: Oh doch, ich habe mir vor Angst in die Hosen gemacht. Das Gros des Casts bestand aus Ausländern, und obwohl ich ganz gut Englisch spreche, war ich doch sehr unsicher. Small Talk zu führen ist eine Sache, Schauspieler auf Englisch zu inszenieren eine andere. Als ich gemerkt habe, dass das reibungslos funktioniert, fiel mir der größte Stein vom Herzen.

Frage: Welche Vorgaben gab es noch bezüglich des Filmkonzepts?

Boris von Sychowski: Ich habe darauf bestanden, dass eine Altersfreigabe ab 16 Jahren möglich sein muss. Wenn man FSK 12 anstrebt, gehen doch viele Elemente verloren, die das Genre eigentlich ausmachen, und diese Elemente wollte ich nicht missen. Ich muss aber auch betonen, dass ich nicht im Geringsten an Gewaltexzessen oder Splatter interessiert bin. Das ist nicht mein Ding. Viel spannender ist es, wenn sich der Terror im Kopf des Zuschauers abspielt.

Frage: Bietet sich das Genre Horror für einen im Werbefilm erfahrenen Filmemacher an, weil Atmosphäre eine große Rolle spielt?

Boris von Sychowski: Wenn man sagt, man habe bisher Werbefilme gemacht, wird man eigentlich immer schräg angeschaut. Es geht die Mär, Werbefilmer könnten nicht mit Schauspielern umgehen und seien nur auf Bilder bedacht. Wer bei einer Low-Budget-Produktion nur auf Bilder, Ästhetik und Stil wert legt, stößt sehr schnell an die Grenzen. Ich gebe zu, dass meine Vorlieben in diese Richtung gehen. Tatsächlich hat mir aber die Arbeit mit den Schauspielern am meisten Spaß gemacht. Sollte ich tatsächlich irgendwann Actionstoffe mit dem entsprechenden Budget umsetzen können, werde ich mich auf visueller Ebene sicherlich mehr austoben.

Frage: Hat Ihnen die Arbeit an Swimming Pool Lust auf noch mehr Kino gemacht?

Boris von Sychowski: Kino ist klasse. Gerade eben habe ich den Film in seiner fertigen Fassung gesehen. Wie es vermutlich jedem Regisseur geht, möchte man immer noch weiter feilen, weil man glaubt, man könnte es noch besser machen. Aber es ist toll, sich hinzusetzen, das Licht geht aus, und man sieht den eigenen Film. Auf voller Länge, ohne Werbeunterbrechung. Das macht Lust auf mehr, auf jeden Fall. (DJFL)


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