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Interview mit Cornelia Willinger: Fast ein Gentleman

Drehbuch-Autorin Cornelia Willinger ("Helmut Fischer-Specials", "Die Hausmeisterin") hat Friedrich von Thun die humorvolle, witzige TV-Serie Fast ein Gentleman auf den Leib geschrieben. Frage: Eine ...

Interview mit Cornelia Willinger


Drehbuch-Autorin Cornelia Willinger ("Helmut Fischer-Specials", "Die Hausmeisterin") hat Friedrich von Thun die humorvolle, witzige TV-Serie Fast ein Gentleman auf den Leib geschrieben.

Frage: Eine Reihe für einen bestimmten Schauspieler zu entwerfen – wie macht man das?

Cornelia Willinger: Es ist wichtig, dass man den Schauspieler kennt und mit ihm sprechen kann. Bei einem guten Schauspieler fällt einem automatisch unendlich viel ein, bei einem schlechten weniger. Aber für Friedrich von Thun, da sprudelt es nur so heraus.

Frage: Wie gut musss man den Schauspieler kennen?

Cornelia Willinger: Man musss ihn schon ein paar Mal gesehen haben, um zu wissen, wie gut er ist, was er für Vorlieben hat, ob er bestimmte Dinge besonders beherrscht, z. B. ein Instrument spielt oder vielleicht einen Salto rückwärts kann. Das gibt dann solche Spezialgeschichterln, die man dann einfach einbauen kann. Für mich ist das eine große Freude, weil es die Geschichten lebendig macht.

Frage: Bei der Stoffsuche für Fast ein Gentleman – arbeiten Sie mit Friedrich von Thun eng zusammen?

Cornelia Willinger: Wenn er Zeit hat schon. Meistens ist es aber die grauenvolle Arbeit im stillen Kämmerlein. Aber wenn der Thun Ideen hat, dann beute ich ihn gnadenlos aus und versuche das mit einzubauen.

Frage: Wie findet man die Geschichten?

Cornelia Willinger: Die Geschichten findet man aus den Charakteren, aus dem eigenen Leben, man lässt sich inspirieren aus Büchern, Zeitungen, vor allem aus Menschen, die rumlaufen – aus dem prallen Leben und aus der Phantasie.

Frage: Die Figur ist aber das Erste und daraus entwickelt sich dann die Geschichte?

Cornelia Willinger: Absolut richtig. Die Figur ist das Allerwichtigste. Aus der Vielschichtigkeit der Figur, des Charakters – daraus ergeben sich die Geschichten.

Frage: Was ist das Besondere an den Episoden von Fast ein Gentleman?

Cornelia Willinger: Es ist die Menschlichkeit, der Kampf mit dem eigenen Ich. Die Action liegt in der Charaktervielfalt des Menschen. Kein Mensch ist nur gut oder böse, sondern beides, manchmal sogar gleichzeitig.

Frage: Wenn der geschriebene Dialog schließlich Film geworden ist - ist das ein Anlass eher zur Freude oder Anlass zu Leid?

Cornelia Willinger: Anlass zur größten Aufgeregtheit. Weil man ja nicht weiß, was dabei rauskommt, man aber beim Schreiben schon genaue Vorstellungen hat, wie es aussehen soll. In letzter Zeit bin ich positiv überrascht von der Umsetzung meiner Filme. Ich habe es aber auch schon anders erlebt, dass ich traurig war und mich geschämt habe, weil man so sehr in seinen eigenen Vorstellungen gefangen ist, dass man andere Sichtweisen nicht zulässt. Man meint, es musss so sein, wie man es geschrieben hat – es musss aber nicht immer so sein. Das relativiert sich manchmal auch nach einiger Zeit. Die Dialoge und die Geschichte müssen stimmen, das ist wichtig. Aber ich komme immer mehr drauf, dass es auch gute Regisseure gibt, die das Buch nicht vermurksen sondern noch einiges rausholen.

Frage: Dadurch, dass diese einfach eine neue Sichtweise reinbringen und dadurch eine neue Ebene der Geschichte entwickeln?

Cornelia Willinger: Den Humor sollten Sie verstehen, ich flehe darum. Wie gesagt, es gibt schon auch große Pleiten. Bei Fast ein Gentleman erlebe ich aber positive Überraschungen, und darüber bin ich sehr glücklich. Jetzt musss natürlich auch die Quote stimmen, denn das ist dann die nächste Aufregung.

Frage: Sie gelten als eine Autorin, die ihre Dialoge sehr sorgfältig baut. Was passiert, wenn ein Schauspieler einfach den Text verändert?

Cornelia Willinger: Dann passiert folgendes. Dann steht am nächsten Tag in der Zeitung: Schauspieler von Autorin grausam ermordet.

Frage: Wie wird man eigentlich Autorin?

Cornelia Willinger: Das weiß ich nicht. Für mich ist das nur ein Wunder, ich habe das weder gelernt noch war das mein Zukunftswunsch. Ich bin einfach reingeschmissen worden in diese Branche und habe noch nebenbei meine anderen Berufe ausgeübt. Der Franzl Geiger und der Helmut Fischer, die beiden haben durch meine freche Goschn und durch meine scharfe Menschenbeobachtung und meine Menschenliebe eben gemeint, ich kann das. Dann haben sie von mir abverlangt, ich soll einfach mal was schreiben. Das habe ich dann machen müssen, und es wurde angenommen. Seltsam.

Frage: Gibt es einen Beruf, den sie gerne ausüben würden, wenn sie nicht Autorin wären?

Cornelia Willinger: Ja. Krankenschwester oder Bedienung.

Frage: Warum gerade die beiden?

Cornelia Willinger: Weil ich da unmittelbar mit Menschen zu tun habe. Als Krankenschwester kann man noch Liebe verströmen, auf die Menschen eingehen, sie ernst nehmen. Und als Bedienung ist es nicht anders.

Frage: Sie schreiben immer Münchner Stoffe. Sind sie denn eine waschechte Münchnerin?

Cornelia Willinger: Fast. Ich bin Tirolerin. Ich bin geboren in Sachsen, bin aber mit einem halben Meter nach Innsbruck gekommen, nach Tirol, und bin dort aufgewachsen. Mit 20 oder 21 Jahren bin nach München gegangen und geblieben. Mein Leben hat sich in München abgespielt.

Frage: Gibt es denn einen beruflichen Herzenswunsch?

Cornelia Willinger: Beruflich als Autorin? Ja. Das sind die Milieugeschichten. Geschichten, die sich im kleinen Rahmen abspielen. Geschichten über Leute, die eben wenig Gehalt haben, die um jede Strumpfhose kämpfen müssen, Menschen, die stark sind und schwach, heute geerdet und morgen orientierungslos. So wie ich. Obwohl mein Gehalt (zumindest momentan) in Ordnung ist.

(DJFL)


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